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Dienstag, 3. April 2012

Das virtuelle Dunkel (Nachklapp)

In diesem Jahr hatte der WWF sogar einen offiziellen Botschafter im Weltall, der das Großspektakel der weltweiten Verdunklung aus dem Orbit fotografieren und kommentieren sollte.
Zum ersten Mal wird an der "Earth Hour" auch die ISS-Raumstation teilnehmen, von der aus der ESA-Astronaut und WWF-Botschafter André Kuipers auf unseren Planeten blickt, während am 31. März die Lichter ausgehen. Von diesem Ereignis wird er Bilder machen und seine Eindrücke live schildern.
Nun war ich natürlich sehr gespannt auf diese Eindrücke, und besuchte daher André's Blog.

Eintrag 28.März 2012 (noch 3 Tage bis Buffalo): Aufregung beim Andocken des ATV.

Eintrag 02.April 2012: ISS-Toilette kaputt

Hä? Da fehlt doch was Entscheidendes dazwischen! Was war denn nun los am 31.März zwischen halb Neun und halb Zehn Uhr abends?
Konnte André im Dunkeln nicht schreiben? Hat sich das Weltraumklo vielleicht verschluckt, weil ein übereifriger Holländer mal kurz den ISS-Hauptschalter umgelegt hatte? Wo sind die spektakulären Fotos der weltumspannenden Earth Hour?

Ist der Film eventuell noch zur Entwicklung weg? Bei Schlecker gar?

Hm, vielleicht kann ich aushelfen. Auch wenn die Abbildung wohl nicht als echte Erdaufnahme durchgeht, dürfte es auch am 31.März auf der jeweiligen Nachtseite so ähnlich ausgesehen haben:

(Quelle: Wikipedia)

Weite Teile Australiens, der sibirischen Taiga, fast ganz Afrika, sowie das Amazonasgebiet beteiligten sich ebenso engagiert an der Earth Hour wie Nordkanada und das zentralasiatische Hochland. Ein großer Erfolg!

Und wenn man ganz viel Phantasie aufbringt, kann man sich auch den Schüler Nathi Mzilenzi aus Swasiland dort unten vorstellen, der schon mit 15 Jahren eine Earth Hour in seinem Heimatort Shimunye (5.633 Einwohner) organisierte und nun gerade seine Mitschüler dazu bringt, drei mal im Jahr den Müll von der Hauptstraße zu sammeln.

Ich verstehe echt nicht, wieso das alles André Kuipers keine Silbe wert ist.

Sonntag, 1. April 2012

Das virtuelle Dunkel

Na, gestern auch brav das Licht ausgeknipst? Für eine Stunde und 'nen guten Zweck?

Was heißt hier "hä?"? Gestern war doch wieder Earth Hour! Energiesparfunzel für 'ne Stunde stromlos machen und stattdessen Bio-Kerzen anzünden - auf dass es nie wieder warm werden möge! Für den Weltfrieden! Und Mutter Gaia, die grundgütige!

Nicht mitbekommen? Dabei haben sich doch schon im letzten Jahr weltweit 1,8 Milliarden Menschen daran beteiligt - (laut WWF jedenfalls). Na und dieses Jahr sollte doch alles noch viel doller werden! Rekordbeteiligung in Deutschland - meldet der Focus. Über 130 Städte wollten diesmal mittun und ein deutliches Zeichen setzen. Aber sowas von...

Okay, gucken wir uns das mal beim WWF selbst an: Die zur Zentrale gemeldeten Aktionen zählen deutschlandweit ganze Zwanzig. Diese aber immerhin über 5 großzügige Seiten aufgebläht. Ich bin bisher nur mäßig beeindruckt.

Aber die über 130 Städte - das klingt doch nach was.

Hier die Karte. Wow! Ganz Deutschland war ja nicht gerade dunkel, aber immerhin war es das wohl irgendwo in der Marktraße von Pasewalk, sowie bei den Faultürmen des Klärwerks Flensburg. (Steht da echt, kein Aprilscherz!)
Brandenburg hat natürlich wieder mal gar nicht mitgemacht. Renitente Ostler! Sollten sich mal ein Beispiel an Leuten nehmen, denen es nicht so gut geht - wie n-tv zu vermelden weiß:
"Nach Angaben des WWF beteiligten sich auch Menschen in ehemaligen Kriegsländern wie Libyen und Irak an der Aktion"
Na, und wie man gerade aus diesen Weltgegenden weiß, spielen sich die umwälzendsten Bewegungen ja sowieso in den sozialen Netzwerken ab. Das nutzt natürlich auch die Verdunklungstruppe des WWF. Wieder n-tv:
"Die sozialen Netzwerke verbinden nicht nur die Welt, sie sind zu den wichtigsten Organisationsmitteln für die Bürger geworden, um zu handeln. Menschen aus mehr als 150 Ländern rund um die Welt machen sich die Macht der Online-Plattformen zunutze, um sich physisch um die Zukunft des Planeten zu kümmern", sagte "Earth Hour"-Mitbegründer Andy Ripley."
Schaun wir mal nach dieser Macht bei facebook:

Ist jetzt nicht unbedingt so ein machtvolles Zeichen, finde ich, wenn man die knapp 2,8 Mio Google-Fundstellen dazu bedenkt. Allein die Zeitungsredaktionen, die die immer gleichen dpa-Stanzen und WWF-Wortmeldungen zum Event ins Netz blasen, dürften kopfstärker sein als die Fraktion der facebook-liker dieser Aktion.
Ehrlich, da findet jedes lustige Katzenvideo schneller eine stärkere Verbreitung.

Ein trauriges Bild auch auf des WWF's eigener Social web -site im Twitter-Bereich:
WWF Earth Hour: 31.3. Ich bin dabei und … lade zu einer meditativen Klangreise bei Kerzenschein ein. earthhour.wwf.de #eh12de #earthhour
Oh Gott, bleib mir fern mit deinen Klangschalen! Esotrulla!
WWF Earth Hour: 31.3. Ich bin dabei und … schreibe einen Artikel über Klimaschutz. Was macht Ihr? earthhour.wwf.de #eh12de #earthhour
Bei Kerzenschein auf totem Holz? Und wer liest sowas?
WWF Earth Hour: 31.3. Ich bin in Berlin live dabei & zu Hause gehen die Lichter aus! earthhour.wwf.de #eh12de #earthhour
Wow! Du verlässt dein Heim und machst dort das Licht aus ... wie vorbildlich! Und so außergewöhnlich!
WWF Earth Hour: 31.3. Ich bin dabei und … esse Vegetarisch wie immer earthhour.wwf.de #eh12de #earthhour
Und was ist daran so bemerkenswert, wenn du das immer machst?
WWF Earth Hour: 31.3. Ich bin dabei und … blogge über ökologische Mode earthhour.wwf.de #eh12de #earthhour
Du bloggst. Über ökologische Mode. Mit dem Internetmeißel, oder was?

Herrjeh, mit diesen Ökostrebern will doch kein vernünftiger Mensch zusammen gesehen werden. Uargs!

Aber schauen wir doch mal nach was dort im "Blog"-Bereich (naja) so los ist. Dabei stellen wir fest, dass ganze neun veröffentlichte Artikel es auf insgesamt einen Leser-Kommentar gebracht haben, sowie zwei facebook-Wortmeldungen bezüglich einer Partyeinladung. Wieder mal: Wow! Scheint schwer interessant zu sein, das Thema.

Hey, jetzt mal ernsthaft: Sind das die abertausenden besorgten Deutschen, die die großartige Verdunkelungsidee der Weltenretter vom WWF aktiv unterstützen? Sind das die Wähler, wegen denen Provinzpolitiker meinen, medienwirksam unbedingt ihre Rathausbeleuchtung abschalten zu müssen? Hat diese komische Aktion eigentlich irgendeinen bemerkenswerten Widerhall gefunden, außer den der pflichtschuldigen "Berichte" der Medien?

Ist irgendjemandem aufgefallen, dass da gestern zwischen 20:30 und 21:30 Uhr irgendetwas anders war als sonst?

Wenn das im nächsten Jahr wieder so eine virtuelle Veranstaltung wird, sollten sich der WWF und unsere Politniks mal Gedanken machen, ob man die Deutschen nicht doch besser zu einem naturkompatibleren Leben zwingen sollte. Familie Kim zeigt schließlich erfolgreich, wie das auch anders geht:

Sonntag, 25. März 2012

Müllproduzenten wider das Wegwerfen

Die Deutschen sind im Umgang mit Zeitungen wenig zimperlich. Im Zweifel gilt: ab in den Müll. Knapp 82 Kilogramm im Wert von einigen hundert Euro wirft jeder Bundesbürger im Schnitt ungelesen weg. Es reicht schon, wenn das Erscheinungsdatum nur ein wenig überschritten ist. Verbraucherschutzministerin Aigner plant eine Aufklärungsinitiative - und fordert ein Umdenken. 
Naja, so ähnlich jedenfalls schrieb's die Süddeutsche Zeitung vor einigen Tagen. Nach der Pixelzickerei mit Google-Streetview und der wirkungslosen Eigenlöschung bei facebook hat eine ansonsten bedeutungslose Ilse Aigner mal wieder ein Thema, und die Presse nimmts dankend auf - Deutschland, Land der Wegwerfer und Verschwender!

"So was hätt's bei Ilses Omma nach'm Kriech nich jegeben!" mag man da im Stillen hinzufügen, und ich gebe meinen Senf auch noch dazu, wenn ich sage: In Nordkorea wäre sowas auch heute noch undenkbar!

Es geht - natürlich - nicht um Zeitungen, und auch nicht um "überteuerte Wegwerfpolitiker", die ich ebenso im Anfangstext hätte verwursten können. Es geht, wieder einmal, um "Lebensmittel". Anscheinend ein besonderer deutscher Fetisch, um den mit dessen steigender Qualität, Verfügbarkeit und Vielfalt auch immer mehr besorgter Bohei gemacht wird.

Seit Jahren geht es schon um diverse "Lebensmittelskandale", deren doch erstaunlich geringe Anzahl die "Nahrungsmittelindustrie" trotzdem nicht vom ständigen Tatverdacht befreien kann, uns permanent vergiften zu wollen. Auch wird stets und ständig diskutiert und gemahnt, was man nun "Gesundes" essen, und was man als "krankmachend" meiden soll. Da rauscht es permanent im Blätterwald, und seitdem das Landwirtschaftsministerium mal von einer grünen Sozialarbeiterin geleitet, und zum Verbraucherschutzministerium hochgepimpt wurde, stehen deren NachfolgerInnen dem auch in nichts mehr nach. 

Es geht in Deutschland wirklich permanent um die Wurst. Diesmal um die voreilig weggeworfene. Das finde ich insofern amüsant, da ja dieselben Pappnasen sonst immer so viel Wert auf "Frische" legen. Schon mal aufgefallen? So wie der Begriff "Bratkartoffeln" in der medialen Schwafelwolke nie ohne den Zusatz "fettige" auskommt, besteht das Nonplusultra der gesunden Ernährung stets aus "frischem" Obst und Gemüse, sowie "knackigen" Salaten und ähnlichen nach Morgentau riechenden Wunschnahrungsmitteln - gerade eben des Bauers freundlicher Hand entrissen.
Nie, aber auch wirklich niemals, wird die verantwortungsvolle Mutter ihren Sprössling mit einem runzeligen Apfel,einer angetrockneten Möhre, oder einem abgelaufenen Joghurt in die Schule schicken. Never!

Und wenn sie Vati die Arbeitsstullen schmiert? Kommt da die schon etwas schmierige Wurst auf die angetrocknete Brotscheibe? Der Rest der vom Käse übrigbleibt, wenn man die kleinen Schimmelstellen wegschneidet? Wohl kaum!

Unlängst zappte ich zufällig in eines dieser TV-"Verbrauchermagazine", in welchem doch tatsächlich die Qualität von Internet-Lebensmittelversendern bewertet wurde. Die Tester hatten dazu bei verschiedenen Onlineshops so alltäglichen Kram wie Gurken, Joghurts und ähnliches bestellt, welche im Studio nun auf ihre Qualität und Frische hin untersucht wurden.
Zuerst einmal wurde dabei die Kühlung der Sendung beurteilt. Also schön dicke Styroporverpackungen mit ordentlich Trockeneis im Paket stellte ein Qualitätsmerkmal dar, eine schön feste, frische Salatgurke entlockte den Testern ein "sehr gut", während Joghurts mit in Bälde ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum pfui bäh waren.
Gesamt gesehen war alles absolut in Ordnung - durchaus dem Inhalt eines durchschnittlichen deutschen Kühlschranks vergleichbar - aber mangelnde "Frische" oder unvoluminöse Dämmverpackungen waren unverzeihliche Ausschlusskriterien.

Man kann den Sinn oder Unsinn solcher Alltagsfutterlieferungen nun bewerten wie man will, aber Eines ist festzustellen: Der Deutsche mag es nicht nur (verständlicherweise) gern frisch, es wird ihm auch stets von Verbraucherschützern suggeriert, dass alles was "schon ein bissl über die Zeit ist", kritisch zu beäugen, als Zumutung abzulehnen, potenziell ungesund, wenn nicht gar gefährlich ist.
Andererseits ist aber auch der Einsatz von Konservierungsmitteln, die die Frische ja nun um einiges verlängern könnten, auch verpönt. Kaum ein Produkt kommt noch ohne den Zusatz "ohne Konservierungsmittel" in die Werbung.

Dabei weiß ich gar nicht, worin das Ablehnungspotenzial solcher Zusätze genau besteht. Ist es die Hinzufügung eines "Mittels", eines "Zusatzes" an sich, weil sowas nicht in eine "reines" Produkt gehört? Ist es die Angst davor, dass die Bewertungssinne des Menschen getäuscht werden könnten, weil etwas, obwohl schon "hinüber", doch noch optisch, haptisch und olfaktorisch ansprechend erscheint? Oder ist es die Angst davor, dass atomkriegssichere Lebensmittel irgendwann so beständig werden könnten, dass man sie (analog der Plastiktüte) nicht mal mehr kompostieren kann, weil sie einfach nicht verrotten? Ich weiß es nicht.

Ich weiß aber eins - um all solchen Kappes kümmern sich die selbstbestallten Menschenberater unserer sabbelnden Klasse. Sowohl in den Medien, als auch in der Politik. Hier natürlich allen voran die wohl überflüssigste Ministerin des Kabinetts - die ausgebildete Rundfunkmechanikerin Ilse Aigner. Ob nun in die Richtung "Werft nichts weg!", oder in die andere "Esst nur Frisches". Über diese Schizophrenie ernsthaft nachzudenken heißt, sich mit Hirnfürzen von Bekloppten zu beschäftigen. Es lohnt nicht.

Lohnend erscheint es aber unserer berichtenden Klasse, deren Produkte wie anfangs beschrieben ja nun weiß Gott sowohl in frischem wie auch gut abgehangenen Zustand öfter zum Wegwerfen, denn zum Aufheben taugen. Die Papier- und Verbalmüll produzierende Mediencommunity lebt in schönster Symbiose mit der ebenso intellektuell die Umwelt verschmutzenden Ilse Aufgeregt, indem sie den Hirnfürzen der überflüssigen Ministerin stets noch die eigenen unreflektierten Blähungen hinzufügt.

Hier mal ein Beispiel wie das bei der GEZ-Mafia so umgesetzt wird (gefunden bei Gideon Böss). Es spricht eine Dame, der man schon ansieht, dass bei ihr wohl so schnell nix Essbares umkommt:

"Ja, wir leben in einer Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Und vielleicht hilft es ja, das bekannte Phänomen mit ein paar Zahlen zu veranschaulichen: Dass wir im Jahr knapp elf Millionen Tonnen Lebensmittel wegschmeißen. Die würden auf LKW verladen eine Lasterschlange von 4000 Kilometern Länge ergeben.
Wie viel Hunger könnte damit gestillt, wie viel CO2 bei Produktion und Transport vermieden werden.
Es ist gut, dass die zuständige Ministerin Ilse Aigner darauf hinweist. Dass sie eine Bewusstseinsveränderung fordert - in jedem Privathaushalt, in jeder Restaurantküche oder Lebensmittelabteilung."
Ja, Überfluss ist schlecht. Auswahl haben ist schlecht. Zuviel Zeugs immer einfach so kaufen, etwas was nicht mehr gefällt einfach wegwerfen zu können - ganz ganz übel! Sie schließt dann auch mit der Schlussfolgerung:
"Wenn pro Kopf jährlich Lebensmittel im Wert von 235 Euro in die Tonne fliegen oder durch den Abfluss gespült werden - bei einer vierköpfigen Familien ist das fast ein Tausender im Jahr -, dann sind die Lebensmittel einfach zu billig. Ihr Wert wird gering geschätzt."
Tja, ich könnte hier mit meinen Kindheitserinnerungen aufwarten. Da gab es sowas nicht. Wenn der Dorfkonsum mal Bananen hatte, und da genau eine pro Familienmitglied gekauft werden durfte - da kam keine in die Tonne! Selbst wenn die Südfrucht beim Einkauf schon fleckig war - da wurde nix weggeworfen! Da wurde noch wertgeschätzt! Hätte sie sowas gern wieder, die Dame vom Mitteldeutschen Rundfunk?

Ich könnte Frau Tesch auch versuchen zu verklickern, dass weggeworfene Lebensmittel keinen bezifferbaren Wert in irgendeiner Höhe mehr haben, genauso wie die Tageszeitung von vorgestern keinen besonderen Wert mehr hat. Allein, eine Schmalspurdenkerin wird es wohl nicht begreifen. Oder würde sie mir doch eine Packung Schnittkäse, deren MHD gestern abgelaufen ist heute für den Neupreis abkaufen?

Dass das allgemein propagierte Konzept "ausgewogen, vielseitig und frisch" entweder erhöhten Transportaufwand, oder aber eine erhöhte Verlustrate bei der Vorratshaltung von Produzenten, Handel oder Verbrauchern nach sich zieht - zuviel für SchwafelköpfInnen der Sorte Aigner, Tesch und sonstiger Claqueure der angeschlossenen Funk- und Printhäuser?

Empörtes Geschrei wegen der in die Tonne entsorgten Wurstenden? Und das in einem Land in dem noch vor Kurzem eine staatliche Wegwerfprämie für das Verschrotten von voll funktionstüchtigen Autos gezahlt wurde?

Sorry, die Propagandisten einer solch dämlichen Kampagne gehören eindeutig der alten Wurst hinterhergepfeffert. Oder besser nach Nordkorea verschifft - ersatzlos.

Bleibt noch die Frage, wer derart unnütze Kräfte überhaupt eingestellt hat und wer sie bis heute bezahlt. Auch eine dämliche Frage, ich weiß.


Auch Udo Pollmer amüsiert diese Kampagne: Hier (Danke für den Tipp an Denker)

Sonntag, 4. März 2012

E-Opel darf nicht sterben!

Ob unsere bundesrepublikanischen Polit-Planwirtschaftler überhaupt noch durchblicken in ihrem selbstgebastelten Förderlabyrinth?
"Der Markteinbruch für erneuerbare Wärme-Anlagen wurde dann durch die globale Finanzkrise und die kollabierenden Energiepreise 2009 ausgelöst. Hinzu kam, dass freie Investitionsmittel der Verbraucher durch die „Abwrackprämie“ der Bundesregierung in den Automobilbereich geleitet wurden. Seither ist es der Bundesregierung nicht gelungen, auf dem für die Energiewende wichtigen Markt nachhaltiger Wärmeerzeugung für Dynamik zu sorgen."
Also zusammengefasst: Globale Finanzkrise, ausgelöst durch staatlich gewollte, nun aber ausgefallene Subprime-Kredite an US-Häuslebauer, bringt Banken und Großkonzerne ins Wanken. Zu deren Rettung fällt Politik z.B. eine Abwrackprämie ein, die private Investitionsmittel weglenkt vom "für die Energiewende wichtigen Markt nachhaltiger Wärmeerzeugung".

Puh! Weil entgegen politischer Wünsche Steine doch nicht schwimmen können, mussten mit diesen Steinen verbundene Stahlkonstruktionen mittels Luftballons oben gehalten werden, welche man dafür wiederum den nachhaltigen Wärmedynamikern wegnehmen muss. Dabei sollen die doch einen politischen Auftrag erfüllen! Energiewenden nämlich!

Aber es kommt noch dicker: Auch
„Die Überförderung der Fotovoltaik lenkt Investitionsmittel weg vom Wärmemarkt, hin zum Strombereich.“
Ja haste Töne?! Die "Überförderung der Fotovoltaik"? Die kann doch nie und nimmer überfördert worden sein, oder wie soll ich mir das hier erklären?
"So oder so, Solons Absturz war nur der Anfang: Kurz vor Weihnachten folgte Solar Millennium aus Erlangen in die Insolvenz, eine Firma, die im großen Stil Wüstensonne mit Parabolspiegelrinnen auffangen wollte, sich aber im Zwist ihrer Manager aufrieb. Es folgte Q-Cells aus Bitterfeld-Wolfen, der einst weltgrößte Solarzellenhersteller. Der konnte die Zahlungsunfähigkeit nur abwenden, indem die Chefs das Unternehmen an seine Gläubiger verkauften. Auch in Frankfurt (Oder), einem Zentrum der Branche, ist die Stimmung schlecht: Entlassungen im Werk von Conergy, Kurzarbeit bei First Solar. Vor drei Wochen rührten sich auch die Riesenkonzerne: Bosch verschob den Bau einer Solarmodulfabrik in Malaysia auf unbestimmte Zeit, Siemens verkündete einen Millionenverlust in seiner Solarsparte."
Holla die Waldfee! Und jetzt kommt auch noch eine Subventionskürzung! Na da werden ja wieder bittere Tränchen rollen. Dabei
"...werden bereits angefallene Kosten von Experten auf rund 100 Milliarden Euro beziffert. Solarstrom hat am Ökostrommix nur einen Anteil von rund 20 Prozent, frisst aber mehr als die Hälfte der Ökoenergieförderkosten."
Also bisher haben wir in die Pleite gewirtschaftete US-Bauherren, heulende Heizungsbauer mit nicht nachhaltig genug gefördertem Geschäftsmodell, die Subventionskonkurrenz der Autoschmiede und bankrottierende deutsche Fotovoltaiker. Nebenbei noch ausgenommene deutsche Stromkunden - aber die zählen ja nicht - bluten sie doch für eine grüne Sache.

So ist das wohl, wenn man Wirtschaft lenken will. Nie macht man alles richtig, und irgendwer ist immer der Dumme.
Richtig dämlich wird es aber, wenn man nicht nur lenken, sondern etwas auf ein neues Zukunftsziel hin ausrichtet, auf welches der Markt der Milliarden Teilnehmer von selbst partout nicht kommen will. Das könnte man dann z.B. Energiewende nennen, oder "zukünftige Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern".

Dazu "fördere" man Unsinn, wie teure Zufallsenergie, bis er der Wirtswirtschaft und deren Kunden zu den Ohren rauskommt. Anschließend erst mache man sich Gedanken, wie man den Kram wieder passend in die Landschaft bekommt, und brüte so lustige Sachen aus, wie die, einfach mal ungefragt ein skandinavisches Land überfluten zu wollen. Sollte das in absehbarer Zeit nicht durchsetzbar oder technisch möglich sein, fange man an, das fehlende Groß-Wasserspeichervolumen durch Millionen private Elektroautos zu ersetzen.

Hier beißt sich aber was, denn wir haben keine Millionen private Elektroautos. Nicht mal tausende. Naja, obwohl ... vielleicht sind es ja mittlerweile mehr als 101 geworden.
Trotzdem, hier kommt das Subventionsmodell an seine Grenzen, denn anders als bei der privaten PV-Panele bekäme ein E-Auto Käufer ja kein Ertragsversprechen über die nächsten zwanzig Jahre. Nö, der soll die Schüssel für sein Privatvergnügen kaufen und sich zusätzlich an der batteriemordenden EE-Speicherung beteiligen.

Da hat er aber keine Lust zu, denn das "Vergnügen" scheint es niemandem wert zu sein, und somit fällt auch die Zwangsspeichermöglichkeit flach.
Das Elektroauto ist die Hoffnung einer ganzen Branche, doch die Käufer wollen sie selbst in der Not nicht haben. Das zeigt jetzt eine weltweite Umfrage: Statt sich ein Elektroauto anzuschaffen, erwägen viele Fahrer bei weiter steigenden Spritpreisen ganz auf das eigene Fahrzeug zu verzichten.
Hoppala! Wer hätte das gedacht?

Die autobewerbende Branche anscheinend nicht. Bis vorgestern war aus technischen Gründen mein Internetzugang gestört, und so kam ich mal wieder dazu, den Fernseher abzustauben. Ich weiß nicht, wie oft mir in der Flimmerkiste die elektrische Zukunft des Automobils nähergebracht werden sollte, aber es war schon auffällig, wie stark hier doch Werbeaufwand und Ergebnis zu differieren scheinen.
Denn nun kommt auch noch diese Nachricht rein:
"Vollbremsung bei General Motors: Der Opel-Mutterkonzern bleibt auf den teuren Elektroautos Volt und Ampera sitzen - und stoppt für fünf Wochen die Produktion. Der überproduzierte Bestand reicht noch Monate."
Jo, weil dort der Bestand noch für Monate reicht, stoppt man für 5 Wochen die Produktion der teuren Stromis. Nach dieser kurzen Pause wird bestimmt jede Menge Bedarf dafür bestehen. Ganz sicher!

Könnte es eventuell sein, dass man bei GM schon neuere Pläne der Bundesregierung vorzuliegen hat, nach denen hierzulande eine Mischförderung aus Abwrackprämie für Verbrennungsmotor-Fahrzeuge plus einer quersubventionierten Garantievergütung für den Strombezug von E-Autos angedacht sein soll? Vielleicht irgendwelche Gelder, die man bei der Solarförderung jetzt einzusparen gedenkt?

Denkbar wäre hier ja alles. Energiewende muss ja sein, Träume dürfen sich nicht als solche entpuppen und Blasen nicht platzen. Auch wenn CO2 nun nicht mehr sakrosankt ist, und Peak Oil auch noch abgesagt wird ...

E-Opel darf nicht sterben!

Dienstag, 25. Oktober 2011

Randnotiz: Energiestein der Weisen gefunden?

Brandenburg goes Zukunft! Windenergie wird grundlastfähig! Erstes, weltweit einzigartiges Hybridkraftwerk ging heute in Betrieb!

Wow! Da hat wohl endlich einer den Stein der Weisen gefunden. Die mir das den ganzen Tag verkündigenden Radiomenschen hatten direkt ein erfürchtiges Vibrato in der Stimme, aber was ist daran nun eigentlich neu und substantiell?

Ich hatte vor Kurzem das Vergnügen dem Chef Public Affairs der Betreiberfirma in einer kuschligen Diskussionsrunde auf den Zahn fühlen zu können, als er uns die Vision der grundlastfähigen Windkraft näher erläutern sollte. Wir, das waren eine Handvoll Leute aus der Energieversorgungsbranche und ein paar Vertreter stromintensiver Industrien, die in den Genuss einer Projektvorstellung des Hybridkraftwerks kamen, wie sie sonst wahrscheinlich Medienvertretern, Politikern und potentiellen Investoren zuteil wird.

Wir sollten überzeugt werden und waren auch durchaus gespannt.

Es ist ja so: Windenergie heute ist teure, parasitäre Zufallsstromerzeugung. Freude daran haben nur die Betreiber, sowie Politiker und Ökogläubige. Das Problem liegt in der Tatsache, dass Strom derzeit halt nicht in den nötigen Größenordnungen gespeichert werden kann. Dies wiederum ruft immer wieder Visionäre auf den Plan, die entweder hunderte Pumpspeicherkraftwerke in Deutschland neu errichten, oder halb Norwegen dafür überfluten wollen.
Und da kommt jetzt plötzlich die Firma Enertrag daher und offeriert uns eine smarte Lösung für das Problem? Eine, auf die anscheinend noch niemand gekommen ist, denn sonst wäre das Problem ja keines?

Der gute Mann von Enertrag (bestimmt ganz zufällig der ehemalige Wahlkampfmanager des Brandenburgischen Ministerpräsidenten Platzeck) ließ die Katze auch gleich aus dem Sack. Man setzt auf Wasserstoff!

Öhm ... ja, also die Elektrolyse ist ja nun schon ein zweihundert Jahre alter Hut, und bisher war Stand der Technik, dass das Verfahren der Wasserstoffgewinnung und -speicherung mit nachfolgender Verstromung sich selbst mit Windstrom nicht rechnen würde. (Großtechnisch wird H2 derzeit aus Erdgas (Methan) gewonnen, weil sich Elektrolyse selbst mit billigem Laufwasserstrom nicht rentiert.)

Ja, aaaber ... man hätte jetzt das Wasserstoff-Speicherproblem gelöst! Aha? Also keine energieaufwändige Gasverflüssigung mehr? Nein, man könne ja die schon vorhandenen Erdgasleitungen nutzen und dort den Wasserstoff einspeisen. Bis zu 5 Prozent Zumischung wären überhaupt kein Problem, und auch noch mehr wäre locker drin.

Okay, das klingt ja dann schonmal nach wieder nach der bekannten Biosprit-Zumischung, und nicht mehr nach grundlastfähigem Windstrom. Wenn ich meinen Kram nicht an freiwillig zahlende Kunden loswerde, speise ich ihn einfach in eine schon vorhandene Infrastruktur ein, und lasse mir das zwangsbezahlen. So ähnlich wie bei einem unzuverlässigen Wasserversorger, der seine ab und zu anfallenden Überkapazitäten in vorbeifahrenden Milchlastern verklappen möchte, weil er dir ja leider nicht die Bude überfluten darf. Hauptsache es wird bezahlt.

Dazu muss man noch sagen, dass diese Strom-Überkapazitäten ja nur anfallen, wenn dem Hybridkraftwerk der einfachste Weg, die Einspeisung ins Stromnetz, wegen Überlastung verwehrt bleibt. In einem solchen Fall bleibt die WKA nämlich sonst einfach außer Betrieb, und der Betreiber bekommt garantiert die Stromabgabe bezahlt, die er sonst hätte liefern können! So will es das Gesetz, im Irrenhaus Deutschland.

Diese Geschäftsmodell ist ja nun schon ein lohnendes, aber man kann davon ausgehen, dass die Wasserstoffproduktion nur dann angefahren werden würde, wenn der dabei erzielbare Garantiepreis noch höher als der für nicht gelieferten Windstrom ausfällt. Klingt nach einer verdammt teuren Zwangs-Gaseinspeisung.

Aber das ist ja nicht das einzige Standbein, welches man sich so vorstellt. Man setzt auch voll auf die nun endlich einsetzende Wasserstoffwirtschaft für Kraftfahrzeuge!
Gut, da forschen die Autokonzerne und die Mineralölwirtschaft nun auch schon seit etlichen Jahren dran rum, und haben bisher nur ein paar Prototypen und Stadtbusse auf die Straße gestellt. Da soll das Hybridkraftwerk jetzt also den Durchbruch ermöglichen?

Wir erinnern uns nochmal an die teure Herstellung per Wasserelektrolyse und an den Mindest-Garantiepreis ab dem es sich lohnt den ganzen Kram überhaupt in Betrieb zu nehmen. Wenn ich es noch recht in Erinnerung habe, dann wurde das Kilogramm Wasserstoff mit 11 Euro taxiert, denn hier kommt ja die teure Gasspeicherung, der man mit der Zwangsbeimischung ins Erdgasnetz aus dem Wege gehen wollte, wieder voll zum tragen. Das lohnt sich für den Privat-Kfz-Halter nun nicht wirklich, weshalb man ja hier den Fuhrpark des neuen Hauptstadtflughafens als Abnehmer im Visier hat. Als Monopolist kann der sich das leisten ... fürs grüne Gewissen und das Wohlwollen der politischen Klasse.

Aber was ist denn nun mit der großartig angekündigten Grundlastfähigkeit des Windstroms? Ich fragte direkt, ob man in Zukunft beim Hybridkraftwerk, wie bei einem herkömmlichen Stromversorger, eine definierte Leistung zu einem bestimmten Zeitpunkt abrufen könne. Eben wie bei einem Grundlastkraftwerk.

Augenaufschlag, Kopf wiegen ... naja, so - nein, leider nicht.

Also nicht einmal mit dem dritten Wasserstoffstandbein, der hypothetischen Beimischung ins Biogas eines zum Hybridkraftwerk gehörenden Blockheizkraftwerkes wäre eine wirkliche Grundlast zu gewährleisten. Alles nur eine Zusammenlegung von altbekannten, und zu Recht als unwirtschaftlich verworfenen Techniken. Die ebenfalls als möglich erwähnte zukünftige Gewinnung von Methan aus Wasserstoff, lasse ich mal lieber unkommentiert. Man lese nur ein paar Zeilen weiter oben, woraus Wasserstoff derzeit industriell gewonnen wird.

Die vollmundige Vorstellung wurde so zum absoluten Rohrkrepierer. Ein paar Leute mit Ahnung von der Materie konnten dem aufgeblasenen, grünen Wasserstoffballon mittels weniger Fragen sehr schnell die Luft rauslassen. Da war nix mehr, außer einer letzten Erklärung.

Na ja, man solle das doch nicht so kritisch vom heutigen Standpunkt aus bewerten. Natürlich ist das alles nicht eigentlich wirtschaftlich, aber man geht davon aus, dass die Energiepreise in Zukunft noch sehr stark ansteigen werden, und dann hätte man schon die erprobte Technik hier in Deutschland.

Zusammengefasst: Wir brauchen Förderungen (das Land Brandenburg seines ehemaligen Arbeitgebers Matthias Platzeck hat ja schon die Anlage bezuschusst), wir brauchen garantierte Abnahme zu unseren Preisen, wir brauchen fremde, schon bestehende Infrastruktur ... etc.
Und ansonsten hoffen wir einfach auf steigende Energiepreise, dann können wir auch profitabel arbeiten.

Also nix Neues unter der Sonne der "Erneuerbaren Energien". Auch keine grundlastfähige Windstromeinspeisung. Nur noch ein weiterer Subventionsjäger mit schönen neuen Prospekten.

Für Politik und Medien reicht das anscheinend. Mir nicht.


P.S. Wenn man sich den oben verlinkten Text des ZDF so ansieht - kann es sein, dass man bei den Öffi-Funkern auf dem Weg zur Einführung der "Einfachen Sprache" im Internet ist?

Samstag, 20. August 2011

Angriff der Öko-Vogonen

Die Klimapaniker-Zunft erfreut sich zwar immer noch ausgeprägter politischer Protektion, aber unter den Kollegen schwindet ihre Reputation nach meinem Eindruck doch langsam.
Das Publikum, sofern überhaupt daran interessiert, mäkelt seit langem schon an den Prognosen von Hansen, Schnellnhuber und Rahmstorf herum, oder ist wenigstens angefressen wegen der mannigfaltigen Belastungen für die Geldbeutel von Otto Normalverbraucher und Lischen Müller.
Lediglich diejenigen, die sich ausdrücklich nicht für eben jene Normalmenschen halten, bleiben beim Thema "Globale Erwärmung" noch hyperventilierend bei der Stange.

Wobei ... aus der befürchteten menschgemachten Erwärmung ist ja mittlerweile schon der menschgemachte Klimawandel geworden. So lässt sich alles eben einfacher erklären. Ob es warm wird oder kalt, ob es stürmt oder windstill ist, ob es regnet, schneit, hagelt oder trocken bleibt - ist das Wetter nicht wie im letzten Jahr, so ist das "Klimawandel". Menschgemacht selbstverständlich, klar.

Nun möchten unsere Regenten ja nicht, dass die Sahara ergrünt, Sibirien im Schlamm versinkt oder Tuvalu überflutet wird. Sie möchten nicht, dass Brandenburg zu Sandwüste wird, oder in Hamburg die gleichen klimatischen Verhältnisse wie im anscheinend ganzjährig unbewohnbaren Freiburg herrschen.
Na, und dann wären da noch die Verluste an tierischem Leben, die zu beklagen wären, und natürlich die 50 Millionen Klimaflüchtlinge, die eigentlich schon 2010 eingetroffen sein sollten.

Sagen wir mal so - die Klimapropheten haben eine Menge Visionen verbreitet, und die Politiker haben dies gern zum Anlass genommen um menschliches Tun großflächig zu beeinflussen, zu regeln, zu verbieten, oder wenigstens so richtig schön zu besteuern.

Glühlampen verbieten, Häuser in Styropor einpacken, CO2-Zertifikate für Holzpellets, Zufallsstrom für deutsche Michels und subventionierte Solarpanels für jeden Süddach-Eigner. Die Angst macht Schwachsinn durchsetzbar.

Nun ist es aber schon ein bissl unruhig geworden um die Prophezeiungen der Klimapriester von der Church of Global Warming.
Wir hatten Climategate und Himalayagate, wir hatten vier tote Eisbären, die auf das baldige Ertrinken aller Knuts und Flockes hindeuteten, obwohl es nichtmal von den vieren Fotos gab. Wir hatten Bodenmessstationen in mittlerweile urbanen Wärmeinseln, und nun strahlt die Erde auch noch mehr Wärme ab, als bisher angenommen.

Aber jetzt kommts. Wer meinte, dass irgendwann einmal wieder Vernunft in die Sache kommen würde, weil einfach zu viele Pfeiler der Treibhausgas-Theorie grundlegend morsch geworden sind, der sollte jetzt ganz stark sein.
Ab hier kann man sich von der Ratio komplett verabschieden, denn nun werden die Möglichkeiten surreal:

Wenn wir nicht mit unserem schändlichen Tun aufhören, und weiter Treibhausgase in die Erdatmosphäre pusten, dann könnten:
Öko-Aliens kommen und unsere Spezies vom Angesicht der Erde tilgen, um den Planeten zu retten.
Sagen Wissenschaftler. Schreibt der Guardian:
"Green" aliens might object to the environmental damage humans have caused on Earth and wipe us out to save the planet. "These scenarios give us reason to limit our growth and reduce our impact on global ecosystems. It would be particularly important for us to limit our emissions of greenhouse gases, since atmospheric composition can be observed from other planets," the authors write.
Ähm, ja. Okay. Da ist dann wohl nix mehr hinzuzufügen. Da müssen wir wirklich dringend handeln.
Ich hatte jahrelang geglaubt, dass die Men in Black eine Hollywood-Erfindung seien, und es sich bei Figuren wie Claudia Roth, Jürgen Trittin, oder Bärbel Höhn um ganz normale, wenn auch ein bisschen verdrehte Menschen handelt.

Vielleicht habe ich mich aber doch geirrt. Die mit Geheimwissen ausgestatteten MIB rapportieren der NASA und diese dem IPCC. Sie sehen Zusammenhänge, die unsereinem verschlossen bleiben, und versuchen uns lediglich vor Schlimmstem zu bewahren.
Die Vogonen sind grün! Und sie wollen keine galaktische Umgehungsstraße bauen, sondern aus der Erde einen Wildpark machen wenn wir nicht endlich einsichtig sind. Ganz sicher!


via: Propagandafront

Samstag, 13. August 2011

Löcher reißen ist nicht schwer...

Löcher stopfen aber sehr.

Au Mann, jetzt muss Deutschland schon um Strom-Nothilfe ersuchen. Nicht dass ein Tsunami wichtige Kraftwerksstandorte in Germany überspült hätte, oder wir sonstwie unverschuldet in den Elektroenergie-Notstand geschliddert wären ... nein, wir haben uns selbst und sehenden Auges in ein schwarzes Stromloch verwandelt.

Erstmal wird Österreich gefragt, ob man uns denn aushelfen könnte. So im Fall der Fälle. Also wenn es in Süddeutschland eng wird mit der Stromversorgung, ... im Winter, wenn es kalt wird und der Verbrauch hochschnippt. Ich hatte ja schonmal irgendwo erwähnt, warum unangenehmerweise gerade Deutschlands Süden mit fossilen Grundlast-Kraftwerken nicht gerade überversorgt ist (Logistikproblem der Brennstoffversorgung), und daher muss man nun etwas anderes finden, wenn man dort die Kernkraftwerke außer Betrieb nimmt.

Also, Rettungsanker Österreich. Dumm nur, dass die im Winter selbst traditionell zum Stromimporteur werden und deshalb Bedenken äußern:
Das Nachbarland könnte der Anfrage laut „Kurier“ nur nachkommen, wenn es auf stillliegende Kapazitäten bei Gaskraftwerken zurückgreift. Dies würde dann aber durch einen höheren CO2-Ausstoß die Klimabilanz Österreichs verschlechtern.
Der letzte Satz hierbei ist das absolute Sahnehäubchen. Statt zu sagen, ja ihr Deutschen - wir können liefern, indem wir teure Reserven aktivieren, und dafür könnt ihr dann richtig blechen, kommt der Verweis auf die "Klimabilanz" der Alpenrepublik.
Muhaha ... die einen schalten aus ideologischen Gründen ihr Grundlast weg, und die anderen möchten dafür nur ungern geradestehen, weil ihnen dadurch ihre wiederum ideologische Klimabilanz versaut würde.

Nuja, irgendwie wird es schon schiefgehen. Auf eventuell einen süddeutschen Reaktor in kalter Reserve würde ich da zwar nicht unbedingt setzen, weil so ein Teil bestimmt etliche Stunden (wenn nicht gar Tage) zum Hochfahren braucht, aber es gibt ja noch Tschechien und Polen. Ist bestimmt nur eine Frage des angemessenen Preises und der Grenzkuppelstellenkapazität.

Wer trotzdem nicht auf das Glück vertraut, kann sich hier ja mal informieren, wie man in einer früheren staatlichen Energieplanwirtschaft mit dem Mangel umgegangen ist. Das könnte durchaus wieder interessant werden - wenn es Winter wird südlich des Mains.

Deppenrepublik.

Freitag, 12. August 2011

Kultur und Medien auf tugendhaftem Ökopfad

"Die Stadt als Steckdose" titelt der Tagesspiegel und stellt ein Projekt vor, in welchem der Fahrtwind von U-Bahnen als Energiequelle genutzt wird. Wieder einmal sind es Künstler, die "Bewusstsein" erzeugen wollen, und wieder sind es Journalisten, die darob ganz entzückt sind. (im Artikel selbst übertreibt man es nicht so sehr, aber der Radiomoderator, der gerade darüber berichtete war schwerstens enthusiasmiert)

Ach, was könnte man doch nicht alles Grandioses anstellen um (zum wiederholten Male) irgendwelche x Kraftwerke überflüssig zu machen, mag der Utopist da denken. Man muss es nur wollen, nur Ideen haben, und diese Ideen konsequent umsetzen. Wenn es die blöden Kapitalisten nicht tun, dann muss halt die künstlerische Avantgarde beweisen, dass eine bessere Welt möglich ist.

Ganz ehrlich, ich finde solche Installationen eigentlich prima. Ob die da nun mit U-Bahn Fahrtwind ein paar Windräder antreiben, oder ob ein Supermarkt seine Ladenkassen mittels kinetischer Straßenplatten mit Strom versorgt - die Ideen sind zunächst mal interessant. Auch die Möglichkeit sein Handy mittels abgezapfter Lichtenergie von Leuchtreklamen aufzuladen finde ich originell. Das Künstlerduo bastelt ja verschiedene Arten von "Harvestern" um an städtischen "Energielecks" ein bissl Strom zu gewinnen, was ich lustig, cool oder spannend finde.
Okay, Nutzen und Aufwand stehen in keinem vertretbaren Verhältnis zueinander, aber dafür ist es ja auch Kunst. Eben kein wirtschaftlich nutzbares Konzept.

Was mich dabei aber immer wieder nervt, ist die blühende Phantasie der berichtenden Medienmenschen. Da wird dann halt die Stadt zur Steckdose und der hochgradig erregte Vertreter der labernden Zunft rechnet irgendwelche Mini-Stromausbeute auf alle ihm bekannten "Energielecks" hoch. Was man da nicht alles machen könnte!

Ich weiß nicht, ob die ersten Solartaschenrechner und -armbanduhren eine ebenso große Verzückung hervorgerufen haben und ob damals auch die weltweite Energieeinsparung in abschaltbare Kernkraftwerke umgerechnet wurde, aber heutzutage befindet sich die Journalistenschar im permanenten Ökotopia-Wahn. Die derzeit grüne Epoche weist dabei durchaus Ähnlichkeiten mit dem vergangenen roten Zeitalter auf.
So wie die sozialistische Kunst den neuen Menschen und das rot-goldene Zeitalter pries und die fortschrittlichen Journalisten begeistert darüber berichteten, haben wir heute halt das Gleiche in Grün.

Es ist aber nicht nur der ideologische Aspekt bei der Sache, der mir so auf den Zünder geht. Es ist auch die praktische Seite die bei der Berichterstattung ständig unter die Räder kommt. Natürlich schiebt eine U-Bahn einen Schwall Luft durch den Tunnel, welcher dann als Fahrtwind auf dem Bahnhof spürbar ist. Aber wenn man diese Luftbewegung konsequent ausnutzen will und die Energie daraus "ernten" möchte, ist es letztlich die U-Bahn selbst, die diese Energie erst einmal zusätzlich ins System eintragen muss. Die künstlerischen Propeller für die Bahnhofsbeschallung werden sozusagen indirekt aus dem Bahn-Stromnetz gespeist.

Mein Vorschlag für energiesparwütige Journalisten wäre nicht ganz so sexy, würde aber wirklich was bringen. Wenn ihr in Zukunft ganz auf gekühlte Getränke verzichtet, und jeden Liter Wasser, den ihr heiß machen wollt vorher auf eure eigene Körpertemperatur bringt, dann habt ihr da etliche Kilojoule an Energie gespart. Ganz wirklich, und kaum mit Aufwand verbunden.

Freitag, 1. Juli 2011

Grün schafft Jobs

Renate Künast will 100 000 neue Arbeitsplätze schaffen. Und selbstverständlich sollen diese ausschließlich "grün" sein.
Dass Wahlkämpfer gern neue Jobs versprechen ist ja 'ne ganz alte Masche. Einige tun das allgemein, andere umgehen den versprochenen Arbeitsplatz auch gleich mit der Aussicht auf ein bedingungsloses Grundeinkommen. Bei unseren Grünsozialisten wird dagegen vorab schon mal festgelegt was das für Jobs sein sollen.
Mit der konsequenten Förderung umweltfreundlicher und ressourcenarmer Industriezweige (green economy), dem Ausbau erneuerbarer Energien und energiesparender Produktion wollen die Grünen bis 2016 rund 100 000 neue Arbeitsplätze schaffen.
Okay, soweit so bekannt - Hohlphrasen und das Versprechen  auf Förderung. Wobei Förderung im Sinne von Hindernisbeseitigung ja eine prima Sache ist. Allerdings im allgemeinen nicht so sehr die Sache der Grünen. Dort geht man ja gemeinhin den Weg, die Schranken für alles was nicht der eigenen Ideologie entspricht so weit zu erhöhen, dass die eigenen Hätschelkinder irgendwann drunter durchschlüpfen können.
Das hat meist den Nachteil, dass irgendetwas gepusht wird was bisher niemand brauchte, indem man das schon Bestehende soweit verteuert bis dort Jobs verlustig gehen. Damit kann man aber schlecht Werbung machen. Insofern ist es schade, dass Berlin kein Kernkraftwerk hat, sonst würde auch die Aussicht auf Arbeitsplatzabbau für Grüne propagierbar.

Gut, was hat Frau Künast denn nun genau vor?
Die Grünen wollen vor allem sechs Zukunftsbranchen fördern und ausbauen, in denen die neuen 100 000 Arbeitsplätze entstehen sollen: In der Gesundheitswirtschaft könnten 20 000, in der Kreativwirtschaft 10 000, in der Umwelttechnologie 20 000, in der Gebäudesanierung 25 000, im Tourismus 15 000 und in der Elektromobilität 10 000 Stück geschaffen werden, sagte Künast.
2008 waren ca. 351.800 Personen, und damit 15,3% aller Erwerbstätigen in Berlin-Brandenburg im Gesundheitssektor tätig. Die letzte Zahl von 2004 nur für Berlin war 180.000 (jeder achte). Jetzt stellt sich die Frage ob Berlin nun unbedingt 20000 neue Gesundheits-Werktätige braucht? Welche sollen das sein, und wie will Frau Künast diese Jobs fördern?
Mehr Kranke produzieren wird sie nicht wollen, mehr Geld kann sie nicht anbieten, der Bedarf wird wohl auch gedeckt sein ... und vor allem, welche Medizinjobs sind grün und ressourcenarm?

Heilpraktiker? Schamanen? Homöopathen und Geistheiler? Röntgenärzte werden es ja nicht sein, wegen der Strahlung und so.

Nuja, 10000 Kreative mehr braucht Berlin also auch. Dabei dachte ich bisher, dass es nun gerade in der Hauptstadt nicht an Lebenskünstlern mangelt. Oder denkt Frau Künast eventuell an eine Armada von Diplom-Puppenspielern, oder ein Bundescasting für die Expansion der Berliner Musikkultur? Noch mehr Philharmoniker und Theaterintendanten kämen ja wohl zu teuer. Außerdem fliegen die dauernd klimaschädlich in der Weltgeschichte rum.

Aber 20000 neue Umwelttechnologen ... das wird einfach. Dazu muss die künftige Regentschaft lediglich jede Menge absurde Verordnungen und Gesetze verabschieden und schon gibt es Arbeit genug für zusätzliche Umweltberater und Handwerker, die die Stadt dann entsprechend baulich anpassen können.
Genauso funktioniert es mit den 25000 Gebäudesanierern. Man muss nur ersteinmal per Gesetz einen Markt schaffen, und schon sind die Immobilienbesitzer gezwungen die Sanierungsfirmen zu beschäftigen. Für die städtischen Bauten gibt es ja noch den Anleihemarkt und den Länderfinanzausgleich.

15000 Tourismusirgendwasse? Das kenne ich aus Brandenburg. Wenn irgendwo partout keiner in was Produktives investieren möchte, dann setzt man voll auf die Tourismuskarte. Fremdenverkehr geht angeblich immer. Wobei Berlin da nicht mal ein größeres Problem haben dürfte, wenn nicht die Bewohner die Touris lieber weg haben wollten. Außerdem ist der Flughafenausbau (der ja auch mal eine Menge Jobs bringen sollte) bei den Anwohnern nicht besonders gut gelitten.
Tourismusjobs also ja, aber möglichst ohne ruhestörenden Touristen. Na, Renatchen wirds schon richten.

Auf die 10000 Elektromobilitätsbeschäftigten bin ich aber schon sehr gespannt. Bisher gibt es die noch nicht mal dort wo man tatsächlich Autos baut, und Berlin ist bis jetzt auch nicht gerade als Industriemagnet aufgefallen ... also wo sollen die E-Mobilitäts Arbeitsplätze denn da nun entstehen? Planen die Grünen etwa eine verbrennungsmotorfreie Umweltzone in den Grenzen des ehemaligen antifaschistischen Schutzwalls? Einen riesigen solarbetriebenen Autoscooter? Oder sollen Fahrräder mit Hilfsmotor zu Rikschas umgebaut werden und 10000 Berliner sollen Personentransport-Ich AGs gründen?

Ach egal. Mein Aufruf an alle Haupstädter lautet jedenfalls "Grün wählen!". Alles wird gut. Versprochen.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Strickt euch doch Pullover

Achtung Schmankerl:

Heizen soll teurer werden, vermeldet die heutige FTD.
Die Bundesregierung will nämlich CO2-Zertifikate für alle Brennstoffe einführen. Händler von Heizöl, Gas und Pellets sollen demnach Emissionsrechte kaufen - den höheren Preis zahlen wohl letztlich ihre Kunden.
Jawoll! Der "gute Zweck" heiligt alle Mittel. Natürlich will man uns damit nur zum Reduzieren unseres CO2-Ausstoßes animieren, so ein bissl anstupsen, damit wir bloß nicht nachlässig werden bei der Rettung der Welt.
Wer nicht frieren will muss zahlen. Nicht nur für den Brennstoff an sich, sondern halt auch fürs Weltklima. Wieso die da allerdings die guten, nachwachsenden Pellets auch gleich mit einbeziehen, verstehe ich nicht so richtig, es ist aber auch egal.

Zahlen heißt es! Drücke ab an den Vater Staat! Du kannst aber deine Brennstoffsteuer geringer halten. Hängt ganz von dir selbst ab. Du musst es ja nicht so warm haben, oder?
Na, du kannst natürlich deine Bude auch komplett in Styropor verpacken, ein schickes Abluft-Wärmerückführsystem installieren und allen Trallalla. Es gibt da schon Lösungen, da hat das Handwerk einiges in petto.

Na klar kommt das ein bissl teuer ... was nix kost' is auch nix wert, ne? Papa Staat fördert dich dann aber auch ein wenig, und den Kredit hast du bestimmt in 10 Jahren zurückgezahlt. Ist doch besser so, als dauernd diese Zertifikate kaufen zu müssen. Das macht doch auch keine Freude. Schließlich ...
wird [das] eine Lösung, die jahrzehntelang Bestand haben wird", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter der FTD.
Wo wir schon mal bei dezentralem Hausbrand sind ... ihr habt doch auch einen Kamin, nicht wahr? Also auf jeden Fall ein Rohr auf dem Dach, aus dem ihr Abgase emittiert. Das kontrolliert doch der amtlich bestellte Schornsteinfeger jedes Jahr für einen geringen Obolus.

Habt ihr da eigentlich schon einen Katalysator drin? Einen Rußpartikelfilter, oder einen Feinstaubabscheider? Denkt mal darüber nach, sowas könnte auch mal wichtig werden. Und wenn dann auf einmal alle sowas unbedingt haben wollen ... also wie der Markt dann auf die gestiegene Nachfrage reagiert, das weiß man ja nicht. Es könnte teuer werden.

Ach so, CO2-Zertifikate für Heizöl und Gas.... Ähm, Diesel ist doch auch Heizöl, und Autogas und Erdgas für Fahrzeuge, also die kann man ja nun nicht besser stellen als Hausbeheizungen. Also da muss schon Gleichberechtigung herrschen, da führt kein Weg dran vorbei.
Beim Erdgas ist es ja auch wurscht, dass das vor allem aus dem "klimaschädlichen" Methan besteht, welches man dort "klimafreundlich" verbrennt. Na, und das Ding mit den Holzpellets hatten wir ja schon.

Einfache Gleichung: Du verbrennst was, also zahlst du dafür. Für die Rente, für den Frieden, für die Umwelt, für das Weltklima. Ein bissl natürlich auch für die Staatskasse, aber das nur am Rande. Also hab dich nicht so! Du willst es warm, du willst mobil sein? Dann ist es doch deine Schuld, wenn's dich teuer kommt. Du kannst dir ja auch einen selbstgestrickten Pullover anziehen und mit dem Hintern zu Hause bleiben. Such dir einfach eine Heimarbeit die dich warm hält, und keine Energie verbraucht. Stricken zum Beispiel. Das könnte ein zukunftsträchtiger Markt werden.
Oder du könntest aus Steinwolle-Dämm-Matten Winter-Überzieher für Einfamilienhäuser herstellen. Das wäre doch auch was.

Oh, und dann kam da noch so ein Vorschlag auf. Also, hehe, naja ... das ist ja eigentlich schon so ein bissl Zukunftsmusik, aber dennoch interessant. Ja, also wir haben da ja diese Solardächer gefördert. Haben wir gemacht. Wegen der Umwelt und dem Weltklima und so. Naja, also jedenfalls haben wir dafür gesorgt, dass man damit richtig gut Geld verdienen kann.

Keine Angst, da wird nichts dran geändert. Versprochen ist versprochen, Pacta sunt servanda, ne? Hey, auf uns ist doch Verlass!
Aber da wäre noch eine Sache. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass die Dinger den Hummelflug stören, und Zugvögel eventuell durch Lichtreflexionen in die Irre leiten könnten. Naja, also da muss man schon Maßnahmen ergreifen, für die Umwelt und die Natur und so. Und Forschungen müssen da betrieben werden, au weiohwei.

Jedenfalls kostet das alles ja auch Geld. Und da muss der Staat schon ein bissl steuernd eingreifen, das verstehst du doch, oder? Wie wäre es denn mit einer Dachflächen-Nutzungsgebühr nach Quadratmetern verspiegelter PV-Fläche? Das hätte auch den Vorteil, dass der Eigentümer seine Gebührenlast ja auch vermindern kann, indem er Solarpanels mit höherem Wirkungsgrad verbaut.

Das wäre überhaupt auch ganz toll für die deutsche Wirtschaft, die dadurch Anreize bekäme bessere PV-Anlagen zu erfinden. Und die kleinen Handwerksbetriebe hätten dadurch auch wieder volle Auftragsbücher, und die Konjunktur zieht an, und das BIP steigt, und wir können mehr gegen den Hunger in der Welt tun, und für die Integration von Mitbürgern mit Migrationshintergrund, und für bessere Bildung sorgen und und und ...

Das ist doch toll, oder? Da gewinnen wir doch alle. Und die Umwelt freut sich, und unsere Kinder werden mal eine bessere Welt erben.

Auf geht's Michel! Du bist Deutschland!

Dienstag, 21. Juni 2011

Ich hatte es geahnt...

Irgendwann musste es ja kommen. Meine beiden aktuellen "Lieblingsthemen" mussten einfach früher oder später  zueinander finden. Spiegel online fasst es heute so zusammen:
Öko-Vorstoß des deutschen Finanzministers: Nach Ansicht von Wolfgang Schäuble könnten die Griechen ihre Wirtschaft wieder flott bekommen, wenn sie große Mengen Solarstrom in die Bundesrepublik exportieren würden.
Wirklich, ich hatte es geahnt, denn an was denkt man denn so zuerst, wenn man spontan etwas mit Griechenland, Spanien, oder Portugal assoziieren soll? Richtig, - Sonne.
Und bei welchem Thema schaukeln sich derzeit unsere Regierenden und ihre Titularopponenten gegenseitig so richtig  hoch? Richtig, beim Aufbau von Energie-Utopia.


Dieser obige Vorschlag, oder vielmehr Schäubles "Ansicht" ist so doof, dass es schmerzt. Nicht, dass ich davon ausginge, dass der Murks wirklich echt geprüft werden würde, aber allein die Tatsache dass sowas einfach mal locker, flockig aus der Hüfte geschossen wird, zeigt doch, dass die Regenten komplett die Bodenhaftung verloren haben, und nur noch in eingeübten Stanzen denken.


Man muss sich die Geschichten dieser "politischen Handlungsfelder" einmal in Häppchen vor Augen führen.
Da haben wir erstmal ein weltweites Papiergeld-Schneeballsystem aus Geldschöpfung und Staatsschulden. Nicht nur in Europa, sondern auch in USA und anderswo verschulden sich Staaten jedes Jahr mehr, und so langsam kommt die Sache in die kritische Phase. Das heißt, der Berg aus Krediten und Geldmenge ist eigentlich nicht mehr kontrolliert abzubauen. Jede Störung an einem größeren Steinchen dieses riesigen Buchgeldgebildes kann mittlerweile zu einem gewaltigen Lawinenabgang führen. Die Angst davor zwingt nun die Politik dazu, mit immer mehr Geldmörtel an entstehenden Rissen herumzuspachteln, wodurch die bedrohliche Masse nur noch größer wird.

So haben es die Politiker zwar nicht gewollt, aber inkauf genommen. So lange es gut ging konnte man damit prima Politik machen. Sie konnten subventionieren, "steuern", Wahlkampfgeschenke machen und die Wirtschaft stützen und lenken.

Als die finanzielle Situation noch nicht so kritisch war wie derzeit, kamen wiederum Politiker auf die glorreiche Idee, dass man ja diverse europäische Nationalstaaten in eine Union führen und über viele davon auch noch eine gemeinsame Währung stülpen könnte - den Euro.
Das war fein, alles sollte besser werden, harmonischer, friedlicher und einfacher. Die Schwachen sollten sich einfach an die Starken dranhängen, deren Rezepte übernehmen, und am gemeinsamen Binnenmarkt partizipieren. Ganz toll gedacht, leider völlig vermurkst. Schuld am heutigen Desaster haben wiederum (und wer auch sonst) die strategisch so toll planenden Politiker.


Die einen wähnten sich als unfehlbare historische Staatsgrößen, die anderen nahmen sich einfach zuviel von dem, was so billig angeboten wurde. Tja, jetzt sind drei Staaten faktisch pleite, und einige stehen kurz davor. (Wer mag, kann sich ja auch mal diese Zahlen angucken, um zu sehen wie es dem angeblich starken Deutschland geht)

Was nun aber tun mit Griechenland? Dem siechsten Patienten im europäischen Krankenzimmer? Gerettet wird seit über einem Jahr, und das Ergebnis ist niederschmetternd. Milliarden wurden versenkt und als Sicherheiten versprochen. Die EZB und diverse staatliche Kreditinstitute haben sich bis zum Erbrechen mit griechischen Staatsanleihen vollgesaugt, so dass ein Schuldenschnitt diese auch in den Orkus spülen würde.

Von selbst kommen die Griechen da nicht mehr raus. Die einen (die Schwachen) können nicht mehr, die anderen (die Starken) wollen nicht mehr sparen. Warum auch? Sie wissen, dass die EU-Politiker GR nicht einfach fallen lassen können, ohne selbst umgerissen zu werden. Ein hässliches Spiel für alle Beteiligten.

Um so etwas in Zukunft ausschließen können, geht die Politik nun eurorettungsmäßig sogar irgendwie total aufs Ganze, und will einfach alles reinkippen, in dieses Fass ohne Boden. Ganz toll:
Die Finanzminister der Euro-Zone haben am Montag einen dauerhaften Rettungsschirm für Pleitestaaten (ESM) in Höhe von 750 Milliarden Euro beschlossen, der ab 2013 gelten soll. (...)Die Gemeinschaft haftet für die Fehler und die Schuldenberge eines Mitgliedslandes. Entscheidend ist dabei: Der europäische Dauerrettungstopf für Schuldensünder ist in Wahrheit ein unlimitierter Transfermechanismus – wenn er funktionieren soll, muss immerzu Geld nachgeschossen werden, sobald es nötig wird. Die „Interventionsspirale“ (Ludwig von Mises) dreht sich damit endlos weiter.
Aber Griechenland? Das nur noch künstlich am Leben erhaltene Hellas? Da hat Schäuble erstmal was anderes in petto. Frei nach Marie Antoinette meint er, wenn sie kein Brot hätten, sollen sie doch Kuchen essen.
Es ist doch so einfach. GR hat kein Geld, aber Sonne. Deutschland hätte gern etwas für sein Geld wieder, ist aber nicht unbedingt spitz auf griechische Exportartikel oder irgendwelches griechisches Staatsvermögen.


Also soll GR irgendetwas herstellen was wir angeblich dringend brachen (also was die Politiker denken, das wir brauchen), und sich damit schuldenfrei machen. Für deutsche Politiker logisch - irgendwas mit Sonne. Davon haben sie ja genug, die Griechen.


E-Mobile made in Greece? Lol! Biodiesel aus EU-subventioniertem Olivenöl? Das ist sogar Schäuble zu abwegig. Aber Solarstrom? Na klar. Das klappt hier ja auch total super. Der Oberstudienrat aus Freiburg beliefert mit seinem PV-Dach ja auch den Ökostrom-Abnehmer aus Berlin. Eine Seite rin in die Leitung, andere Seite raus aus der Dose. Ganz einfach in Politikerlogik.


Jetzt stellen sich nur einige Fragen: Bei uns muss PV hoch subventioniert werden, und ein funktionierendes Backup-Netz haben. Aber wir haben ja auch wenig Sonnenstunden.
Die Griechen haben nun derer eindeutig mehr, aber warum sind die noch nicht selbst auf die Idee gekommen? Da könnten sie doch enorm an Kohle, Öl und Gas sparen? 


Vielleicht, weil sie sich solche Utopia-Sperenzchen nicht leisten können und wollen, Herr Schäuble? Aber wir können das, ja?
Okay, also wer soll diese Solarkraftwerke denn bauen, und mit welchem Geld? Wer zieht die Leitungen nach Deutschland, oder wie soll die Tagsüber-Dosis Griechenstrom hier her kommen? Müssen zwingend deutsche Solarmodule verbaut werden, oder dürfen die dann auch preiswertere aus China importieren? Wird das "Geschäft" mit Hermes-Bürgschaften in Fantastilliardenhöhe abgesichert? Gehen Freileitungen, oder müssen es Erdkabel sein?
Last, but not least: Sollen DIE HIER uns dann mit dem tollen Solarstrom beschicken???
Sie können den Griechen das Licht abdrehen - und tun es auch: die Angestellten des halbstaatlichen Stromversorgers, dessen Namenskürzel jeder in Hellas kennt -DEI. Die Bürger sollten zwischen 12 und 15 Uhr in Athen lieber keine Aufzüge benutzen, auf den Inseln Kreta und Rhodos müssten sie sich auch am Abend auf Stromausfall einstellen, und Kranke, die auf Elektrogeräte angewiesen seien, sollten lieber gleich eine Klinik aufsuchen. So lauten die aktuellen Anweisungen der DEI-Gewerkschafter, die in der Vergangenheit immer wieder bewiesen haben, dass sie ihre Blackout-Drohungen auch wahr machen.
Also manchmal habe ich das Gefühl, dass die Weltpolitiker und Superökonomen in der Berliner Regierungszentrale nur noch mit Legosteinchen im Strategie-Sandkasten rumspielen. Viele Steinchen scheinen sie dabei auch nicht zu mehr zu haben. Verbaut werden kann nur noch, was sich so ein konditioniertes Politikerhirn vorstellen kann. Milliarden nicht vorhandenen Geldes "rettend" in Euro-Phantasien reinstecken wollen, oder in komplett bescheuerten Energie-Utopien schwelgen ... oder halt, der Einfachheit halber, gleich beides zusammen.


Womit haben wir euch Pappnasen nur verdient?

Samstag, 28. Mai 2011

Gefährliche Einflüsterer

Und wenn man mal nicht weiterweiß, dann gründet man 'nen Arbeitskreis. Dieses Motto kennt jeder, der sich ab und zu mal in der Hierarchieebene der Entscheider rumtreibt. Es ist ja auch nicht so ganz einfach eine endgültige Wahl zu treffen, wenn die Materie hochkomplex und die Konsequenzen weitreichend sind.

Das Prinzip dabei ist einfach. Der letztendliche Befehlsgeber delegiert die Entscheidungsfindung an ein Rudel Subalterne, die verschiedene Wege beleuchten und sich den Kopf darüber zerbrechen, welcher denn nun der richtige ist, während der Chef das Ergebnis entgegennimmt, dem ganzen vielleicht noch seinen Stempel aufdrückt, um es dann mit bestem Gewissen zu exekutieren.

Dabei gewinnen beide Seiten, während sie sich trotzdem ein Stück weit aus der Verantwortung stehlen können. Die "Experten" arbeiten ja nur zu und entscheiden nicht, während der Auftraggeber sich im Nachhinein auf das Expertenurteil berufen kann.

Früher war das bei Herrschern zumindest ein bisschen anders. Die damaligen Regenten hatten auch durchaus ihre Berater, manche als "graue Eminenz" im Hintergrund agierend, aber doch mächtig und gefürchtet. Kardinal Mazarin war mächtig unter Ludwig XIV, Michail Suslow lange Zeit die graue Eminenz des Kreml, sogar Karl der Große hatte seinen Einhard.
Beratung ja, aber im engsten und vertrauten Kreis. Nicht wie heutzutage, wo wir eine geradezu groteske Beraterinflation beobachten.

Unsere derzeitige Regentin hat sich ja nun auch mit jeder Menge Kasperkopfgremien umgeben, die ihr "den Weg" zeigen sollen. Nicht dort wo es nötig wäre, wie z.B. gerade beim akuten europäischen Staatsschuldendesaster, aber dafür umso mehr bei der Umwandlung des Industriestandortes Deutschland in ein ökologisch korrektes Armenhaus.

Wir haben da den Sachverständigenrat für Umweltfragen, der schon seit 1971 besteht, und vielleicht irgendwann sogar mal eine Existenzberechtigung hatte. Momentan beschäftigt er sich mit dem ökokorrekten Umbau der Energieversorgung.
Ferner gibt es noch einen Rat für Nachhaltige Entwicklung, der die Bundesregierung beraten soll. Wobei? Man ahnt es.
Außerdem haben wir seit kurzem auch eine Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung, der es nicht um die Sicherung unseres Strombedarfs, sondern um die Ausschließung gefühlter Risiken dabei geht (vulgo: Atomkraft nein danke). Lustig bei dieser Kommission ist ja, dass ausgerechnet der einzige Wirtschaftsmann in diesem Gremium der CEO von BASF ist, bei dem wohl zuerst die Lichter ausgehen werden. Zitat Welt:
"Seit Beginn des Atommoratoriums könne die Versorgung des deutschen Südwestens fast nur noch durch die großen Kohlekraftwerke im Raum Köln gesichert werden, heißt es dort. Falls es zu unvorhersehbaren Problemen mit den Stromtrassen komme oder rheinische Kraftwerke etwa wegen eines Kesselschadens ausfielen, müssten große industrielle Stromverbraucher im Rhein-Main-Gebiet voraussichtlich vom Netz getrennt werden. 
Sogenannte Lastabwurfpläne dafür gibt es bereits: Die BASF in Ludwigshafen, größter Chemiestandort Europas, müsste dann zuerst die besonders energiehungrigen Anlagen zur Chlor-Elektrolyse abstellen. Stabilisiert dies das öffentliche Stromnetz immer noch nicht, müssten schrittweise weitere BASF-Bereiche Feierabend machen."
Als Investor würde ich hierzulande langsam die Notbremse ziehen. Da könnte man ja gleich in China produzieren, wo wenigstens die Löhne noch geringer sind. Zitat FAZ:
Der Werksleiter macht die Bedeutung der Stromsperren mit einem einfachen Vergleich deutlich: „Sie erwarten hohen Besuch zum Abendessen. Während Sie kochen, schaltet jemand plötzlich den Herd ab.“ Dann könne man zwar improvisieren. „Aber Knäckebrot bei Kerzenschein ist nicht jedermanns Sache.“ Ein Betrieb wie der seine dürfe sich keine Lieferengpässe oder Abstriche an der Qualität erlauben, sagt der Ausländer. Außerdem trieben die Stromausfälle die Kosten in die Höhe. „Die Blackouts in China sind ein echter Wettbewerbsnachteil.“
Den größten Vogel schießt allerdings der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltfragen ab. Bei diesem geht es nicht mehr darum, ob in Klein-Kleckersdorf oder in den 357.111,91 km² merkelschen Hoheitsgebiets noch etwas gebaut oder betrieben werden darf, was nicht ausdrücklich von allen beteiligten Räten und Kommissionen als unbedenklich eingestuft wird - nö, hier wird gleich das ganz große Rad gedreht.

Unterhalb von "global", "umfassend", "fundamental" und "tiefgreifend" geht da garnix. Ein Strukturwandel zur "Großen Transformation" hin zu einer "Nachhaltigen Gesellschaft" soll es sein. Von einer "Dekarbonisierung" der Weltwirtschaft ist da die Rede, und das auch noch zuzüglich der Abschaffung der Kernenergie.
Man muss sich dazu vor Augen führen, dass bisher allein Deutschland sich den Luxus leistet, eine Stör-Infrastruktur von Zufallsenergieerzeugern auch noch großzügig zu subventionieren. Im Rest der Welt (wie auch hier im Übrigen) ist man weitgehend von der Kohlenstoffverwertung abhängig und ersetzt diese teilweise durch Nuklearenergie.

Ich will jetzt gar nicht so sehr auf Arten von Kraftwerken und Stromversorgung rumreiten, also sprechen wir mal ganz allgemein von Energie. Ohne Energie fährt kein LKW, kein Traktor, kein Schiff und auch keine Bahn, wirtschaftliche Produktion ist unmöglich, Kommunikation wie wir sie kennen undenkbar.
 
Dies fußt nun alles weitgehend auf Kohle, Öl, Gas und Uran, und diese Energieträger wollen Merkels Einflüsterer nun abschaffen.

(Ja ich weiß, in Brasilien fahren sie Auto mit Zuckerrohr-Ethanol, auf Island nutzt man prächtig die reich vorhandene Geothermie, und große Staudämme schaffen auch einen enormen Energieoutput (so sie denn genug Wasser gespeichert haben). Aber im Großen und Ganzen ist die Welt nun mal strukturell karbonisiert.)

Man könnte diese Truppe unter ihrem Chef Hans Joachim Schellnhuber nun für eine Art harmlose Spinner oder Ökoträumer halten, aber ihre Position als offizielle Berater Angela Merkels macht sie zu gefährlichen Einflüsterern.

Die Kanzlerin hätte schon vor einigen Jahren aufhorchen müssen, als Schellnhubers Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sieben Thesen zum Klimawandel aufstellte und dabei eine "Kulturrevolution" forderte. Erst als die Blogosphäre dies öffentlich machte, änderte man den Begriff klammheimlich in "Große Transformation" um. Gemeint blieb das gleiche. Ein Großer Sprung nach vorn, nur diesmal in Richtung Öko-Steinzeit.

Merkel tat nichts, sie ließ ihren obersten "Klimaberater" weiter gewähren. Ich weiß nicht, was ausgerechnet Schellnhuber, einen explizit linken 68-er Chaosforscher dazu qualifiziert den klimapolitischen Chefideologen einer "bürgerlichen" Bundeskanzlerin zu geben (sie konservativ zu nennen wäre ein Witz), aber irgendetwas scheint sie an ihrer grauen Eminenz zu finden.


Im April dieses Jahres veröffentlichte der WBGU nun einen "Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation" (hier die Zusammenfassung), in welchem die ganzen menschenverachtenden Visionen Schellnhubers und seiner Adlaten schwarz auf weiß zu lesen sind.

Ich habe es zu lesen versucht, aber mich packte sehr schnell ein Würgereflex bei all diesem totalitären Umwälzungsdenken. Da ist von einem "fossilen industriellen Metabolismus" die Rede, den es zu beenden gilt, von einem "starken, planenden Staat" der die Umkehr steuern, und den Widerstand unwilliger Interessensgruppen überwinden soll, überhaupt von der Abkehr der Freiheit des Individuums hin zu einer kollektivistischen Gesellschaft, in der alles dem "Klimaziel" untergeordnet wird.

Warum? Na, weil es das Beste für die nachfolgenden Generationen ist. Das weiß Schnellnhubers Ökojakobinertruppe aber ganz genau.
Im Klartext: Wir sollen uns Einschränken, Verzicht üben, uns zurückentwickeln, damit irgendwelche Zukunftsmenschen eine - wie der WBGU ganz genau weiß - bessere Zukunft haben.
Wir heutigen Menschen haben sozusagen eine kranke Gesellschaft geformt, die Schellnhuber und Genossen mittels starkem Staatseingriff wieder heilen wollen. Und Heilung bedeutet dabei natürlich auch Schmerzen auszuhalten. Da müssen wir halt durch, das macht den Volkskörper gesund.

Ehrlich, ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen könnte. Diese steuerfinanzierten Irren gehören in eine geschlossene Anstalt, aber nicht in die Nähe der Macht.

Und, gibt es einen Aufschrei in den Medien? Immerhin wandelt da ein regierungsnahes Gremium auf den Pfaden totalitärer Weltverbesserer, die schon ein paar Millionen Tote auf dem Gewissen haben. Aber ... nix. Naja, jedenfalls fast nix.

Hier bekommt Fritz Vahrenholt (SPD) die Möglichkeit, seine Meinung zur drohenden Öko-Diktatur abzugeben. Er sagt dabei schon viel Richtiges, aber er geht dabei nicht weit genug. Die Arbeit dieses Beratergremiums stellt den Überbau für den Weg in eine Diktatur dar. Sie ist also dazu angetan, die freiheitlich demokratische Grundordnung zu zerstören, oder sehe ich das falsch?

Meines Erachtens nach gehört diese Vereinigung wegen Verfassungsfeindlichkeit verboten und nicht auf den Schoß der Kanzlerin. Es ist geradezu widerlich, dass solche "Experten" auch noch an den Trögen des Staates gemästet werden.

Einer der Zukunftsberater hatte an dieser Stelle schon die Möglichkeit zur Erklärung erhalten. Claus Leggewie, na klar. Ein linker Kulturwissenschaftler darf da natürlich auch mittun beim gesellschaftlichen Totalumbau. Seiner Ansicht nach ist das alles nicht so schlimm. Ökodiktatur? Lächerlich. Alles wird schön und supi in seiner Futur 2 Welt. Und das alles sogar mit mehr Demokratie. Und wenn das Volk beim großen Plan nicht mitmachen will?

Sicher doch.

Für beide Artikel gilt Lesebefehl. Aber der einzig passende Keil auf diesen groben Ökodiktatur-Klotz kommt von Propagandafront.de: Deutschland fest im Würgegriff radikaler Ökofaschisten


Nachtrag (00:30 Uhr): Auf achgut gibt es dazu jetzt auch noch einen Artikel: In kommunistischer Tradition

Freitag, 27. Mai 2011

Nachtrag zum Schwarzfall

Wer bei der Lektüre meines vorletzten Beitrags ein bissl ins Grübeln gekommen ist, kann sich mit diesem Dokument das volle Pfund Grusel abholen.

Die Zusammenfassung einer Studie (2010) des  Büro für Technikfolgenabschätzung beim deutschen Bundestag unter dem Titel:

"Gefährdung und Verletzbarkeit moderner Gesellschaften - am Beispiel eines großräumigen und langandauernden Ausfalls der Stromversorgung"

lässt dabei keine Fragen offen. Die Forscher gehen auch von der zunehmenden Gefahr eines solchen Szenarios aus, führen dies allerdings auf wachsende Risiken durch Extremwetterereignisse oder terroristische Anschläge zurück.

Extremwetter wird es immer mal geben, allerdings glaube ich absolut nicht an den CO2 induzierten Klimawandel. Von daher sehe ich lediglich die immer vorhandene regionale Gefahr eines Blackouts. Was die terroristische Bedrohung angeht, scheint sie ja regional durchaus real zu sein, wie unsere putzigen Linksextremisten erst kürzlich wieder gezeigt haben.

Die Frage, die ich aber immer wieder stellen werde, lautet, ob es verantwortlich ist, dass die gutmeinende Mainstream-Politik die vorhandene, sichere Versorgungsinfrastruktur gezielt schwächt, weil es der gerade opportunen Öko-Ideologie entspricht.

Es ist einfach irrsinnig immer mehr Speichen eines funktionierenden Rades durch Holzstäbchen zu ersetzen. Die Gefahr eines Radbruchs steigt im Normalbetrieb schon deutlich an, aber die noch sicher überfahrbaren Bodenwellen werden sukzessive auch immer kleiner.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Meine heutige Ökosünde

Hab mir gerade ein Bulettenbrötchen für die Arbeit gemacht.

Dazu benutzte ich selbstgedrechselte Fleischbällchen, die ich am Vortag gebrutzelt hatte. Wirklich, leider. Etwa 25-30 Minuten musste der E-Herd dafür in Betrieb sein - und das für gerade mal ein Pfund Gehacktes! Ein unglaublicher Stromverbrauch!

Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Hackfleisch nicht von einem von mir gerade eben zerlegten Hausschwein stammte, sondern mittels einer ununterbrochenen Kühlkette über Tage zu mir unterwegs war. Sogar in meinem Kühlschrank verbrachte es noch eine Nacht, bevor ich es schlussendlich verbrauchte.
Wieder - eine Energieverschwendung sondergleichen!

Dazu kam noch ein Ei aus dem Supermarkt (Bodenhaltung), und Gewürze, die wohl auch eine Reise über hunderte, wenn nicht gar tausende Kilometer hinter sich hatten. Und die Zwiebel war auch nicht aus dem BIO-Sortiment. Also langsam schäme ich mich.

Jetzt wird es aber richtig arg. Das letzte Brötchen von gestern hatte nicht mehr die Konsistenz, die ich geschmacklich für vertretbar halte, also musste ich zum Bäcker. Der ist zwar kein Biobäcker, aber dafür ziemlich in der Nähe, so dass der Turbodiesel nur 5 Minuten in Betrieb sein musste. Nuja.

Mit Margarine bestrichen und mit Bulettenscheiben belegt, sowie mit Senf überträufelt, habe ich die Semmel dann letztendlich in Alufolie eingewickelt. Keine Ahnung, welcher Energieverbrauch für die Herstellung so eines Stücks Folie nötig ist, aber auch der dürfte immens sein. Nur, frisches Brötchen im Jutebeutel? Ich weiß nicht. Und so eine Plastikbox ist mir einfach zu groß für die Arbeitstasche. Hm, werde trotzdem mal drüber nachdenken.

So, aber jetzt wirds schmutzig. Ich traue mich kaum es öffentlich zu machen. Aber ich gebe es zu. Die ganze Zeit über, so wie auch jetzt, war mein PC in Betrieb und auch mittels W-LAN/DSL am Netz. Was für eine riesengroße Umweltsauerei - meint zumindest Greenpeace.

Freitag, 22. April 2011

Aufgemerkt ihr Sünder!

Nicht vergessen, heute ist Earth Day. Also haltet ein in eurem sündigen Tun, und huldigt wenigstens heute mal der allgütigen Mutter Gaia. Verstanden?

So, wer jetzt ein bissl Hilfe bei der reuigen Einkehr braucht, kann sich hier im Livestream  professionelle Hilfe holen. (Überblick dazu hier)

Wer mag, kann mich ja dann an dieser Stelle hier auf dem Laufenden halten. Ich musste leider die Audioübertragung abschalten, als mir die Möglichkeit nähergebracht werden sollte, dass ich mich von afrikanischen Eltern adoptieren lassen könnte.

War mir persönlich zu viel. Die armen Afrikaner! Weia...

Samstag, 2. April 2011

Daniel K. - eine deutsche Karriere

Das ist ja fein. Daniel Küblböck ist jetzt Millionär. Meinen Glückwunsch! Mit dem Plattenmillionär ist es zwar nichts geworden, aber wenn jemand sein einmal verdientes Geld klug investiert, dann klappts auch mit der Rendite. Finde ich ja gut, denn so fällt er wenigstens nicht der Wohlfahrt zur Last.

Aber ... Rendite? Isser jetzt ein Kapitalistenschwein geworden? Nein, natürlich nicht. Der sympathische Dieter Bohlen Zögling hat nicht in irgendwelche windigen Hedgefonds investiert um arme unschuldige EU-Staaten in den Bankrott zu treiben, und er ist auch kein Anteilseigner an börsenkapitalisierten Markenfirmen, die mit turnschuhherstellenden Sweatshop-Betreibern auf übelste Weise der Kinderarbeit Vorschub leisten.

Sowas machen Stars nicht. Das ist pfui-bäh! Da geht der verhinderte Barde doch lieber mit RTL ins Dschungelkamp und lässt uns an seiner Schabenaversion teilhaben. Nee, der gute Junge investiert vernünftig und mit Blick in die Zukunft. Trotzdem. Rendite, Millionär? Uargs! Kommt da nicht gleich der Neidreflex hoch?

Aber nicht doch. Er handelt ja nicht mit Waffen, Drogen oder ukrainischen Prostituierten. Da wäre auch das Risiko zu hoch. Aber einen Schnitt machen möchte man ja schon. Am besten natürlich mit einer guten Sache. Was läge da näher, als in eine Zukunftsbranche einzusteigen? Millionen macht man heute nicht mehr mit Platten und persönlichem Risiko des Scheiterns, sondern mit Ökostrom.

Das verdient Beifall und einen Appell an alle anderen "Kulturschaffenden". Tut es ihm nach! Am besten heute noch! Guckt, was euch euer Verlag, die GEMA, oder die VG Wort so in letzter Zeit überwiesen haben. Denkt daran, dass es morgen schon ein Ende haben könnte mit dem Geldzufluss. Wollt ihr auch in den Dschungel? Nee, oder? Das ist doch demütigend!
Also fasst euch ein Herz, stellt die Versuche ein, die Gunst eines unberechenbaren Publikums zu erobern. Ehrlich, die Konsum-Schwachmaten sind es doch nicht wert, oder?

Also, nutzt eure paar Wochen oder Monate, die euch die Medien und die doofe Masse zubilligen. Absolviert ein paar Auftritte bei irgendwelchen Solarpanel-Händlern und Dachklempner-Innungen. Lasst euch mit Politikgesichtern sehen und verpflichtet sie vor laufenden Kameras, sich für erneuerbare Energien einzusetzen. Ein toter Knut ist schließlich genug! Macht ihnen Dampf und werdet zum Solarzugpferd!

Keiner muss mehr eure Platten und Bücher kaufen, lasst sie doch einfach so an euch zahlen. Und das beste ist: Ihr braucht nichtmal tagsüber auf den Zähler gucken, naja, und nachts habt ihr sowieso frei.

Um die Zwangszahler braucht ihr euch auch keine Sorgen machen. Wenn sich jemand eure Tarife nicht mehr leisten kann, dann zahlt sie halt das Amt. Ganz einfach. Müssen die.

Also los jetzt ihr Sänger und Sängerinnen, Schauspieler und Schauspielerinnen, ihr Schriftsteller und Schriftstellerinnen, Redakteure und Redakteurinnen, ihr Moderatoren und Moderatorinnen - überdacht das Land mit Silizium!

Franz Alt sagt zwar, die Sonne schickt uns keine Rechnung - aber ihr, ihr könnt das. Wenn ihr nur wollt.

Samstag, 12. Februar 2011

Baumanbeter reloaded

Okay, ich habe Canettis "Masse und Macht" gelesen. Ich glaube ihm ja auch, dass die Deutschen im Wald irgendwas Mystisches sehen. Der Wald als deutsches Nationalsymbol ... ist ja alles okay, aber müssen die auch immer so dermaßen übertreiben, die Deutschen???

Kurz nach dem Stuttgarter "Bäumchen wechsel dich" drehen die Berliner Kulturschaffenden frei. Zur diesjährigen Berlinale lassen sie sich einen "Holy Wood"-Schriftzug in den Tiergarten stellen und wollen somit die Waldgötter ehren und irgendwie Geld für neue Straßenbäume sammeln.
Is ja auch egal. Den Bonsai-Hollywood-Schriftzug finde ich ja auch ganz witzig. Eigentlich eine schöne Werbeaktion für ein Filmfestival das sich seinen Glamour immer irgendwie zusammenkratzen muss. Aber ich habe halt nicht nur die diversen (übrigens fast immer gleichlautenden) Zeitungsmeldungen zum temporären Berliner Waldheiligtum durchforstet(!), sondern auch unlängst einen der Verantwortlichen dafür im Radio gehört.

Ganz nebenbei, ich habe den rbb-Link auch deshalb ausgewählt, weil der Chef vons Janze, der Dieter Kosslick, mich in der Anzugsordnung irgendwie an den "Roten Platz", oder den "Palast der Republik" erinnert hat (von der Handstellung mal ganz zu schweigen).

Na jedenfalls hat dieser Radio-Interviewte da Sachen von sich gegeben, die ich irgendwie spontan in die Achziger des letzten Jahrhunderts eingeordnet hätte. Da war von "Zeichen setzen" die Rede, von Klimawandel, vom "Freund dem Baum" (sinngemäß), der "Heiligkeit des Waldes", der Magie und vom Waldsterben (echt? das gibts noch???) ... und überhaupt sei ja alles ganz schrecklich, weil die Natur "vergiftet würde" und bla, bla, - weiter im Text.

Nach den fünf Minuten seiner Rede troff mir jedenfalls fast das Baumharz aus den Ohren (für die Baumanbeter wahrscheinlich auch so eine Art "Tränen der Muttergottes"). Nach dem ganzen unerträglichen Ökogeschwurbel musste ich jedenfalls sofort mal Google-Earth anwerfen und mir angucken, ob mich meine Sinne denn echt so trügen können. Ich bin ja ab und zu in der Umgegend unterwegs, und Berlin darf ich seit 1989 auch besuchen ... also wo sollte diese triste, sterbende, vergiftete Einöde denn nun sein, vor welcher der Kulturmensch da so ausgiebig schwafelte?

Tja, hab nix gefunden. Selbst Berlin ist in der Draufsicht recht grün und das Umland kann man getrost als "waldig" beschreiben.
Liebe Kulturfunktionäre: Wenn ihr erstmal die Mauer (es gibt nur noch die in euren Köpfen) überwunden habt, dann steht ihr ganz schnell mitten unter euren geliebten Bäumen. Die sind auch garantiert echt und ihr könnt euch an ihnen reiben, sie streicheln, sie liebhaben und eventuell auch anbeten. Da haben die gar kein Problem damit, die Bäume. Die haben bestimmt schon Schlimmeres erlebt als durchgeknallte Kulturträger.

Macht mal. Fahrt in den Fläming. Und wenn ihr vorher noch Zeit finden solltet, dann lest mal diese hervorragende Kolumne von Harald Martenstein. Vielleicht fällt euch dann auf, dass ihr in allem euren Tun irgendwie ein bissl übers Ziel hinausschiesst.
Aus Menschenperspektive gesehen macht ihr euch rundum lächerlich. Aber ihr könnt ja den Brandenburger Bäumen mal erzählen, was ihr so alles für sie tut. Die haben dafür bestimmt etwas knorzige Zustimmung übrig. Nur, eine Warnung sei noch gegeben. Fahrt bloß nicht zu weit! Ein paar Kilometer weiter südlich gibt es schon naturbelassene Wölfe.

Obwohl: "Psst!" Ich habe gehört, dass die Viecher sogar heilige Bäume anpinkeln sollen. Vielleicht solltet ihr da doch mal vor Ort "Gesicht zeigen". ;-)

P.S. Ich weiß nicht, ob ihr euch darüber im Klaren seid ... aber irgendwie hat eure Waldverehrung schon was "Völkisches". Ich zumindest finde das beunruhigend.

Dienstag, 8. Februar 2011

Schämt euch

«Schämt Euch!»-Rufe ertönten, als gegen 5.45 Uhr der erste Baum ausgegraben war und gekippt wurde.

Ja, schämen solltet ihr euch, denn "Nach Angaben der Bahn kostet das Verpflanzen rund 200 000 Euro."

Leute, gehts noch? Die DB hat Probleme den Bahnverkehr aufrecht zu erhalten weil es den Zügen wahlweise zu warm oder zu kalt ist, aber für Baumumpflanzungsaktionen muss Geld da sein?
Ich gehe jede Wette ein, dass die Ur-Stuttgarter da etwas pragmatischer an Werk gingen, wenn sie ihre Siedlung umbauen oder erweitern wollten. Baum im Weg? Baum umhauen und 'ne hübsche Hütte draus zimmern, oder die alten Baracken wenigstens damit beheizen - so sollte es sein, wenn normale Menschen normale Entscheidungen treffen.

Egal wie alt so ein Gewächs ist, es bleibt nunmal genau das. Ein Gewächs, eine Pflanze ... oder wie ihr Ökos das sonst nennt - ein nachwachsender Rohstoff. Die Betonung liegt hierbei auf "nachwachsend", denn so eine Eiche ist ja kein Unikat. Auch wenn das Teil 200 Jahre alt ist, es hat doch mal irgendwann als kleine, mickrige Eichel angefangen.

Und, ja liebe Ökos - dieser Vorgang ist replizierbar. Außerhalb eures Betonbiotops passiert auch genau das. Millionenfach! Einfach so, ohne eure Unterstützung oder euer Engagement. Deutschland ist Waldland und würde ohne menschliche Eingriffe ziemlich schnell komplett verholzen. Bisher dachte ich, dass dieser Vorgang durch die suizidale demografische Entwicklung hierzulande sowieso bald an Fahrt gewinnen würde, aber ihr beweist jeden Tag aufs Neue, dass die mentale Verholzung von Teilen der Bevölkerung schon sehr weit fortgeschritten ist.

Alte Bäume umpflanzen ... ihr spinnt doch!

Sonntag, 6. Februar 2011

Grüner Stöhnen (*)

Ich gestehe: Ja, auch ich bin Utopist. Also jedenfalls hält Utopia.de mich für einen der ihren, und bedenkt mich regelmäßig mit Newslettern.
Wer Utopia nicht kennt, der hat nichts verpasst … oder eventuell doch? Je nach persönlichem Standpunkt ist das Portal vielleicht eine Offenbarung oder ein Quell zyklischer Belustigung. Bei mir ist es letzteres, und das kam so:

Vor ein paar Jahren wurden die ersten Exemplare der sogenannten LOHAS entdeckt und von interessierten Medienschaffenden als neue Bewegung gehyped. Naja, und was so eine richtige Bewegung braucht ist natürlich ein Kristallisationspunkt, ein Sammelbecken.
Und so ward alsbald Utopia geboren, die Plattform für „den strategischen Konsum“.
Unprätenziöser könnte man es auch so ausdrücken: Ein schwarzes Brett für grünen Sektenbedarf und Kleinanzeigen.

Der handelsübliche Utopist, also nicht so Karteileichen wie meine Wenigkeit, ist überzeugt davon, dass er mit Gleichgesinnten zusammen eine ökologogisch korrekte Welt durch seine Konsumentscheidungen erkaufen kann. Man sieht sich selbst als gebildet, visionär, reflektierend und durchaus besserverdienend an. Der LOHAS-Jünger ist nicht tumbe Masse oder revolutionärer Asket, sondern intelligente Elite – die hedonistische Speerspitze Gaias sozusagen.
Dabei soll der Spaß natürlich(!) nicht zu kurz kommen und der strategische Konsument sich in seiner ganzheitlich-nachhaltigen Welt wohl und überlegen fühlen.

Weil der Utopist nun kein leicht beeinflussbarer Depp ist, lässt er sich nicht einfach etwas aufschwatzen, sondern er informiert sich gründlich und berät sich mit Gleichgesinnten bevor er eine Kaufentscheidung trifft. Man kann sich das, übertragen, in etwa so vorstellen, dass ein Online-Shop mit „Splittern vom echten Kreuz“ eher links liegengelassen wird, und man dann doch eher zum Shop mit den Rosenkränzen, „geschnitzt aus Holz vom echten Kreuz“ tendiert, denn so ein Rosenkranz hat, als Schmuckgegenstand für alle Gelegenheiten, einfach einen ungleich höheren Gebrauchswert – er sieht halt schicker aus. Das Holz selbst wird natürlich nicht angezweifelt.

In der realen LOHAS-Welt wird man dahingehend zum Beispiel so angekumpelt: "Hey, wir wissen ja alle, dass das iPhone unser liebstes Spielzeug ist … aber ist es denn auch sicher? Wir testen seine Handystrahlung! Und außerdem gibt’s 10 tolle grüne Apps zum runterladen!"
Öhm … ja dann.

Naja, also in diese Welt der grünen Fair-Trade-Konsumenten bin ich jedenfalls über einen Link im alten Ökologismus-Blog gestoßen, als ich einen unglaublich hanebüchenen (also „visionären“) Beitrag zu dezentraler Energieversorgung kommentieren wollte, und dies leider nur als registriertes Mitglied tun konnte. So wurde ich also Utopist.
Und das war ich in dem Augenblick wirklich, denn ich hing damals noch der Utopie an, dass man Öko-Gläubige mit vernünftigen Argumenten zum Nachdenken bringen könne. Dass dies vergeblich ist, wurde mir von den Utopisten dann aber relativ schnell klargemacht.

Auf jeden Fall blieb ich aus Faulheit im Utopia-Mailverteiler und werde daher wahrscheinlich immer noch als einer von 50000 Utopisten zur „starken Konsumentengemeinde“ gezählt. Wer weiß, wie groß der harte Kern derer wirklich ist, die sich gegenseitig ihre Konsumentscheidungen rechtfertigen. Ich könnte mir vorstellen, dass es auf Dauer langweilig wird, wenn es immer irgendjemanden gibt, der etwas noch ökologischeres gefunden hat und deinen Kram nicht mehr so ganz toll findet. Denn alles kaufen kann auch der überzeugteste LOHA(S) nicht, und irgendwer hat halt immer „’nen Grüneren“.

In letzter Zeit mache ich mir aber zunehmend Sorgen um die fortschrittliche Konsumentenplattform. Nicht nur, dass ich Ende letzten Jahres um eine Spende angebettelt wurde, weil ich ja schon so lange von Utopia profitiert(?) hätte, und man ja weiter erfolgreich wachsen will. Nein, ich habe mir mal die bisher noch ungelöschten Newsletter zusammengesucht und auf Obskures hin abgeklopft.

Zunächst mal taucht dauernd der Name Rene Obermann darin auf. „Hoher Besuch bei Utopia: Rene Obermann zu Gast …“, oder: „Rene Obermann stellt sich den Fragen der Utopisten“, „Telekom-Chef Rene Obermann bei der Utopia-Konferenz …“ bla, laber, sülz.
Also entweder hat der Mann den Schuss nicht gehört und denkt, dass er da viele gutbetuchte potentielle Kunden anspricht, oder er war unnötigerweise auf iPhone-Werbetour. Vielleicht ist aber auch nur sein PR-Berater eine Vollpfeife und merkt nicht, dass sein Schützling der einzige DAX-relevante Wirtschaftvertreter ist, der sich da zum Horst macht.
Aber sei’s drum, ist ja seine Zeit, die er da verschwendet. Lustig fand ich aber das unterwürfige „Hoher Besuch“ – und das bei den stolzen Weltverbesserern mit dem mächtigen Geldbeutel. Lol. :-D

Bedenklich ist nun, dass man anscheinend mittlerweile von den ehernen Grundsätzen Utopias abrückt, ohne das überhaupt noch weiter zu kommentieren. In den „Geboten“ der Eiferertruppe erklärt man nämlich eindeutig, dass man nicht mit Unternehmen zusammenarbeiten wird, die (Zitat) in folgenden Märkten aktiv sind:

Atomenergie
Biozide
Chlororganische Massenproduktion
Gentechnik
Pornografie
Rüstung
Tabak

Okay, warum aber soll ich mir zu Weihnachten was Gutes gönnen mit den (uiuiui!) Produkten der Firma F*** for Forest? Ich habe nun nicht die geringste Ahnung, was einen Öko-Porno von einem herkömmlichen unterscheidet und will es auch gar nicht genau wissen. Aber ein bissl rumspekulieren tut man da zwangsläufig. 

Sind die naturbelassenen Darsteller fair gehandelt? Sind die Kameras solarbetrieben? Wird das Spielzeug von volljährigen kleinkreditlerischen Frauen in unterentwickelten Ländern handgedrechselt? Werden mit traditionellem Werkzeug und aus nachwachsenden Rohstoffen (kein Tropenholz!) kleinodige Unikate für das Gewerbe der grünen Entspannung gefertigt? (Hat jemand weitere Ideen?)

Na, auf jeden Fall muss es was grundsätzlich ökologisch wertvolles sein, was Utopia dazu bringt die grünen Ruckelfilmer zu bewerben, denn (weiteres Zitat):

„Utopia will seine Ziele nicht erreichen durch falsche Kompromisse mit Unternehmen/Greenwashing“

Greenwashing geht also gar nicht. Ob Rene Obermann eigentlich davon weiß? Hm.

Tja, aber völlig absurd wird es im selben „sexy Weihnachtsgeschenkideen-Newsletter“. Da wird der ökostrategischen Konsumentin nämlich ein Solarvibrator offeriert, der schon nach 5 Stunden Sonnenlicht wieder für 2 Stunden volle Power bringen soll. Aber falls sie ihn, aus verständlichen Gründen, nicht aufs Fensterbrett legen möchte, wird ihr nahegelegt ihn doch mit künstlichem Licht aufzuladen. Ähm....!? Ja.

Ob man das Teil jetzt nur kaufen darf wenn man einen Ökostrom-Anbieter hat, oder ob das auch mit „herkömmlichem Strom“ geht, wird dabei offen gelassen. Ich finde ja, dass die „aufgeklärte Verbraucherin“ da ganz schön allein gelassen wird in ihrem Konflikt zwischen Gewissen und Genießenwollen. Gar nicht so einfach für die Utopistin.

(*) Der Titel ist, wie bestimmt schon vermutet, für Google optimiert. ;-)