Samstag, 26. Februar 2011

"Schaden wird durch einen Heinz-Rühmann-Weg nicht angerichtet"

Gerade habe ich erfahren, dass es in unserer bunten Republik sogar "Sachverständige für Straßennamen" gibt. Ich bin begeistert! Noch toller finde ich, dass diese auch darüber mitentscheiden, wie jemand die Straßen auf seinem Privatgrund benamst. Aber etwas überrascht bin ich, weil der Sachverständige für Straßennamen, Klaus Arlt, es dem Filmpark Babelsberg trotz seiner "ambivalenten Gefühle" gestattet einen Weg auf dessen Gelände nach Heinz Rühmann zu benennen.

Hätte ich früher gewusst, dass bewusster Rühmann irgendwie so eine Art, naja vielleicht nicht gleich Nazi, aber irgendwie doch, also, tja, na eben halt wegen seiner Arbeit, also während der schlimmen Zeit ... na also, dass besagter Rühmann irgendwie so belastet ist, dass eine nichtprivate Straße auf keinen Fall den Namen dieses Herren tragen dürfte ... dann hätte ich mir aber niemals nie nicht seine Filme im bundesrepublikanischen Staatsfernsehen angeguckt.

Bin gespannt, wie lange dieses "Babelsberg" überhaupt noch geduldet wird. Man sollte diesen Ort der Schande eigentlich gerechterweise sofort planieren, bevor er noch als Wallfahrtsstätte von Ewiggestrigen entdeckt wird.

Ist doch alles total nazifiziert da ... UFA, Propaganda, Goebbels, jetzt auch noch ein Heinz-Rühmann-Weg? Wenn dermaleinst das Vierte Reich in Babelsberg seinen Anfang nehmen sollte, sage keiner er habe es nicht kommen sehen können.

Hier gibts das volle Programm.

Kommentare:

  1. Es ist ja wohl unbestritten, daß Heinz Rühmanns kriegsfördernde Unterhaltungstätigkeit viele Millionen Tote auf den Schlachtfeldern Europas zur Folge hatte, wie viele, das sollte unbedingt ein neu zu gründendes Institut herausfinden. Daß der Mann aber eingesperrt gehörte, wäre er noch nicht verschieden, zeigt seine Kadett_innenverachtung in der Gorch Fock Affaire. Schon mal "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern" gehört? Na also.

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  2. So ein Schuft war das also, dieser Rühmann. Dabei sah der immer so harmlos aus. Na bloß gut, dass ich es jetzt besser weiß.
    Der täuscht mich nicht mehr. Der nicht!

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  3. Ja. Viele Menschen glauben, sein "La le lu" oder seine Tätigkeit zur Ergreifung des Kinderschänders, dargestellt durch Fröbe, würden sein ganzes Wesen wiederspiegeln aber als "Quax der Bruchpilot" hat er maßgeblich am Aufbau der Luftwaffe mitgewirkt, wie auch im Streifen "FP 1 antwortet nicht". So daß die Zerstörung Rotterdams usw. mit auf sein Konto geht. Der Rühmann muß weg, auch wenn er als Hauptmann von Köpenik oder Schwejk dem deutschen Militarismus den Spiegel vor die Hyänenfratze hielt - aber das war hinterher. Hätte er sich vorbildlich wie Bert Brecht verhalten oder Marlene Dietrich könnte er bleiben. So aber nicht. Oder hätte er wenigstens eine Kinderhymne geschrieben. ;)

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