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Mittwoch, 3. April 2013

Calimero auf die Ohren

Abbildung mit freundlicher Genehmigung von piratte.net

Yvonne von piratte.net macht Podcasts. Nach ihrem Erstling zum Thema Ahnenforschung, zu dem sie sich mit einem Hobby-Genealogen traf, folgte der zweite Streich mit einem Archäologen, der ihr einiges zum Limes zu sagen hatte.
Der dritte Podcast sollte sich ums Thema Kraftwerke und Stromversorgung drehen und dafür wurde nun ich als Gesprächspartner eingeladen.

Was ich natürlich dankend angenommen habe. :-)

Hier also das Ergebnis unseres "kleinen" Kraftwerkstalks: Calimero im Interview bei piratte.net

Freitag, 8. Juni 2012

Kittelwechsel für Schleckerfrauen?

Schleckerfrauen und kein Ende. Und es wird immer blöder. Jetzt sollen die Verkäuferinnen also zu Pflegerinnen umgeschult werden. Klar, liegt ja nahe.
An Verkaufspersonal gibts ja anscheinend nirgends mehr Bedarf, aber an Pflegekräften immer. Und ob man nun Saftkisten in Regale wuchtet, oder Opi von links nach rechts dreht - wo ist der Unterschied? Naja, und ob man nun die Sauerei wegwischt, wenn ein Kunde 'ne Packung Joghurt hat fallen lassen, oder aber die wenn ... aber lassen wir das lieber.

Der Aktionismus, den die BuReg hier mal wieder an den Tag legt, ist bescheuert, aber systemimmanent. Man muss ja was tun! Ist ja auch Wurscht, ob eine Verkäuferin vielleicht weiter Verkäuferin bleiben will, oder nicht. Die Regierungsnannys haben da einen anderen Plan. Die denken da: Oh, Frauen - was kann man mit denen schon anfangen? Aufsichtsräte werden lassen, oder Topmanagerinnen? Nee, auch wenn das frauenquotenmäßig wünschenswert wäre - dafür sind sie bestimmt nicht qualifiziert genug. Waren ja nur Kassiererinnen und Kistenstaplerinnen. Also irgendwas anderes, was Frauen so können.

Pflege und Wartung von fremden Menschen? Toll! Das will ja jede machen. Liegt ihnen ja im Blut, irgendwie. Genetisch so angelegt. Wie Blumenbinden. Aber Floristinnen haben wir ja schon genug auf dem zweiten Bildungswege produziert.

Also Pflege klingt gut. Das kann man den Menschen da draußen im Lande auch gut verkaufen. Die denken da auch so an das Nächstliegende. Frau = soziale Ader. Geht auch bei jeder. Muss nicht jung, hübsch oder intelligent sein - Omis und Kinder füttern, das können sie alle.

Jetzt stelle man sich mal vor, wie es wäre wenn eine Baumarktkette in Deutschland dichtmachen müsste. Oh, die Holzmichelmänner werden arbeitslos! Was können wir denn da machen? Was haben wir da noch so an gesellschaftlich wünschenswerten Verwendungen?

Rapsbauern vielleicht? Wegen der ökologischen Energiewende? Windmühlenflügelputzer, Solarpanelpolierer? Oder Ingenieure, wir brauchen ja dringend Ingenieure sagt der BDI! Und mit Werkzeug und so ... also das können die bestimmt mit Links.

In Ballungsräumen bräuchte man auch noch Sozialarbeiter und Streetworker. Das wäre doch auch was. Da steckt in beiden Begriffen der Arbeiter drin. Das hat was Kerniges, was Männliches - und sozial ist es auch noch. Also um die Männer auch so ein bissl in die gesellschaftliche Pflicht zu nehmen, ohne sie zu sehr zu überfordern. Viele Männchen sind ja noch nicht so weit. Die haben das gewünschte soziale Bewusstsein noch nicht so entwickelt.
Naja, und wenn sie selbst das nicht wollen - fragen wir sie überhaupt? - dann geht immernoch Fahrradbeauftragter oder so was.

Was wäre jetzt aber wenn es eine Bank umreißen würde? Ist ja nun nicht so weit hergeholt. Auch wenn die Bank weiter als Zombie von der EZB untot erhalten würde - es könnte ja sein, dass da mal ein paar tausend Banker überflüssig werden würden. Wie würden unsere Ministerinen (sic!) denn darauf wohl reagieren?

Hm, Banker. Die haben ja mit Geld zu tun, nicht? Also die sind von Natur aus vertrauenswürdig und können rechnen. So eine Ladenkasse könnten die doch bestimmt beaufsichtigen, und mit Kunden können die auch umgehen. Und als Männer könnten die doch bestimmt auch Kisten stapeln und Regale füllen, oder? Wie wäre es denn mit 'ner Umschulung zu Verkäufern? Der Einzelhandel hat da doch bestimmt Bedarf.

Deppenrepublik.

Montag, 18. April 2011

Bildungspolitische Zettelwirtschaft

Jetzt wollen die Berechtigten also die, der staatlichen "Weisheit" entsprungenen, Bildungsgutscheine nicht so recht annehmen. Dabei war doch alles so gut durchdacht.

Zunächst mal hat man realisiert, dass ein Großteil der deutschen Schülerschaft mittlerweile, international gesehen, dumm dasteht (PISA), und dass außerdem die ausbildenden Betriebe auch vermehrt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, bei dem was ihnen da aus den staatlichen Volksbildungsanstalten so vor die Füße gekippt wird. Ein eigenes Rezept um da Abhilfe zu schaffen hat man nicht gefunden (wie auch, bei dem schwerfälligen und zerfaserten Bildungsapparat). Aber man beobachtete, dass Eltern in privater Initiative Nachhilfeunterricht für ihre Sprösslinge organisierten, um da noch etwas zu retten.

Ja aber, das geht doch nicht! Bildung nur für Reiche? Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit, die Möglichkeit zur Teilhabe an unserem großartigen Staatswesen?

An dieser Stelle hätten sich unsere Politwerktätigen vielleicht erst einmal fragen sollen, wie es sein kann, dass ein staatlich organisierter Zwangsbildungsbetrieb, welcher offensichtlich in großen Teilen ineffizient ist, gerade die Leute, die den ganzen Laden durch ihre Steuern wiederum zwangsfinanzieren müssen, dazu zu bewegen scheint sich hier privatfinanziert Abhilfe schaffen zu müssen.

Nun fiele es den Bildungswerkstättlern aus dem Politbetrieb natürlich niemals ein, dass sie hier den grundsätzlichen Murks selbst verschuldet und zum jetzigen Zustand hin selbst verwaltet haben. Dass die eigentliche Ungerechtigkeit darin besteht, dass nicht einmal die Zwangszahler ein ordentliches Produkt bekommen, welches sie zu kaufen verpflichtet sind. Also verlegt man sich darauf, denjenigen, die keine finanziellen Möglichkeiten mehr haben da noch zusätzlich etwas zu tun, einen staatlichen Gutschein für private Zusatzbildung zukommen zu lassen.

Interessanterweise aber auch nur denen, die schon komplett auf staatliche Finanzierung ihres Lebensunterhaltes angewiesen sind. Die armen Schweine, die zwar noch knapp ihr Dasein eigenverantwortlich erwirtschaften, nicht transferleistungsabhängig sind, und denen nach all den Steuern und Abgaben (auch für das Schulwesen!) doch nicht mehr genug Geld für Privatunterricht übrigbleibt - die gehen leider leer aus. Kollateralschaden wohl.

Nun kennt Papa Staat natürlich seine Pappenheimer und weiß, dass ein einfacher Geldtransfer selbstverständlich nicht in die Bildung der Kinder, sondern in anderweitige Bespaßungen fließen würde. Also kommt man auf die Idee der zweckgebundenen Bildungsgutscheine.

Und jetzt? Jetzt will die Dinger anscheinend keiner haben. Na, das ist aber ärgerlich. Ärgerlich vor allem für diejenigen, die diese Scheine gern abrechnen wollen würden, und ärgerlich für die Politniks, die wieder einmal erfahren müssen, dass die menschliche Natur sich ihrem Wohlfahrtsdenken entzieht.

Was tun? Erstmal Werbung machen. Es kann ja nicht sein, dass vielleicht niemand diese Art staatlicher Wohltätigkeit brauchen kann. Es sollen also Aufkärungsplakate und Broschüren aufgelegt werden (wieder steuerfinanziert natürlich). Ich frage mich da ja, in wievielen Sprachen die nun aufgelegt werden müssen, und ob es nicht einfacher wäre gleich TV-Werbung zu schalten. Aber da wiederum - auf welchem Sender? Würde kostenlose Werbezeit beim eh schon zwangsfinanzierten Staatsfunk überhaupt die Zielgruppe erreichen?

Man könnte diese Coupons ja ganz einfach an die "Bedürftigen" verschicken, oder? Die Adressen und die Kinderzahl dürften ja amtsbekannt sein.
Aber wenn nun trotzdem nicht genug davon eingelöst werden? Ganz einfach weil sie zweckgebunden sind, und die Empfänger in diesem Verwendungszweck keinen Mehrwert für sich entdecken können? Oder wenn ihnen die dann doch teilweise vorhandene Eigenbeteiligung für die vorgeschriebene Verwendung einfach zu teuer erscheint?

Dann könnte man die Zettel ganz unkompliziert kostenlos ausgeben, keinen Namen draufdrucken und einfach warten, bis sich findige Nachhilfeanbieter aufmachen und diese gegen ein geringes Entgelt aufkaufen, um damit eventuell ihren angebotenen Privatunterricht auch für die Leute günstiger anbieten zu können, die bisher nicht vom Bildungsgutschein profitieren konnten.

Was immer auch passiert, irgendwie wird auch dieses "Geld vom Staat" seine Abnehmer finden. Ich glaube aber kaum, dass jetzt reihenweise "bildungsferne" Hartz IV Kinder in den Geigenunterricht strömen werden.

Naja, die Politik hat jedenfalls wieder einmal "gehandelt". Glückwunsch.

Nachtrag: Als weitergehenden Lesetipp empfehle ich unbedingt Politik als Cargo-Kult von Gorgasal.

Donnerstag, 14. April 2011

Berufe, die die Welt nicht braucht

Also ganz allgemein finde ich ja, dass die Berufsausbildung in Deutschland viel zu viel Zeit benötigt, nachdem sowieso schon eine sehr lange Schulbildungsphase absolviert werden musste. Die Älteren werden sich erinnern, dass auch mal acht Jahre Hauptschule mit anschließender Lehre genügten, um ein erfülltes Leben mit eigenem Einkommen und weiteren Aufstiegsmöglichkeiten führen zu können. Es gab/gibt sogar noch Firmenchefs, die ebendiesen Weg gegangen sind.

Dieser Weg scheint mir auch ein bewährter zu sein, denn in alten Märchen geht es z.B. auch noch so zu:
"Es war einmal vor langer Zeit, da lebte eine Frau mit ihrem Sohn in einer kleinen Hütte. Als der Sohn das fünfzehnte Jahr erreichte, sagte die Mutter: „Mein Sohn, Du bist nun in dem Alter, wo Du Dir einen Meister suchen musst, um etwas Anständiges zu erlernen. Ich gebe Dir hier ein Säckchen, in das ich alle Groschen tat, die ich entbehren konnte. Zieh in die Welt hinaus, und sieh zu, dass Du es zu etwas bringst, damit Du Dein Leben nicht in Armut fristen musst.“ Da verabschiedete sich der Junge von seiner Mutter, die ihn schweren Herzens in die weite Welt entließ. Und so schlug er den Weg in die nächste Stadt ein."
Ja nun, man könnte ja jetzt sagen, dass die damals mit 55 Lenzen wegen Entkräftung oder Krankheit meist schon früh ins Gras gebissen haben und wir es uns heutzutage leisten können, die Nur-Lernzeit entsprechend auszuweiten. Aber ... was lernen wir denn noch, nachdem wir übers fünfzehnte, sechzehnte Lebensjahr hinaus sind?

Die Grundlagen für eine Erweiterung des eigenen Wissenhorizonts sollten da doch mittlerweile gelegt sein, also ist der Rest doch Spezialisierung, oder? Lesen, schreiben, rechnen muss man können, ein grundlegendes Allgemeinwissen in Geschichte, Kunst und Naturwissenschaften sollte vermittelt worden sein, eine nützliche Fremdsprache wäre sehr schön - aber das war es doch im Großen und Ganzen schon. Damit kann man doch rein ins pralle Leben.

Nicht so hierzulande. Ohne Abi bist du erstmal nur ein halber Mensch. Das heißt, dass du dich bis zum neunzehnten Lebensjahr u.a. in Theatergruppen und Projektwochen rumdrückst, gefühlte zehn Jahre lang die Zeit von '33 - '45 reflektierst, Wochen der gesunden Ernährung über dich ergehen lässt, und bestimmt noch die eine oder andere Öko-Indoktrinationsveranstaltung absolvieren musst. Dann erst bist du hochschulreif.

Solltest du nicht so lange in der Schule bleiben wollen, kannst du danach ja immer noch eine Berufsausbildung machen. Aber, ganz ehrlich - für diese Ausbildungsplätze bewerben sich mittlerweile auch die neunzehnjährigen Abiturienten, und denen traut der Personalchef noch eher zu dass sie auch lesen und schreiben können. Das schmälert deine Chancen schonmal ganz schön.

In der Ausbildung verbringst du nun weitere drei bis viereinhalb Jahre. Du kannst z.B. Fachkraft für Systemgastronomie werden. Da bringt man dir in drei Jahren z.B. bei, wie du "einfache Speisen" (belegte Brötchen?), Heiß- und Aufgussgetränke zubereitest. Aber auch, wie du Marketingmaßnahmen planst, Preise kalkulierst und eine Personaleinsatzplanung hinbekommst.
Ein weites Feld, wie ich finde - aber geht das nicht auch mit "Learning by doing"?

Du kannst aber auch was Technisches machen, und z.B. Industriemechaniker werden. Da bist du nach zwei Jahren eigentlich fertig, aber dann kommt nochmal eine mindestens zweijährige Spezialisierung auf dich zu. Nach den nun geschafften vier Jahren musst du nur noch Glück haben, dass genau deine Spezialisierung auch gerade auf dem Markt gefragt ist.
Vom Mechatroniker würde ich hingegen abraten. War mal als tolle eierlegende Wollmilchsau erdacht, scheitert aber in der Praxis. Weil, wie mir oft zugetragen wurde, diese Mechatroniker nix richtig können, sondern nur von allem ein Bisschen. Mit denen kann man wohl nicht viel anfangen. Schade.

Tja, aber wenn du dein Abi geschafft hast und es nun keine Ausbildung sein soll, oder du ganz einfach nicht weißt, wozu du überhaupt Lust und Veranlagung hast ... dann studiere!

Und da gibt es mannigfaltige Möglichkeiten. Auf diesen ganzen Artikel hat mich ein gestern gehörtes Radiointerview mit einer Diplom-Puppenspielerin gebracht. Ich dachte nur, häh? Diplom-Puppenspieler? Das ist ja wie bei unserer bekanntesten Abbrecherin des Studiums der Theaterwissenschaften. Das sind doch Berufe, die die Welt nicht braucht, oder?

Das ist sogar noch beknackter als die zu Hunderten zur Floristin ausgebildeten dauerarbeitslosen Frauen, die nun auch dachten endlich einen bezahlten Beruf zu erlernen. Aber bei der Recherche entdeckte ich, dass es an Kunst- und Musikhochschulen noch jede Menge anderer "musischer" Studiengänge gibt, bei denen ich nicht immer direkt einen akademischen Grad vermutet hätte.

Ich habe da auch gleich erfahren, dass z.T. keine Studiengebüren dafür verlangt würden (z.B. Berlin/Puppenspieler), oder diese mit 400 €/Semester doch noch recht übersichtlich ausfallen. Da frage ich mich dann aber doch, wofür die ganze Zeit (so um die acht Semester)  und das ganze Geld (aus dem Landeshaushalt) dort investiert werden.
Um noch mehr Leute (jetzt mit Diplom ausgestattet), in den eh schon hochsubventionierten  Kulturbetrieb zu schleusen, auf dass sie mit Minigehältern ihr Restleben fristen? Die große Kohle machen doch eh die Stars des Genres, und bei denen ist es doch auch egal ob sie ein Diplom haben, oder?

Wofür, um alles in der Welt, braucht man diplomierte Volksmusiker? Warum gibt es eigentlich keine Diplom-Hütchenspieler? Wieso wiegt man erwachsene Menschen in dem Glauben, dass sie eine jahrelange Ausbildungszeit mit Abschluss brauchen um danach richtig Kaffee kochen, Blumensträuße binden, schauspielern, puppenspielen, oder (Gott bewahre) Volksmusik machen zu können?

Klar, "Kunst kommt von Können". Al Pacino und Bruce Willis hatten Schauspielunterricht, Johnny Cash als Kind Gittarren- und Gesangsstunden. Talent braucht auch Technik, keine Frage ... aber müssen staatliche Hochschulen unbedingt "Diplom-Spielleute" ausbilden? Könnten Diplom-Volksmusikerin Marianne und Diplom-Volksmusiker Michael eventuell mehr Fans begeistern, wenn sie mit einem staatlichen Abschluss für sich werben würden?

Tut mir leid, aber den Sinn dieses Zirkus vermag ich nicht zu erkennen.

Mittwoch, 23. März 2011

Eins, zwei ... Freddy kommt vorbei!

Heute muss ich mich mal in eine Zeit zurückversetzen, als ich so zehn, elf Jahre alt war. Das ist zugegebenermaßen schon ein paar Monde her, aber ich weiß noch, welches Bild ich als Kind von Erwachsenen hatte.
Egal wie schlau ich mir damals vorkam, wie naseweis oder altklug ich mich gab - ich war mir immer darüber im Klaren, dass ich nur ein Kind war. Die letzte Instanz in allen Fragen die ich so hatte, waren immer "die Erwachsenen". Das waren nicht einfach nur "große Menschen", sondern Respektspersonen, die letzten Endes immer recht hatten. Erwachsene wussten was richtig und was falsch ist, sie wussten immer was zu tun ist, und was man unterlassen muss. Sie hatten die Antworten auf meine Fragen, und wenn sie mir etwas erzählten, dann galt das als wahr. Besonders den Eltern, sowie den Erziehern und Lehrern bringt man als Kind ein besonderes Vertrauen entgegen, denn die wollen und sollen einen ja erziehen und lehren. Wenn man denen nicht vertrauen könnte, wem denn dann überhaupt noch?

Wenn man selbst schon ein paar Jahre erwachsen ist, dann verschwindet irgendwie dieses Bewusstsein, welche Wirkung man selbst gegenüber Kindern hat. Man kennt ja inzwischen seine Mit-Erwachsenen mit all ihren Fehlern und Unzulänglichkeiten, man weiß, dass manche Erwachsene auch eine komplette Vollmeise haben, und Kinder diversen Erwachsenen durchaus intellektuell überlegen sein können ... aber Kinder selbst? Kinder wissen so etwas noch nicht. Die glauben noch an die großen Vorbilder. Sie kaufen ihnen ihre Äußerungen als Wahrheiten ab. Vor allem, wenn die Vorbilder als Pädagogen daherkommen.

Was wäre nun aber, wenn diese Pädagogen, diese ausgebildeten Lehrer, ihre eigenen irrationalen Ängste an ihre kleinen Schutzbefohlenen weitergeben? Sie indoktrinieren, ihnen Angst machen, ihnen vielleicht Horrorfilme vorspielen und sie vorm unsichtbaren Tod warnen?
Dem Tod, dem schleichenden Verderben, welches überall lauern kann? Man kann es nicht sehen, schmecken, riechen - aber wenn es kommt, dann ist es furchtbar und verhehrend! Du könntest es essen, trinken, einatmen ... der Wind kann es zu dir tragen und auf deine Haut legen. Deine Kleider können sich damit vollsaugen, und du merkst es gar nicht. Noch nicht! Aber bald wird es anfangen dich aufzufressen. Du wirst krank und siech, und am Ende steht ein schmerzvoller Tod.

Und glaube keinem, der das abstreitet - die lügen alle! Sie sind gekauft von denen, die das unsichtbare Grauen in die Welt bringen. Uns aber kannst du vertrauen, denn wir wollen nur dein Bestes.

Irre, oder?

Gar nicht so irre! Anscheinend Realität. Hier mal nur ein Ausschnitt aus einem Kommentar in Zettels kleinem Zimmer von gestern Abend. (Bitte dort komplett lesen)
Innerhalb einer Woche haben die beiden [Kinder] im Unterricht jeweils drei Filme zu Atomkatastrophen gesehen (eine vom Schulministerium über Tschernobyl, einen Spielfilm über eine (Atom?-)giftwolke in Deutschland und einen über, glaube ich, Hiroshima; mit geburtsdefekten Lämmchen und haufenweise Vebrennungen in schwarzweiß), 1x Strahlenschutzanzüge aus Alufolien enworfen, 2x an japanische Kinder, denen der Strahlentod droht, geschrieben, gefährliche Nahrungsmittel diskutiert, Milchpulver gehortet und an unzähligen Monologen der Lehrkräfte und der Stuhlkreisteilnehmer über ihre Angst vor dem Atom und dem Krebstod teilgenommen.
Nun kenne ich weder den Verfasser, noch seine Kinder oder die betreffende Schule. Aber ich denke schon, dass die Beschreibung der Wahrheit entspricht. Ich erlebe seit über einer Woche, wie durchaus intelligente Menschen beim Mega-Angstthema Radioaktivität komplett am Rad drehen. Da ist nichts mehr rational, da regiert nur noch das Stammhirn. Hier habe ich mich über sie aufgeregt. Warum sollten ausgerechnet Pädagogen gegen die grassierende Hirnschmelze gefeit sein? Schließlich gehört Gudrun Pausewangs Angstbuch "Die Wolke" ja schon seit einigen Jahren zum schulischen "Literaturkanon". Und diese Info hat mir meine Frau bestätigt.

Aber, Leute. Gehts noch? Lehrer, die kleine Kinder erschrecken, dass sie die Nahrungsaufnahme verweigern und lieber wieder bei den Eltern schlafen? Habt ihr komplett den Verstand verloren? Habt ihr überhaupt noch eine Ahnung was ihr da anrichtet? Tolle Vorbilder seid ihr!
Man sollte euch wegen Missbrauchs Schutzbefohlener anzeigen, ihr jämmerlichen Versager!