Freitag, 8. Juni 2012

Kittelwechsel für Schleckerfrauen?

Schleckerfrauen und kein Ende. Und es wird immer blöder. Jetzt sollen die Verkäuferinnen also zu Pflegerinnen umgeschult werden. Klar, liegt ja nahe.
An Verkaufspersonal gibts ja anscheinend nirgends mehr Bedarf, aber an Pflegekräften immer. Und ob man nun Saftkisten in Regale wuchtet, oder Opi von links nach rechts dreht - wo ist der Unterschied? Naja, und ob man nun die Sauerei wegwischt, wenn ein Kunde 'ne Packung Joghurt hat fallen lassen, oder aber die wenn ... aber lassen wir das lieber.

Der Aktionismus, den die BuReg hier mal wieder an den Tag legt, ist bescheuert, aber systemimmanent. Man muss ja was tun! Ist ja auch Wurscht, ob eine Verkäuferin vielleicht weiter Verkäuferin bleiben will, oder nicht. Die Regierungsnannys haben da einen anderen Plan. Die denken da: Oh, Frauen - was kann man mit denen schon anfangen? Aufsichtsräte werden lassen, oder Topmanagerinnen? Nee, auch wenn das frauenquotenmäßig wünschenswert wäre - dafür sind sie bestimmt nicht qualifiziert genug. Waren ja nur Kassiererinnen und Kistenstaplerinnen. Also irgendwas anderes, was Frauen so können.

Pflege und Wartung von fremden Menschen? Toll! Das will ja jede machen. Liegt ihnen ja im Blut, irgendwie. Genetisch so angelegt. Wie Blumenbinden. Aber Floristinnen haben wir ja schon genug auf dem zweiten Bildungswege produziert.

Also Pflege klingt gut. Das kann man den Menschen da draußen im Lande auch gut verkaufen. Die denken da auch so an das Nächstliegende. Frau = soziale Ader. Geht auch bei jeder. Muss nicht jung, hübsch oder intelligent sein - Omis und Kinder füttern, das können sie alle.

Jetzt stelle man sich mal vor, wie es wäre wenn eine Baumarktkette in Deutschland dichtmachen müsste. Oh, die Holzmichelmänner werden arbeitslos! Was können wir denn da machen? Was haben wir da noch so an gesellschaftlich wünschenswerten Verwendungen?

Rapsbauern vielleicht? Wegen der ökologischen Energiewende? Windmühlenflügelputzer, Solarpanelpolierer? Oder Ingenieure, wir brauchen ja dringend Ingenieure sagt der BDI! Und mit Werkzeug und so ... also das können die bestimmt mit Links.

In Ballungsräumen bräuchte man auch noch Sozialarbeiter und Streetworker. Das wäre doch auch was. Da steckt in beiden Begriffen der Arbeiter drin. Das hat was Kerniges, was Männliches - und sozial ist es auch noch. Also um die Männer auch so ein bissl in die gesellschaftliche Pflicht zu nehmen, ohne sie zu sehr zu überfordern. Viele Männchen sind ja noch nicht so weit. Die haben das gewünschte soziale Bewusstsein noch nicht so entwickelt.
Naja, und wenn sie selbst das nicht wollen - fragen wir sie überhaupt? - dann geht immernoch Fahrradbeauftragter oder so was.

Was wäre jetzt aber wenn es eine Bank umreißen würde? Ist ja nun nicht so weit hergeholt. Auch wenn die Bank weiter als Zombie von der EZB untot erhalten würde - es könnte ja sein, dass da mal ein paar tausend Banker überflüssig werden würden. Wie würden unsere Ministerinen (sic!) denn darauf wohl reagieren?

Hm, Banker. Die haben ja mit Geld zu tun, nicht? Also die sind von Natur aus vertrauenswürdig und können rechnen. So eine Ladenkasse könnten die doch bestimmt beaufsichtigen, und mit Kunden können die auch umgehen. Und als Männer könnten die doch bestimmt auch Kisten stapeln und Regale füllen, oder? Wie wäre es denn mit 'ner Umschulung zu Verkäufern? Der Einzelhandel hat da doch bestimmt Bedarf.

Deppenrepublik.

Kommentare:

  1. Das ganze Gedöns um Schlecker und seine Frauen ist reichlich merkwürdig. Handelt es sich doch bei der Pleite Schlecker um einen einzigartigen Fall von Erfolg der verdi-Gewerkschaft.

    Erfolgreich wurde zum Boykott von Schlecker wegen der angeblich mißlichen Behandlung des Personals aufgerufen. Folge: Kein, oder erheblich weniger Umsatz, mangelnde Rendite, Aufzehrung des Eigenkapitals, Pleite, Entlassung. Ziel erreicht!

    Seit wann jammert ein im Ziel angekommener Läufer über den Erfolg? Mehr Sportsgeist bitteschön! Auch von den Verkäuferinnen, die sich über die "Unterstützung" von verdi so gefreut haben: Wegen ihrer Ausbeutung

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  2. Da sieht man mal wieder, welchen Wert der Beruf Krankenschwester in dieser Gesellschaft wirklich hat. Bei den Lehrern ist es nicht wirklich anders...

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  3. Ein schön gezeichnetes Bild von Planwirtschaft.
    Umgeschult werden Beschäftigte.
    Mitarbeiter dagegen suchen sich neue Herausforderungen, arbeiten sich ein oder lernen ein neues Aufgabengebiet kennen.
    Der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit besteht darin, sich nicht vom Staat, von Gewerkschaften oder sonstwem zum Beschäftigten machen zu lassen.

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