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Montag, 21. November 2011

Gerade noch mal gut gegangen

Jetzt muss ich Herrn Schäuble nach der Kritik des letzten Artikels schon wieder in Schutz nehmen. Er hat sich nämlich durchgesetzt. Irgendwie im Interesse seines Landes, gegen eine europäische Politinstitution. Wow!

Er hat das hinbekommen, weil er bei der demokratisch nicht legitimierten Bürokraten-Auffanganstalt EU-Kommission durchsetzen konnte, dass ein Gesetz des nur halbabsurd semidemokratischen EU-Parlaments nicht angewandt wird. Hä?

Ja nun ... ehrlich gesagt habe ich mich in der letzten Zeit nicht ein einziges Mal gefragt, was denn das EU-Parlament zur Überwindung des europäischen Verschuldungsdesasters beitragen würde. In meiner Wahrnehmung beschränkt sich dieser Laden auf Silvana Koch-Mehrins Eskapaden, auf den blasenquatschenden Unsympathen Martin Schulz (der Kapo), und vor allem auf den unterhaltsamen Nigel Farage, der den Europaratspräsidenten Herman van Rompuy schon mal einen nassen Lappen nennt.

Heute klärt mich Welt online allerdings darüber auf, dass das EU-Parlament doch eine stabilisierende Maßnahme beschlossen hat. Sein bisher einziger Output dazu.
Das Europarlament ist stolz auf den verschärften Stabilitätspakt, die erste Maßnahme in der Euro-Krise, die sein Schoß gebar und nicht einer der Gipfel der Regierungschefs.
So, und wie soll dieser Pakt nun aussehen?

Wenn ein EU-Land einen zu hohen Leistungsbilanzüberschuss zu verzeichnen hat, soll es Strafen zahlen.
Wie bitte? Es sind doch gerade die letzten Länder mit solchen Überschüssen, die noch halbwegs Vertrauen am Finanzmarkt genießen, also genau die, an deren Triple-A Rating der bisher ausgebrütete Rettungs-Unsinn hängt. Warum das denn?
Die Maßnahmen sollen Ungleichgewichte in der Wirtschaftskraft mildern, so die Idee hinter dem Gesetzestext, den das Europaparlament beschlossen und den sein Präsident Jerzy Buzek am Mittwoch dieser Woche unterzeichnet hat. Deutschland soll seinen Wohlstand nicht mit dem Export von Waren erwirtschaften, für den andere Länder sich verschulden müssen, um ihn sich leisten zu können.
Äh ... ja, klar. Deutschland macht sich satt, indem es seine Nachbarn dazu zwingt sich zu verschulden. Böses D! Dafür sollst du zahlen! Wie übrigens auch Luxemburg, Finnland und die Niederlande. Ihr seid unsozial, ungerecht und verdient am Elend anderer. Parasiten!

Anders ausgedrückt klammert sich eine Horde Ertrinkender an die letzten Schwimmer, die sich noch mittels Schwimmflügeln über Wasser halten können. Aber weil das ungerecht ist, sollen sie daraus noch etwas Luft ablassen (wahrscheinlich in die Lungen der umgebenden panischen Wassertreter), damit sich auf diese Weise die Chancen aller verbessern.

Ob es jetzt ein so doll tragfähiges Geschäftsmodell ist, seine Exporte via Kreditvergabe quasi selbst zu bezahlen, lasse ich mal dahingestellt. Es geht hier trotzdem um bestehende Leistungsfähigkeit, die das EU-Parlament bestrafen möchte. Und dagegen hat sich Schäuble nun erfolgreich gewehrt.

Er hat sich dazu an die Kommission gewandt, also an den anscheinend einzig relevanten Player auf europäischer Ebene ... und schon ist die Sache aus der Welt. Bezeichnend, oder?

Bezeichnend ist auch, dass ich Schäuble und Kommission schon lobend erwähnen muss, wenn sie nur etwas tun, dass mal nicht total unsinnig ist. Gestern noch irritierte mich Schäuble mit seinem Ruf nach einer "neuen Ordnung", und belustigte mich die Kommission mit ihrem Verbot Wasser mit seiner dehydrierungsverhindernden Wirkung zu bewerben, wie sie mich schon früher mit ihrer merkwürdigen Art der Bürgerbeteiligung aufregte.

Heute darf ich erfahren, dass die europäische Verwaltungstätigkeit wieder teurer wird, und ich frage mich ernsthaft wofür man diesen ganzen Zirkus eigentlich braucht.
Nun steht der Buchstabe des Gesetzes gegen eine Erklärung der Kommission, der Exekutive des vereinten Europa. Was hat mehr Gewicht? Diese Frage stellt Buzek ungewöhnlich deutlich. "Die Kommission sollte keine Erklärungen abgeben, die als Einschränkung der Umsetzung ... interpretiert werden könnten", erklärte er im Plenum. Eine scharfe Rüge.
(Miss-)Management by Basar? Wofür sind diese ganzen Politiker-ABM eigentlich gut, wenn ihr einziger Vorteil darin besteht, dass sich auch mal Zwangskoalitionen der einen, gegen Schwachsinn der anderen durchsetzen können?

Braucht die irgendwer, außer sie sich selbst?

Dienstag, 9. August 2011

Frechheit!

Durch Zufall habe ich mitbekommen, dass heute die online-Umfrage der EU zum Thema Plastiktütenverbot endet.

Ja, die EU-Apparatschiks kümmern sich auch noch um Glühbirnen, Gurkenkrümmungsgrade und Seilbahngesetze für jede Sandbank im Europa-Reich wenn ihnen schon das Wasser bis zum Halse steht. Völlig Wurst ob der Laden grad zusammenklappt, für irgendwelche Verbots- oder Besteuerungsinitiativen ist da immer noch Zeit.

Neu war mir allerdings, dass die Kollegen auch mal die Bürger zu ihren Ideen befragen. Löblich, löblich.
Nur ... wo fragen die das denn? Und warum erfahre ich das erst heute durch Zufall? Normalerweise halte ich mich doch eigentlich für recht gut informiert?

Hm, googeln wir mal: "Plastiktüten verbieten EU Abstimmung"

Erster Treffer ist 'ne BILD-Meldung vom Mai. "Online-Befragung findet statt" - ist aber kein Link dabei. Zweiter Treffer ist PI ... auch ohne Link. Aber im Kommentarbereich war jemand so freundlich.

Hier gehts also lang: http://ec.europa.eu/environment/consultations/plasticbags_en.htm

Bin mir jetzt grad nicht sicher, ob ich bei solchem Quatsch überhaupt mitmachen will, aber was solls. Ich meckere ja sonst immer, dass die mich nie fragen, also sollte ich da schon mittun wenns schon mal angeboten wird.

Erstmal passiert ... nix. Oh, man will mich "redirecten". Hm, schalte ich jetzt den Scriptblocker ab? Zähneknirschend ... ja. Grmpf!
Och nö, is ja alles englisch, und jetzt wollen die auch noch Zusatztexte!

Muss es doch auch auf deutsch geben, oder? Nope, ab hier ist Schluss mit der europäischen Sprachenvielfalt.
Ich versuchs aber trotzdem, so ein bissl Frage-und-Antwort Englisch kriege ich schon unfallfrei hin.

Jetzt reichts aber! Noch 'ne Seite? Noch mehr Zusatzantwort-Kästchen? Sind die komplett behämmert, oder wollen die mich weichkochen? Soll ich mich hier stundenlang durch Frageseiten hangeln bis ich aufgebe?
Ich gebe auf. Es reicht mir. Ich will mich mit diesem Kasperverein nicht rumärgern.

Wer mich nicht in meiner Sprache anreden kann, will wohl auch nicht wirklich Antworten von mir. Wie können die davon ausgehen, dass jeder sie versteht? Und was würden die z.B machen, wenn jeder die allfälligen 300 Zusatzworte in seiner Landesprache reinhämmern würde? In deutsch, baskisch, Farsi oder Urdu? Das lesen die doch eh nicht!

Was ist mit EU-Bürgern, die gar nicht auf die Idee kämen solchem Quark hinterherzugoogeln? Was mit denen, die überhaupt nicht netzaffin sind? Was ist mit Omma und Onkel Helmut? Was mit stolzen Franzosen, die nie auf die Idee kämen, dass es noch eine andere Sprache als Französisch gibt?

Also echt, solchen Murks können die auch gleich lassen. Es bleibt dabei - ich habe keinen Bock auf die EU-Kommission.

Lasst euch doch endlich eintüten!

Donnerstag, 16. Juni 2011

Und täglich kotzt das Murmeltier

Kann sich noch jemand daran erinnern wie es vor 1998 war mit der Stromversorgung? Vor der Liberalisierung des Strommarktes? Was wurde da gemeckert, weil der jeweilige Gebietsmonopolist zuviel für die kWh haben wollte. Der hatte vielleicht eine ungünstige Kostenstruktur, auf jeden Fall zuviel Beamtenmentalität, Mitarbeiter die auch eine Wählermacht darstellten ... und er war ein teures Abklingbecken für abgehalfterte Kommunalpolitiker.

Als die Liberalisierung dann durchschlug, guckten die Versorger erstmal blöd, weil es auf einmal jede Menge Konkurrenz gab und lieb gewordene Überkapazitäten plötzlich zum Kostenfaktor wurden. Der Strompreis brach jedenfalls massiv ein, und reine Stromverkäufer begannen die Kunden einzusammeln. Es hätte so schön für die Verbraucher werden können, wenn die Politik nicht unter dem Vorwand von Energiesparanreizen begonnen hätte Energie massiv zu besteuern (Strom ist zu billig!).
Dazu kam dann noch der EEG-Wahnsinn inklusive des Anschlusszwangs von Windparks und damit verbundener Erhöhung der Regelleistung. CO2-Zertifikate, Brennelementesteuer, dies das und jenes.

Der Verbraucher, ob privat oder industriell, ist der Gelackmeierte. Strom ist mittlerweile kein Produkt mehr, sondern ein Politikum an dem ständig irgendwo rumgeschraubt werden muss.
Die Zwickmühle ist die: Verbraucher wollen es billig, Erzeuger wollen was verdienen. Die Politik sollte wollen dass

a) der Stromverbrauch nicht zum Armutsrisiko wird
b) die Wirtschaft nicht dem Land den Rücken kehrt
c) die Stromversorgung ausfallsicher, planungssicher und möglichst unabhängig ist

Was sie aber tatsächlich macht, ist eine Unterordnung in Bezug auf "Klimaziele" und den Beitrag zum Steueraufkommen des Staates.
Die Punkte a bis c geraten komplett aus dem Blickfeld, und das Feld Energieversorgung wird zum Spielball zwischen Bürokraten, die

d) möglichst auf Zufallsstrom umsteigen wollen (Vehikel CO2-Einsparung)
e) überhaupt möglichst wenig Stromverbrauch zulassen wollen (Öko-Design, intelligente Stromzähler)
f) trotzdem möglichst viele Abgaben in die Staatskasse fließen lassen wollen

Unter Beteiligung von Bund und EU entsteht ein ärgerliches, teures und vor allem unnötiges Kuriosum das man wohl mit Fug und Recht einen planlosen Plan nennen kann.
Hin- und hergerissen zwischen abstrusen Utopia-Projekten (Norwegen als Energiespeicher fluten, Desertec in Nordafrika, Elektromobilität zum Planziel erklären) und Abrissarbeiten an der herkömmlichen Stromerzeugung (Atomausstieg, CO2-Zertifikatsauktionen) versucht man jetzt den ganzen Kuddelmuddel planwirtschaftlich so zu ordnen, dass die Endabnehmer nicht einfach nur an einer sicheren Stromversorgung partizipieren können wie bisher, sondern, dass sie zum Teil des großen Plans von Erzeugung und Abnahme werden sollen.

Bisher ist von einer staatlich gesteuerten Abnahmemöglichkeit bzw -verpflichtung noch nicht die Rede, aber der Weg führt geradewegs dorthin. Vorerst werden noch die Werkzeuge dazu vorgestellt, und dem Bürger als Fortschritt angepriesen. (Hier habe ich mich schon dazu geäußert)

Nun wird die zweite Stufe gezündet, die Pläne werden konkreter. Man lese sich einmal in Ruhe durch, was Brüssel jetzt für uns auf der Pfanne hat. Brüssel will Verbraucher zum Stromsparen zwingen.
Nach Plänen von EU-Kommissar Günther Oettinger müssen die Energieversorger künftig sicherstellen, dass ihre Kunden weniger Strom und Gas verbrauchen. Jedes Jahr sollen die Unternehmen ihren Anteil am Energiemarkt um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresverbrauch senken.
Okay, die Versorgungsunternehmen sollen also ihren Produktabsatz nach Planvorgaben jährlich verringern. Also wenn das kein planwirtschaftlicher Bürokratenauswurf ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Und um das auch zu erreichen sollen die Kunden von ebendiesen Privatunternehmen durch "Sackgang" erzogen werden. Grandios!
"Dieser Anteil der Energieeinsparung soll von den betreffenden Versorgern beim Endkunden erreicht werden“ (...)
Außerdem will Brüssel die Unternehmen zwingen, den Kunden häufiger Rechnungen zuzustellen, damit diese einen besseren Überblick bekommen und Licht, Heizung oder Waschmaschine kostensparender einschalten.
Die EU-Plankommission hat auch noch etwas für die untergeordneten Nationalstaats-Bürokraten in petto, denn diese sollen auf radikale Energieeffizienz getrimmt werden, koste es was es wolle. Es ist ja nicht Oettingers Geld.

Das Freundlichste was mir dazu einfällt ist, dass der Oettinger und seine Plankommission wohl massiv Nebenluft ziehen. Es kann ja wohl nicht sein, dass diese überbezahlten Nichtsnutze auf derart impertinente Art und Weise in die Energieversorgung, und damit in die Daseinsvorsorge der Bürger eingreifen wollen. Vom Abwürgen der noch funktionierenden Teile der arbeitsplatzschaffenden Privatindustrie mal ganz zu schweigen.

Das ist nicht nur unverschämt, das ist totale Hybris.

Und das Schlimmste ist, dass unsere Klimakanzlerin und ihr devotes Abnickergefolge nicht mal mehr auf die Idee kommen werden diesen EU-Sozialisten unter Androhung von Geldmittelstopp den Finger zu zeigen. Das bissl Empörungsgeschrei jetzt sind Rückzugsgefechte.
Die werden Richtlinien erlassen (sofern es den EU-Zirkus bis dahin noch in seiner heutigen Form gibt), sie werden Strafzahlungen bei Nichtbefolgung verhängen, sie werden sich bürokratisch austoben und dabei denken alles richtig zu machen.

Egal, ob wir wollen oder nicht - wir werden für all das zahlen. Für die verhängten Strafen, für die unerwünschte Post und den Aufwand der dafür getrieben wird, für intelligente Stromzähler ...
und wir zahlen mit dem Verlust unserer Freiheit. Wieder mal ein Stückchen mehr.

Das muss alles ein verdammt böser Traum sein. Wer nur hat die gewählt, die soetwas zulassen???


Dazu auch Zettel, sowie Rott&Meyer

Montag, 7. März 2011

Post aus Flensburg und die islamophoben Tendenzen des Norbert R.

Schön, dass sich im "Benzingipfel"-Kickoff schonmal ein Player positioniert. Warum aber gerade die Autofahrerlobby mit auf diesen Zug der Idioten und Planwirtschaftler aufspringt ist mir dennoch ein Rätsel.
Der Automobilclub ADAC fordert im Chaos um die Einführung des Biosprits E10 eine zentrale Information für Autofahrer über das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg. "Nun, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist: Wir brauchen tatsächlich eine zentrale Anschreibaktion über das Kraftfahrt-Bundesamt", sagte der Leiter des ADAC-Technikzentrums, Reinhard Kolke, am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".
"Der Verbraucher solle schriftlich und verbindlich informiert werden, ob sein Auto mit E 10 betankt werden kann oder nicht"

Sind die eigentlich alle nur noch bescheuert? Gibt damit dann irgendwer eine Garantie ab, wenn die Karre doch verendet? Zahlt der Tankwart, der Autobauer, das Kraftfahrtbundesamt gar?

Und wofür das ganze? Welche Vorteile soll der Dünnsprit denn nun haben? Bis jetzt wurde doch alles widerlegt was so großartig dran sein soll. Kein Öko, kein Ölsparen, kein garnix. Bisher gibt es nur Berichte zu lesen über mangelnde Leistung und hohen Verbrauch. Jetzt warnt BMW auch noch davor, dass das Motoröl Wasser ziehen könnte. Großartig.

Dementsprechend will kein Mensch den Autofusel tanken. Warum halten Röttgen und co nur so vehement an dem Pannenbenzin fest? Weil die Autoindustrie irgendwann mal gesagt hat, dass sie die ohnehin bescheuerten CO2-Einsparungen besser hinbekäme wenn man Biosprit in den Tank kippt?

Und überhaupt, hat eigentlich schonmal jemand an unsere muslimischen Mitbürger gedacht? Das Recht auf einen alkoholfreien Arbeitsplatz haben sie zwar, aber jetzt zwingt man Murat ja geradezu dazu, auf einen Diesel-Dreier umzusteigen.

Mal ganz abgesehen davon, dass so ein Zwangsneukauf eine Diskriminierung sondergleichen darstellt, und noch garnicht klar ist, ob das Amt auch die Kosten dafür übernimmt ... lohnt sich so ein Heizölbrenner im permanenten Stadtverkehr überhaupt?

Aaargh! Gut dass ich Dieselfahrer bin, aber Leute - wenn ihr endlich auf die Barrikaden geht um diesen Irrsinn zu kippen bin ich dabei. Versprochen!

Sonntag, 6. März 2011

Die EU will mal wieder Verbraucher schützen

Die EU-Kommisssion, hier vertreten durch Günter Oettinger, fordert also eine monatliche Energieabrechnung für uns. Oettinger:
Deshalb wollen wir mehr Information und Transparenz, etwa durch die Technik der Smart Meter. Diese sollen den alten Stromzähler ersetzen, den genauen Verbrauch einer Waschmaschine oder eines Trockners berechnen. Außerdem wollen wir keine großen Abrechnungen mehr, die der Kunde nur einmal im Jahr von seinem Versorger bekommt. Stattdessen gibt es eine detaillierte Verbrauchs- und Kostenrechnung, und die jeden Monat.
Das ist ja lieb! So muss der arme Zählerableser nicht mehr einmal im Jahr alle Haushalte abklappern. Nee, stopp! Das machen ja eh schon die Verbraucher alleine, also warum sollen die nicht einfach jeden Monat in ihren Keller gehen und den Zählerstand ablesen, wenn es sie interessiert? Sie könnten dann selbst mittels Taschenrechner rausfinden, wieviel sie im Monat verbraucht haben.
Wer zu doof zum addieren und multiplizieren ist, könnte die Rechnerei ja dann auch seinem Versorger überlassen und bekäme nach Übermittlung der entsprechenden Zahl eine "Verbrauchs- und Kostenrechnung".

Man merkt schon, das ist Schwachsinn. Die allerwenigsten Menschen hätten da wirklich ein Interesse dran und würden sich sowas antun. Zeitverschwendung und erhöhte Bürokratiekosten wären die Folge. Und immernoch, wer das will kann ja ab und zu im Keller selbst nachrechnen.

Darum gehts der EU-Kommission aber garnicht. Sie möchte den Bürger erziehen. Und so eine Monatabrechnung wäre da ja nur der erste Schritt. Ob ich mir die angucke weiß ja keiner. Ob, wenn ich sie mir ansehen sollte, nun erschüttert mein Verbrauchsverhalten ändere steht auch in den Sternen. Wahrscheinlich stünden auf solchen Abrechnungen dann so tolle Nanny-Vorschläge, wie "wussten sie schon, das man auch im Dunklen Fernsehen kann?", oder "die Kraft der Sonne und des Windes können sie beim Wäschtrocknen ganz einfach selbst nutzen! Ein Wäschtrockner hingegen verbraucht bis zu x,xy kWh pro Trocknungsprozess."

Davon gehe ich einfach mal aus, aber es dürfte nicht dabei bleiben. Wer sagt eigentlich, dass Verbrauchszähler in den dunklen Keller gehören? Wären solche Momentan- und Kumulativanzeigen in der Wohnung nicht viel besser aufgehoben? Im Badezimmer vielleicht, oder doch gleich über dem Fernseher? In EU-normierten 15 x 20 cm?

Später eventuell dann mit gelben Warnlämpchen versehen, die man erst quittieren muss, damit sie aufhören zu blinken, wenn man mal "zuviel Strom verbraucht hat". Eine rote Alarmleuchte, die man bei nachgewiesener "Verschwendung" nicht mal mehr quittieren kann? Vielleicht auch garniert mit einem warnenden Summton, der bei weiterem Verbrauch immer weiter anschwillt?

Was spricht eigentlich gegen persönliche Energiekontingente, die man nicht überschreiten darf? Gegen eine Energieverbrauchsfreigabe nur dann, wenn gerade der Wind weht? Gegen einen limitierte Energiefluss, den man zu bestimmten Zeiten nicht überschreiten darf, oder Thermostate die die Raumtemperatur auf EU-Norm halten?

Genau das ist es, wo diese wahnsinnigen Bürokraten hinwollen. Früher oder später geht das ganz einfach, weil wir die technischen Anfänge einfach zugelassen haben. Das darf nicht passieren!

Also ich werde diese kontrollsüchtigen Kommissare jedenfalls nicht mehr wählen. Aber, das hat das Volk ja eh nicht getan. Leben wir eigentlich noch in einer Demokratie?

Dienstag, 8. Februar 2011

EU tut endlich Gutes

Jetzt hat die EU-Kommission endlich mal etwas Gutes auf den Weg gebracht, indem sie die Handy-Ladegeräte standardisiert ... sollte man meinen. Technische Standards sind ja etwas sehr nützliches, keine Frage. So ist es prima, wenn man mit einem handelsüblichen Werkzeugsatz in jeder Ecke der Welt an jedem Gerät Hand anlegen kann. Schön wäre es auch, wenn man keine Netzadapter auf Urlaubsreisen mehr bräuchte. Naja, jedenfalls kennt jeder den unglücklichen Umstand, dass jedes neue Gerät auch gleich seine neuen Kabelagen mit sich bringt und man alten Kram wegwerfen kann. So ist das aber auch mit jedem anderen Elektrogerät, also was soll der Aktionismus?

Ja nun, es wird also standardisiert. Alles fein soweit. Aber warum meint die EU, dass es ausgerechnet bei Handy-Ladekabeln einen Standard braucht? Weil man 50000 t Elektroschrott vermeiden kann?

Und vor allem - wieso kommt man da ausgerechnet auf den Mini-USB-Port? Um einen Handy-Akku aufzuladen braucht man eine Spannungsquelle, einen Netztrafo, ein bissl Kabel und ein Loch im Gerät, in welches man einen Stecker einstöpseln kann. Standardisiert wäre schonmal die Spannungsquelle (naja, zum großen Teil jedenfalls, wenn man UK, GB und Japan ausblendet), überall gleich wären die Kabel (Kupferlitzen) und ein gleichförmiges Loch könnte wohl jeder Hersteller in sein Gerät stanzen. Soweit, so okay ... aber schon beim Netztrafo gibt es eklatante Unterschiede.

Woher will die EU-Kommission wissen, welche Akkus in Zukunft in Handys verbaut werden? Wenn zukünftige Akkus vielleicht nicht 5 Volt, sondern 3,4 oder 2,2 Volt benötigen - braucht das Handy dann vielleicht noch einen onboard-Trafo für den EU-Standard-Ladestrom? Oder meinen die EU-Bürokraten, dass die Industrie mit dem jetzigen technischen Niveau den Idealzustand erreicht hat? Wollen die die Entwicklung auf dem jetzigen Stand einfrieren?

Dazu kommt die Frage, warum man sich ausgerechnet aufs Mini-USB kapriziert. Der USB-Standard wurde ja nun nicht fürs Aufladen von Kleingeräten konzipiert, sondern für die Datenübertragung. Was wäre, wenn wir noch SCART-Kabel für sowas nutzen würden? Bekämen Handys dann jetzt eine kombinierte SCART-Schnittstelle für Daten- und Energiezufuhr? Bis in alle Zeiten festgeschrieben, weil EU-Standard?

Boah, mich gruselts. Und unsere Systemmedien feiern das auch noch als großen Wurf. Wahrscheinlich endlich mal ein EU-Bürokratieauswurf, dem der Standard-EU-Bürger auch was abgewinnen kann, im Gegensatz zu Gurkenkrümmungsgraden, EU-Bananen und Seilbahngesetzen für Mecklenburg-Vorpommern. Aber gerade hier sollte meines Erachtens nach Widerstand zur Pflicht werden. Jetzt haben die Bürokraten einen Fuß in der Tür und wir kennen das alle: Wo die Bürokratie einmal Fuß gefasst hat, sucht sie sich immer neuere Betätigungsfelder und ein Ende ist nicht vorgesehen.

Wo soll denn auch Schluss sein? Man bedenke nur die verschiedenen Speicherkartenformate. Wer braucht denn dutzende verschiedener Card-Slots? Es reicht doch einer mit EU-Siegel! Für immer und ewig Fünfeinviertelzoll-Floppy ... das ist es, was hier an die Tür klopft. Kein Computer braucht mehr als 512 kB Arbeitsspeicher! Oder?

Legt den Pfeifen endlich das Handwerk und feiert sie nicht noch für kurzfristige (angenommene) "Verbesserungen"!