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Dienstag, 5. März 2013

Mindestlöhne

Das Thema Mindestlohn erregt mal wieder die Gemüter. Die Koalition schickt sich an auch noch die letzten Spezialgebiete der rot-grünen Opposition einzuhegen und eigene schwarz-gelbe Pflöcke einzurammen.
Wenige trauen sich noch dagegen aufzubegehren, riskiert man doch sofort das Stigma der sozialen Kälte. Und wir wollen doch lieber alle als warmherzige Kuscheltierchen wahrgenommen werden, oder?

Jetzt hat sich Volker Zastrow, FDP-Vize aus Sachsen, zu Wort gemeldet und erklärt, warum er den Antrag zur Positionierung der FDP mit dem Titel "Leistungsgerechtigkeit durch faire Löhne" im Präsidium abgelehnt hat.
Ihm sei kein funktionierendes Modell zur Einführung von Lohnuntergrenzen bekannt, sagte er, und sinngemäß, dass politischer Einfluss die notwendigen regionalen Differenzierungen (unterschiedliche Lebenshaltungskosten) außer Acht lassen würde. Dies könnte zur Arbeitsplatzvernichtung vor allem im strukturschwächeren Osten der Republik führen.

Verfechter der reinen Lehre sagen auch manchmal einfach nur knapp und klar, dass ein Mindestlohn dem Arbeitsverbot für Geringqualifizierte gleichkäme. Und da haben sie Recht. Ludwig von Mises sagte zur nicht marktgerechten Anhebung von Löhnen folgendes:

"Als Folge davon kann ein beträchtlicher Teil der Arbeitswilligen nur beschäftigt werden, wenn es Arbeitgeber gibt, die bereit sind, mit Verlust zu arbeiten. Und da Unternehmen auf die Dauer nicht mit Verlusten arbeiten können, schließen sie ihre Betriebe und die Leute werden arbeitslos. Die Festsetzung der Löhne über dem Niveau, das sie in einem freien Markt hätten, endet immer mit der Arbeitslosigkeit eines beträchtlichen Teils der Arbeitswilligen." (Mises, "Vom Wert der besseren Ideen", S.95)

Nun ist man es hierzulande ja mittlerweile gewohnt, dass absehbar eintretende Konsequenzen von politischem Handeln nicht gesehen werden, oder nicht akzeptiert werden wollen. Man rührt erstmal etwas ein, guckt sich dann an was passiert und geht davon aus, dass man bei unliebsamen Ergebnissen wiederum politisch gegensteuern kann. Fahren auf Sicht als Strategie.

Es ist aber schon erstaunlich, wie die bestehende Realität bei solchen Kuschelforderungen ausgeblendet wird. Zunächst haben wir ja schon einen Mindestlohn in Deutschland. Er nennt sich soziale Grundsicherung nach SGBII, oder umgangssprachlich HartzIV. Damit ist die Lebenshaltung in einem Maße gesichert, wie sonst wohl kaum noch auf der Welt. Das ist die Untergrenze dessen, was man in diesem Lande für ein menschenwürdiges Dasein braucht - ein darunter gehender Lohn existiert nicht.
Wer Spaß daran hat kann ja mal einen monatlichen HartzIV-Regelsatz inclusive aller vom Amt übernommenen Leistungen (Miete etc.) gegen einen Monatslohn mit 40-, 35 oder 25-Stunden-Woche aufrechnen.

Und jetzt sollte man mal einen Blick auf die Berufe werfen, die hier am Schlechtesten bezahlt werden, und das Ganze zusätzlich noch aus der Sicht eines Arbeitgebers betrachten. Dieser hat ja nicht nur die Löhne zu bezahlen, sondern auch noch allerlei andere Abgaben zu leisten, die schon vor allem staatlich verschuldet sind!

Ich hatte z.B. vor Kurzem einen Minidefekt am Auto. Der Werkstattmensch schaute sich das an, sagte dass das Austauschteil knapp 20 Euro kosten würde, dazu noch ca 10 Minuten seiner Arbeit ... naja, würde so um die dreißig Euro kosten. Der Handschlag kostete mich dann aber letztendlich ungefähr 75 Euro.
Nach Aufrechnung von allem Krimskrams, den der Werkstattbesitzer so zu tragen hat (und natürlich auf mich, den Kunden, umlegen muss) stand da ein Betrag auf der Rechnung, der es mich überlegen lässt, ob es mir das wert war. Wahrscheinlich hätte ich das auch selbst machen können, oder irgendein technisch versierter Bekannter - für 'nen Zehner auf die Kralle.

Es ist ja nicht so, dass der Monteur oder irgendein anderer Angestellter die Kohle bekommt, wenn erstmal die eingesetzten Materialkosten abgezogen sind. Es ist auch nicht so, dass nach Abzug der Arbeitskosten der  Rest als Unternehmerlohn eingesackt wird. Nö, da sind Kapitalkosten zu tragen, die Energiekosten zu bezahlen, allerlei Abgaben an Kammern, Berufsgenossenschaften, Versicherungen zu leisten, Steuerberater und die Aufbereitung für die Bundesstatistik kosten Geld, und nicht zu vergessen, die Abgaben für die Sozialversicherungen des Angestellten. Auch den euphemistisch so genannten "Arbeitgeberbeitrag" muss der Arbeitnehmer schließlich mit erwirtschaften.

Also hat mein Monteur nun einen Lohn von 75 Euro minus den 20 Euro für das Teil? 55 Euro für 10 Minuten Arbeit - also eine Stundenvergütung von 330 Euro? Eher nicht. Hat er brutto 20 €/h? Vielleicht. Bleiben ihm letztendlich 12-13 €/h netto? Ja, das könnte hinkommen.
Wo ist der Rest? Wahrscheinlich zum geringsten Teil bei seinem Arbeitgeber selbst.

In der öffentlichen Debatte wird dieser Hintergrund allerdings tunlichst ausgeblendet. Da gibt es nur die mies bezahlte, ausgebeutete Kreatur und dessen Chef, den knauserigen Blutsauger, der seinen tollen Mitarbeitern nicht die Butter aufs Brot gönnt. Ist es nicht so?
Man muss den knickerigen Boss nur dazu zwingen, seine Angestellten besser zu bezahlen, dann wird alles gut.

Aber schauen wir uns doch mal die angeblich schlechtbezahltesten Berufe in Deutschland an. Ich nehme hierzu mal die Angaben aus der Süddeutschen Zeitung.

10. Koch
9. Kellner/Stewardess
8. Fleisch-/Wurstwarenhersteller
7. Gästebetreuer (Portier, Barkeeper, Buffetkräfte etc.)
6. Wachschutz
5. Zimmermädchen u.ä.
4. Putzfrauen (Büro, privat)
3. Glas- und Gebäudereiniger
2. Textilreiniger
1. Friseur/Friseurin

Auffällig hier: Es sind zumeist Dienstleistungen die man "sich gönnt", die man selbst auch erledigen könnte, sich aber nicht unbedingt zumuten möchte, die "nice to have" aber nicht unbedingt unverzichtbar sind. Man bräuchte nicht unbedingt großes Fachwissen oder eine gründliche Ausbildung dafür. Klassische" schnell mal rein und schnell wieder raus"-Jobs für z.B. Studenten oder gering Qualifizierte. Eine überschaubare Einzelverantwortung und relativ hohe Austauschbarkeit.

Wenn wir davon ausgehen, dass das gesellschaftliche Gesamtbudget von uns als Kunden in etwa dem entspricht was momentan für diese Dienstleistungen ausgegeben wird - wie wird sich die Nachfrage nach diesen Dienstleistungen entwickeln, wenn sie nun teurer werden?
Ich habe mir z.B. vor Kurzem eine Haarschneidemaschine gekauft. Nicht aus finanziellen, sondern aus rein praktischen Gründen. Ich hatte halt keine Lust mehr darauf, wenn ich mal Zeit habe, von Friseur zu Friseur zu rennen und dort in 3 von 4 Fällen auf einem Termin bestanden wird. Mein Haupthaar ist, Kurzhaarschnitt sei Dank, so pflegeleicht, dass auch meine Frau mir das mal kurz stutzen kann. Auch wöchentlich, was rein optisch sehr angenehm ist. Jetzt entgehen den Friseurinnen die sonst sechswöchentlich fälligen 15 Euro (plus 3 Euro Trinkgeld). Auf diese Idee können andere auch kommen, wenn der Haarschnitt nun z.B. 20 Euro kosten würde.

Wie oft "braucht" man einen Koch? Die Lebensmittelpreise steigen, die Energiekosten auch - und damit selbstverständlich auch (überproportional) die Preise auf der Speisekarte. Es wird eh schon genug gemeckert, dass ein Restaurantbesuch zum Luxus wird - man kann doch auch daheim was Schönes machen.
Muss das Büro eigentlich täglich gesaugt werden? Reicht da nicht 1x pro Woche? Und mit dem Lappen über den Schreibtisch gehen, kriegt auch die Sachbearbeiterin zwischendurch mal hin. Da kann man schon sparen, wenn man will.
Müssen da eigentlich 2 Wachleute beschäftigt werden, wenn doch einer plus ein paar Kameras auch ausreichen würde?

Und so kann man sich zu jedem schlechtbezahlten Job auch ein Einsparszenario ausdenken. Denn eins ist sicher, das Gesamtbudget für solche Dienstleitungen wird nicht mit einem Mindestlohn wachsen. Es wird das passieren, was Mises schon vor über 50 Jahren in seinen Vorlesungen beschrieb.

Er hat aber auch noch etwas Grundlegendes nach dem oben zitierte Absatz ausgeführt:

"In Großbritannien war das Ergebnis der hohen, von den Gewerkschaften erzwungenen Löhne eine anhaltende, Jahre dauernde Arbeitslosigkeit. Millionen von Arbeitern waren arbeitslos, die Produktionsziffern sanken. Sogar die Sachverständigen waren verblüfft. In dieser Lage entschloss sich die Regierung zu einer Maßnahme, die sie für unvermeidlich hielt: Sie wertete die Währung ab.
Die Nominallöhne, auf denen die Gewerkschaften bestanden hatten, verloren damit an Kaufkraft. Die Reallöhne sanken."
(a.a.O., S.95)
Es ist nicht undenkbar, dass die Politik mit dem Einschwenken auf die linke Linie des Mindestlohnes schon etwas vorwegnehmen möchte, was die wirtschaftlich schwächeren Länder des Euroraums so vehement fordern. Die Abwertung des Euro. Diese würde wenigstens etwas erleichtert, wenn die unteren Einkommensschichten nicht so schnell auf die untragbar gewordenen Preissteigerungen verweisen würden.

Und interessant daran wäre, dass die heute so vermeintlich sozial denkend Mindestlöhne fordernde Mittelklasse (auch ein Mindestlohn brächte die heutigen Geringverdiener ja nicht wirklich in unangemessene Nähe des eigenen, sicherlich als verdient empfundenen Engeltes), die Verlierer dieser eingepreisten und angestrebten Inflationierung wären. Es wäre politisch ja nur eine definitive Lohn-Untergrenze eingezogen worden. Die heutigen Mittelklassegehälter blieben bei steigender Preisinflation ja erst einmal unberührt.

Herzlichen Glückwunsch!

Montag, 2. Januar 2012

Wer kauft Wollenes aus der Wolfsschanze?

Jetzt haben die süßen Anonymusse wieder zugeschlagen. Im Dienst der guten Sache natürlich. In der "Operation Blitzkrieg" wurden angeblich tausende NPD-Spender und Kunden nicht genehmer Onlineshops geoutet.

Großartig! Wir haben den bewährten Pranger wieder, und alle guten Menschen freuen sich wie Bolle darüber. Da stehen sie nun für jeden sichtbar im Rampenlicht der öffentlichen Verachtung - diese Rechten. Ha! Geht doch! Stimmts, ihr kriegt sie alle irgendwann, diese NPD-ler und Böspulloverträger.

Auch wenn sie jetzt ihre Thor Steinar Klamotten online bestellen und sie wahrscheinlich nur noch heimlich im Keller tragen (denn die entsprechenden Läden bewachen, "verschönern" oder besetzen einige gute Menschen ja schon fleißig, auf das niemand sie unbepöbelt betreten möge)  ... ihr kriegt sie doch dran. Ein paar findige Hacker jedenfalls, auf dass ihr alle eure Freude daran habt, wenn wieder ein paar dieser Finsterlinge ins Licht gezerrt werden.

Was sag ich, Finsterlinge? Nee, die heißen doch anders, ne? Irgendwas mit Tieren ... ähm, Schweine? Ja, Nazischweine, das sind sie doch, nicht? So nennt ihr sie wenn ihr noch ein bissl wild seid, aber wenn ihr schon gesetzter, oder gar öffentliche Personen seid, dann nennt ihr sie nur noch Nazis, oder einfach Rechte. Wobei der Duktus natürlich der gleiche bleibt, und man Hass und Ekel förmlich raushört. Und ... das ist auch gut so. Das ist ehrlich, auch wenn man sich der Form halber schon ein bissl verstellen muss. Hab ich vollstes Verständnis für.

Gut, jetzt habt ihr (haben wir) also ihre Namen, ihre Post- und Mailadressen, sowie die Telefonnummern. Und nu?

Ich meine, das kann doch jetzt nicht alles sein, oder? Was nutzt der Pranger, wenn er nicht strafend wirkt? Die Nachbarn haben doch anscheinend versagt. Die müssen doch gemerkt haben, dass da solche Volksfeinde unter ihnen leben. Und ... nix ist ihnen passiert.
Okay, es kann ja sein, dass das alles so asoziale Elemente sind, die sich eh außerhalb des gesunden Volkskörpers bewegen. Denen ist das natürlich egal, wenn sie am Pranger stehen. Vielleicht können sie sich sogar noch damit rühmen unter ihresgleichen.

Was haben solche Ratten denn schon zu verlieren außer ihrem Leben?

Also sollte man sie vielleicht gleich ...? Oder lieber doch nicht, die Zeit ist wohl noch nicht reif dafür.

Aber falls da irgendwelche Reichen dabei sind, so Kapitalistenheuschrecken - ha! Denen kann man das schöne Leben schon austreiben! Die sind jetzt im Arsch. Und wenn ihr Umfeld noch nichts gemerkt haben sollte von der erfolgreichen OpBlitzkrieg, dann muss man es halt in ihr Umfeld tragen. Bustouren zum Haus organisieren, Kunden und Geschäftspartner informieren, Boykotte durchsetzen, vielleicht irgendwas mit Fackeln machen?
Kein Bein sollen die mehr auf den Boden bekommen!
Und wer trotzdem noch Kontakt mit ihnen pflegen sollte, dem blüht das Gleiche. Wollen wir doch mal sehen wer hier am längeren Hebel sitzt!

Worauf ich hinaus will, ist, dass ihr endlich was machen müsst. Nicht nur gegen diese Brut, diese verdammte Nazibrut. Zuerst mal müsst ihr euch mal ehrlich machen. Euch selbst gegenüber.
Was nutzt all der innere Hass, all das sich gegenseitig in gemeinsamem Hass versichern, wenn man ihn nicht ehrlich rauslässt? Macht euch doch mal wirklich und ehrlich klar, was ihr eigentlich wollt.

Ihr wollt doch keine Nazis bekehren und zurück in den Schoß der Gemeinschaft holen, an eure, unsere Seite. Mit allen Rechten. Allen Aussteigerinitiativen zum Trotz bekommt doch bei euch kein ehemaliges NPD-Mitglied mehr seine Ehre und Würde zurück, oder? Wer einen solchen "dunklen Fleck" in seiner Vergangenheit hat, der ist doch sozial verbrannt. Der hat sich doch für immer disqualifiziert, trägt auf ewig das Nazi-Stigma.
Unschädlich machen, ja, das geht, aber wieder als normalen Mit-Menschen betrachten? No way!

Ein einmal dazu erklärter Nazi ist und bleibt einer. Kein Mensch mehr, sondern ein Schwein. Ein vogelfreies, braunes Stück Dreck. Ist es nicht so?

Ihr seht die, für die ihr Tiernamen habt, nicht mehr wie Menschen, macht euch das klar. Ihr behandelt die, die ihr freudig am Pranger stehen seht, nicht mehr wie es sich für zivilisierte Menschen gehört. Eure offene oder klammheimliche Freude an der modernen Form der Feme hat etwas Archaisches, und dessen solltet ihr euch bewusst sein.

Wo stündet ihr, ihr Guten und Gerechten, wenn es staatlich hochoffiziell zur Steinigung der Abtrünnigen ginge? Würdet ihr nicht auch voll von gerechtem Zorn zum Scheiterhaufen pilgern, wenn es staatlich legitimiert den Feinden der Gesellschaft an den Kragen ginge? Könnt ihr euch vorstellen wie es wäre, mitten in einer anonymen, aufgebrachten Menge ebenso Gutgesinnter vor dem Haus eines solchen NPD-lers, oder Thor Steinar Käufers zu stehen? Wenn die Nacht dunkel und von Sprechchören gesättigt wäre? Rhythmisches "Nazis raus!" im Schein von hundert Fackeln?

Hey, wenn ihr zum gleichen Schluss kommt wie ich, dann braucht ihr nicht erschrecken. Das ist zutiefst menschlich, historisch gesehen. Nicht unbedingt zivilisiert, aber doch irgendwo tief in uns drin. Es ist gar nicht so lange her, als der Hass auf "außerhalb der Gesellschaft stehende" noch zu (gern kollektiv verübten) echten Handlungen führte. Also, so what?

Nur bitte, bitte spielt euch nicht immer als die besseren Menschen auf, die aus der Geschichte gelernt haben. Wer solche Denunziationen vermeintlicher gesellschaftlicher Feinde auch nur ein bissl gutheißt, sie auch nur mit ein wenig klammheimlicher Genugtuung zur Kenntnis nimmt, der ist nicht besser als die, gegen die er "zu kämpfen" vorgibt.

P.S. Ich hege null Sympathien für erklärte Nationalsozialisten, ich will nur wenn wieder einmal die Frage  "Warum habt ihr nichts gesagt?" aufkommt, sagen können, dass ich wohl meine Stimme erhoben habe.

P.P.S. Eine sozialistische Tageszeitung, und ganze Heerscharen von ökosozialen Gutmenschen können sich warm anziehen (bzw müssen dies dann woanders tun), falls kurzhaarige Braunsozialisten jemals auf die Idee kommen sollten, dass der Name Jack Wolfskin ja auch durchaus nordische Assoziationen hervorruft. Den "Jack" kann der modebewusste Kahlkopf ja ebenso abdecken wie die beiden Enden bei Lonsdale.

Montag, 23. Mai 2011

Schicksalsgemeinschaft jetzt auch Autobahn

Die SPD im sächsischen Landtag hat die Äußerungen von FDP-Fraktionschef Holger Zastrow zur Wahl in Bremen als peinlich kritisiert. Der Begriff Schicksalsgemeinschaft sei "in der Zeit des Nationalsozialismus oft bemüht" worden und "wird auch heute noch von rechtsradikalen Ideologen benutzt", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Brangs, am Montag in Dresden. Er sprach von "peinlichen Entgleisungen" und nannte Zastrows Wortwahl "beschämend".
Da ist das Nazometer aber wieder im Alarmmodus! Schicksalsgemeinschaft geht ja mal gar nicht! Eben alles Faschos außerhalb der Volksfront.

Vollidiot

nachrichten.t-online.de

Freitag, 6. Mai 2011

Keine Freude über toten Schurken?

Am Tag meiner Abreise nach Rom ging es früh um sechs Uhr los. Weg von Deutschland, raus aus dem täglichen Nachrichtenirrsinn. Es war der 2.Mai.
Abends dann konnte ich mich dann aber doch nicht mehr beherrschen, und verschaffte mir 'nen Internetzugang. Erste Nachricht - via Zettels Raum - Bin Laden wurde in einer Kommandoaktion gekillt! Yeah! "Schatz, mein Schatz - die Hex' ist tot!"

Aha, man hat ihn abgeknallt und in der See versenkt. Nuja, Raum für die üblichen Spekulationen und Verschwörungstheorien war also gegeben. Aber ehrlich, mittlerweile glaube ich nur noch die simpelste Hergangsvariante. Also 10 Jahre auf Eis gelegter Bin Laden für einen passenden Zeitpunkt? Ähm, wohl weniger. Aber warum dann die Fischfuttervariante?
Passend zu meinem Rom-Aufenthalt las ich gerade "Titan" von Robert Harris (wie auch schon "Imperium" ein sehr gut geschriebener Schmöker über das Tun Ciceros während Caesars Aufstieg), und da lag der Vergleich doch nahe, was wohl das Römische Imperium, im Gegensatz zum amerikanischen, mit seinem Staatsfeind Nummer Eins getan hätte.

Nach Niederschlagung des Spartacus-Aufstandes und dem Tod ihres Anführers säumten seine gekreuzigten Anhänger die Via Appia. Okay, Crassus' Methode ist auch für mich zu rabiat, aber ein Imperium musste wohl seinen Sieg auch symbolhaft zeigen.
Catilina später wurde im Feld geschlagen und sein Kopf auf Eis nach Rom gebracht, nachdem vorher schon seine Mitverschwörer im römischen Carcer erdrosselt worden waren. Zeigt dem Volk die Leichen, zeigt dass der Feind niedergerungen ist, zeigt, wie es den Feinden Roms ergeht.

So muss es wohl sein, wenn man seine Stärke beweisen will. Verständlich ist es. Verständlich war auch die Filmaufnahme der perforierten Söhne Saddam Husseins und die Dokumentation seiner späteren eigenen Hinrichtung. Nun aber die angeblich irgendwie korankonforme Seebestattung des Oberterroristen. Hm, finde ich ja nicht so gelungen, aber Obama ist ja auch nur der Imperator der Teleprompter. Was solls.

Nun bin ich aber am 6.Mai um zwei Uhr früh wieder in der Heimat, und die ersten Radionachrichten die ich höre lauten "keine Freude über Bin Ladens Tod", wie wohl der Deutschland-Trend herausgefunden haben soll. Uargs!
"Hätte Osama bin Laden erschossen werden dürfen? Der Tod des Al-Qaida-Chefs hat zahlreiche Fragen aufgeworfen. Für die Mehrheit der Deutschen aber steht fest: Die USA hätten zumindest versuchen sollen, den meistgesuchten Terroristen der Welt festzunehmen - völlig im Gegensatz also zu den Amerikanern."
Die "Mehrheit" stellen dabei wenigstens nur 52 Prozent der Befragten. Trotzdem viel zu viele. Ist das eigentlich noch ein rational denkender Bevölkerungsanteil? Anders gefragt: haben diese 52 Prozent völlig den Verstand verloren?

Ob diese "Gotteskrieger" nun Bin Laden, Al Zawahiri oder sonstwie heißen - das sind keine bärtigen Robin Hoods, die in Höhlen wohnen und "den Amis" ab und zu eins auswischen wollen. Das sind Feinde nicht nur Amerikas oder Israels - das sind unsere Feinde! Feinde unserer Art zu leben, Feinde unserer Freiheit. Es sind Mörder. Massenmörder, denen es scheißegal ist, ob ihr, eure Freunde und Verwandten, eure Eltern und Kinder bei ihrem Feldzug draufgehen. Sie schrecken auch nicht davor zurück ihre eigenen "Glaubensbrüder und -schwestern" für ihren Wahn über die Klinge springen zu lassen. Wieviele Gefolterte, Tote und Verstümmelte gehen auf das Konto dieser Zottelbärte und ihrer verstrahlten Nachahmer?

Solchen Arschlöchern wollt ihr sogar die gnädige Kugel im Kopf nicht gönnen? Vor ein Gericht gestellt sollen sie werden? Die Amerikaner hätten kein Recht sie einfach abzuknallen?

Vielleicht sollten sie ja vor ein UN-Tribunal, oder wenigstens vor den europäischen Menschenrechtsgerichtshof? Habt ihr sie noch alle?
Könnt ihr euch einen Action- oder Abenteuerfilm vorstellen, in dem der Oberschurke nicht irgendeinen unangenehmen "letzten Auftritt" hat? Einen wirklich letztmaligen? Einen Sturz vom Hochhaus, einen Flugzeugabsturz, ein Eintauchen in die Lava eines Vulkankraters? Film aus, Held küsst Heldin, die Welt um einen Schurken ärmer. Wenigstens für diesen Moment hat das Gute mit einem Knall gesiegt.

Aber ihr 52 Prozent Knallköpfe wollt lieber eine ordentliche Gerichtsverhandlung. Ihr wollt Beweise haben, die ihr dann anzweifeln könnt. Ihr wollt Star-Verteidiger sehen, die dem sanft dreinblickenden Wüstensohn eine schwere Kindheit attestieren, weil er aus einer kinderreichen Familie stammt und sein Vater ihn nie richtig geliebt hat. Ihr wollt, dass das Imperium sich selbst vorführt und beweist, dass es gar nicht so mächtig ist.

Toll. Ihr wollt also auch, dass die Anhänger des Tonbandterroristen ihn freipressen wollen. Terror hier, Terror da. Ein paar Tote in den USA, in Frankreich, Großbritannien ... vielleicht auch hier in Deutschland? Damit ihr dann barmen könnt, dass wir ja selbst schuld sind weil wir ihren Anführer in Ketten halten?

Meine Herren, ist das noch 68-er versifftes Guti-Denken, welches alles schlecht findet was "von uns ausgeht"? Oder habt ihr euch gedanklich schon so weit selbst abgeschafft, dass ihr gar keinen eigenen funktionierenden Recht-Unrecht-Kompass mehr habt? Wie sonst ist erklärbar, dass ihr auch diese finale Entscheidung lieber wieder in die Hände eines Entscheidungsfindungsgremiums (ein Gericht ist nichts anderes) geben wollt?

Sorry, die Kugel war gut und richtig platziert. Sie wurde nur leider zehn Jahre zu spät abgefeuert.

Freitag, 22. April 2011

Aufgemerkt ihr Sünder!

Nicht vergessen, heute ist Earth Day. Also haltet ein in eurem sündigen Tun, und huldigt wenigstens heute mal der allgütigen Mutter Gaia. Verstanden?

So, wer jetzt ein bissl Hilfe bei der reuigen Einkehr braucht, kann sich hier im Livestream  professionelle Hilfe holen. (Überblick dazu hier)

Wer mag, kann mich ja dann an dieser Stelle hier auf dem Laufenden halten. Ich musste leider die Audioübertragung abschalten, als mir die Möglichkeit nähergebracht werden sollte, dass ich mich von afrikanischen Eltern adoptieren lassen könnte.

War mir persönlich zu viel. Die armen Afrikaner! Weia...