Sonntag, 24. Juli 2011

Der Friede muss bewaffnet sein

Die wehrlosen jungen Leute im Ferienlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation AUF waren dem Täter völlig arglos begegnet. (Zitat: FAZ)
Über 600 jugendliche Teilnehmer waren auf der norwegischen Insel Utøya einem durchgeknallten Psychopathen hilflos, arglos und wehrlos ausgeliefert. Anderthalb Stunden hatte der Killer Zeit um 85 junge Menschenleben auszulöschen.

Als ich die ersten Meldungen hörte, dass die Opferzahlen auf der Insel die 80 überstiegen haben sollen, dachte ich nur: Das kann doch nicht sein! Ein einzelner Typ mit einer Pistole und einer Schrotflinte soll über 80 Menschen erschossen haben?
Auch wenn es sich bei einer Insel um einen eng abgegrenzten Ort handelt, Menschen sind doch keine Lämmchen, die sich in einer Ecke versammeln und auf den Schuss warten. Die rennen weg, die verstecken sich ... die wehren sich!

Irgendwer hätte dem doch Einhalt gebieten, dem Irren Widerstand entgegensetzen müssen! Einer gegen 600!

Dass der Wahnsinnige nun anscheinend anderthalb Stunden Zeit hatte, weil die Sicherheitskräfte wegen "Pannen" weder Boot noch Hubschrauber auftreiben konnten - geschenkt. Hätten sie bloß eine Viertelstunde gebraucht, wären vielleicht "nur" 20 Tote zu beklagen.

Nochmals: Über 600 Leute ... wehr- und arglos! Einem Einzeltäter hilflos ausgeliefert, lediglich mit der Irgendwann-Chance auf professionelle Rettung durch Spezialkräfte.
Über 600 junge Sozialdemokraten. Wahrscheinlich aufgewachsen mit der elterlichen Verdammung von "Kriegsspielzeug", höchstwahrscheinlich auch kaum potentielle Wehrdienstleister darunter. Zum Lämmchen erzogen.

Und die Eltern? Bestimmt größtenteils grundgute Menschen. Die die Sicherheit der eigenen Kinder in der Obhut der Gesellschaft mit dem Machtmonopol des Staates gut gewahrt wähnten.

Was wird jetzt geschehen, nach dieser Wahnsinnstat? Was wird gefordert werden?

Verschärfte Sicherheitskontrollen bestimmt, Waffenverbote auf jeden Fall. Vielleicht eine partielle Internetzensur, eine Beobachtung christlicher Fundamentalisten, eventuell wird es wieder eine "Killerspiele"-Diskussion geben.
Natürlich werden Verbote von islamkritischen Websites angestrebt werden und die alles niederstreckende Rechtspopulismus-Keule wird neue, scharfe "Oslo!"-Stacheln bekommen. Noch unwahrscheinlich, aber nicht undenkbar wird auch der Gedanke sein, die Jagd, das Waidwerk unter vollständige staatliche Kontrolle zu stellen.

Denn nur der Staat kann schließlich für Sicherheit sorgen, indem er das totale Monopol auf Schusswaffen bekommt ... oder?

Denken wir uns mal in einen jetzt trauernden Vater hinein, der sehr wohl als Jäger oder Sportschütze Zugriff auf private Waffen hat. Dessen Sohn eventuell auch schon das eine oder andere Mal den Abzug drücken durfte, der vielleicht sogar Talent dazu bewiesen hatte.
Was hätte der sich wohl gewünscht, als der Mörder die ersten Schüsse abgefeuert hat? Dass die Polizei möglichst schnell eine Truppe zusammenstellt, und diese auch ein Boot heranorganisieren kann?

Wohl kaum. Er hätte sich wohl gewünscht, dass sein Junge da nicht wehr- und hilflos gewesen wäre, sondern dass er und vielleicht noch ein paar andere ihre Knarren griffbereit gehabt, und dem Bastard einfach das Licht ausgepustet hätten.

Kommentare:

  1. Lustig. da geht jemand umher und erschiesst Leute. Das ist nicht das Lustige. lustig ist aber, wie sich jemand vorstellen kann, daß sich da jemand zur Zielscheibe macht und ruft: Römer. Brüder, Landsleute, lasst uns über den Schuft herfallen, wo Menschenansammlungen das beste Ziel überhaupt sind. Dazu dürften sich die Jugendlichen kaum gekannt haben, anders als in einer Schule oder Klasse oder Clique, wo man einschätzen kann, auf wen Verlaß ist und auf wen nicht. Und in der ausbrechenden Panik, wo niemand jemanden kennt, ist sich jeder sowieso der Nächste. Das ist ja nicht wie beim Feuerlöschen, da ist man nicht mit dem sicheren Tod bedroht oder wie bei Hochwasser. Leute da aufzufordern, mitzuhelfen, ist was ganz anderes.

    Natürlich hat das Recht, Waffen zu tragen, schon seine Vorteile. wenigstens die erwachsenen hätten Widerstand leisten können.

    Aber Waffen töten.

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  2. "Aber Waffen töten."

    Und? Irgend jemand hat immer Waffen.

    Ich kenne einen (inzwischen verstorbenen) älteren Herrn der so rechtschaffen war, wie man nur sein konnte. Aber als er sich aus Angst vor Krankheit Gedanken über Selbstmord machte, hat er es ohne Probleme geschafft, sich in Ex-Jugoslawien eine Pistole zu besorgen.

    Und dass so ein Täter übermannt wurde ist auch schon vorgekommen. Vor hundert Jahren hätten die anwesenden Männer und Knaben gar nicht anders gekonnt, als die anwesenden Frauen zu beschützen.

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  3. @Anonym:

    Aber Waffen töten.

    Falsch. Nicht Waffen töten, sondern Menschen, die Waffen haben, töten (gelegentlich, aber vorzugsweise) Menschen, die keine Waffen haben. Jedenfalls mit weitaus größerer Wahrscheinlichkeit, als wenn diese Waffen gehabt hätten ...

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  4. Lieber(r) Anonymus,

    es geht eben genau darum, dass man in so einem Fall niemanden bräuchte, der einen Einsatzbefehl bekommen muss. Niemanden, der erst zum Ort des Geschehens gebracht werden müsste.

    Auch bräuchte sich niemand in Gruppen zusammenschließen und dem Täter eine Falle stellen, oder irgendwelche McGywer-Waffen aus Kaugummi und Kugelschreiberminen basteln.

    Es genügte genau ein Typ mit Schusswaffe und einer sicheren Schussposition. Dem dürften sogar die Hände vor Erregung zittern, aber mit dem Massenmord an Lämmchen hätte es sofort ein Ende.

    Ich verstehe den Einwand aber durchaus. Habe selbst Jahre gebraucht um zu erkennen, dass privates Waffenbesitzrecht die Sicherheit erhöht, nicht verringert.

    Beste Grüße, Calimero

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  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  6. Ich vermute, dass eine eventuelle Bewaffnung des Ziels bei solch einem Anschlag auch eine Rolle spielt.
    Abgesehen von der sonstigen Motivation des Täters warum er sich gerade das Jugendcamp ausgesucht hat wird es schon für ihn von Vorteil gewesen sein, dass er dort einen Haufen unbewaffneter Menschen vor Flucht und Hilfe abgesperrt vorgefunden hat.

    Ich bezweifle, dass ein derartiger Anschlag auf einen Jagdt- oder Schützenverein auch nur annähernd so verheerend ausgegangen wäre.
    Wenn er denn überhaupt als Ziel in Erwägung gezogen worden wäre.

    mfg flax

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  7. Nein, ich will mich nicht über die Opfer lustig machen. Unser Beileid ist auf Seiten der Hinterbliebenen. Furchtbar die Vorstellung, wenn Eltern im Radio hören dass ein Wahnsinniger in dem Ferienlager schießt, wo gerade ihre Kinder sind.

    Leider ist der politisch mediale Komplex skrupellos genug, dieses Verbrechen sofort propagandistisch auszuschlachten. Die WELT weiß schon Bescheid: Rechtspopulismus senkt Hemmschwelle, die anderen titeln im gleichen Tenor (man lese beispielhaft Stefanie Niggemeier).
    Die Marschrichtung ist schon mal vorgegeben: Schuld sind Sarrazin, Wilders und PI.

    Angesichts dieser Unverfrorenheit möchte ich mal ein wenig gegenhalten.
    Die norwegische Polizei hat 90 Minuten gebraucht auf die Insel zu kommen. Kaum zu glauben, war aber so.
    Über die Gründe lässt sich spekulieren. Vielleicht ist es die schnöde Dummheit. Die selbe Polizei, die uns in den unendlichen Studien die Gefährlichkeit der pösen Rechten in immer neuen Farben mit immer neuen Details und Zahlenwerken schildert, ist so entsetzlich blöd, dass die eine Stunde brauchen um die Schnürsenkel zuzubinden und den Helm aufzusetzen.

    Kann auch sein, dass die Polizei zurückgehalten wurde. Je höher die Opferzahl, umso besser für das rote Establishment. Zutrauen würde ich das denen jedenfalls.

    Möglich ist aber auch, dass die Polizei so lange zögerte, weil sie das Richtige tun wollte. Die sind erst mal nach Hannover um die Schnapsdrossel zu holen. Die beste Methode mit Gewaltverbrechern fertig zu werden ist bekanntlich, mit denen die Friedenspfeife zu rauchen.

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  8. Bei der Polizei würde ich Hanlon's Razor gelten lassen. Dummheit, Unfähigkeit und schieres Pech. Verschwörungstheorien sind hier sicher leicht zu spinnen, aber eben wahrscheinlich auch falsch. Allerdings kann ich Calimero hier nicht zustimmen. Natürlich hätte man sich in so einer Situation jemanden gewünscht, der eine Waffe hat und diese auch benutzt. Wie wäre es mit einem Navy Seal gewesen? Super. Aber war eben keiner. Jugendliche auf einem Ferienlager (mir doch egal welcher politischen Richtung die angehören) haben in der Regel keine Waffen dabei. Wahrscheinlich auch nicht in einem Ferienlager der JU. Daher ist das Argument gar keines und ändert auch nichts. Es ist zynisch jetzt zu behaupten, dass alles besser wäre, wenn die alle Waffen hätten. Ebenso ist es schlicht widerlich anzudeuten, dass es sich bei den 85+x Jugendlichen um "lämmchen" handelte, was ja andeutet, die haben es schließlich verdient. Und sei es nur, weil ihre Eltern "Grundgute" Menschen sind. Normalerweise stimme ich Calimero in vielen Dingen zu. Hier kann ich es nicht.

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  9. @HerrWinter
    Ich denke auch, dass einfach „Dummheit, Unfähigkeit und schieres Pech“ der Grund sind.
    Aber es stinkt mir einfach, wenn die Polizei einerseits zum Sch. zu blöd ist und uns gleichzeitig die Polizeiführer uns mit ihren „Studien“ beklugsch. Woher haben die eigentlich ihre Erkenntnisse, wenn die bei den einfachsten praktischen Aufgaben elend versagen?
    Ich weiß schon dass die norwegische Polizei organisatorisch mit der deutschen nicht verbunden ist, aber die Zustände sind in allen westeuropäischen Ländern weitgehend gleich.

    Volksbewaffnung hätte in diesem Fall vermutlich nicht viel geändert. Das ändert nichts daran, dass Europa zurzeit eine Selbstkastrierung betreibt, die uns jedem Verbrecher schutzlos ausliefert. Insoweit tendiere ich zu dem von WFI genannten Aspekt.
    Uns wird suggeriert, dass der Nanny-Staat sich um alles kümmert. Aber erstens tut er das nicht und zweitens kann er das auch gar nicht.

    Es gibt keinen vernünftigen gesellschaftlichen Konsens mehr.

    Die Familie wird zerstört, mithin gibt es keinen Zwang als verantwortlicher Familienvater zu handeln. Wozu eine Familie verteidigen, wenn die korrupte Wissenschaft jeden Tag beweist, dass Männer aus der Familie ausgeschlossen gehören?

    Der Nationalstaat wird zerstört, damit der Patriotismus. Auch von dieser Seite keinen gesellschaftlichen Zwang zur Verteidigung.

    Seitdem Verbrechen vorwiegend von (ich bediene mich der Einfachheit halber mal der SPIEGEL-Terminologie) dunkelhaarigen und braunäugigen Tätern begangen werden, dürfen wir Verbrecher um gotteswillen nicht hart anfassen. Denn in Wirklichkeit (Danke an Jens Jessen für diese Aufklärung) sind ja die Schläger die Opfer und schuldig ist (extrapoliert auf den aktuellen Fall) die schreckliche Fratze des norwegischen Spießers.
    Es kommt ja ohnehin kaum jemand auf die Idee sich zu wehren. Und wenn doch, folgt die Verurteilung wegen überzogener Notwehr auf dem Fuße.
    Ein Moslem der einen Deutschen zur Krüppel schlägt kriegt Geldstrafe. Schlägt er einen Deutschen tot, wird mit Bewährung „bestraft“. Aber wehe ein scheißdeutsches Christenschwein wehrt sich. Dafür gibt´s drei Jahre Bau.

    Dazu die eklige gleichgeschaltete Wissenschaft mit ihrer widerlichen Konfliktforschung, dem absurden Deeskalationsgelaber und dem weiteren wohlbekannten Dreck.

    So konnte sich der Täter darauf verlassen, dass ihm niemand Widerstand entgegensetzen wird.
    Das ist schon eine Katastrophe.

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  10. Volker, ich glaube nicht, dass es schon ganz so schlimm ist. Im großen und ganzen funktioniert der Rechtstaat und die öffentliche Sicherheit bei uns noch relativ gut (obwohl es heute schon mehr als früher darauf ankommt, wo man wohnt). Und viele Stories die man so hört sind letztendlich doch Einzelfälle und statistisch nicht aussagekräftig.

    Aber die Entwicklung die Sie beschreiben gibt es leider in der Tat. Manchmal graut mir in diesem Land vor dem Altwerden. Was, wenn das nun wie A Clockwork Orange ist, nur mit Migrationshintergrund :-)

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  11. Als hätte ich es geahnt..., als ich am Freitag Mittag den Artikel schrieb "Null Toleranz für Rechts – Deutschland führt endlich Linksverkehr ein".

    http://goo.gl/fb/txHWC

    Nachdem die Islamisten rehabilitiert sind, sinds sie bösen Rechten wieder, wobei hierzulande ja alles Rechts ist, was "rechter" als Links-Grün zu verorten ist. Den Freimaurerkittel den das Jungchen auf einigen Bildern trug, erwähnt man kaum in der Mainstreampresse.

    Zu DDR-Zeiten gab es in den Schulbüchern noch die Fabel vom "Bewaffneten Frieden"..., Aber seit Soldaten Mörder sind...

    Waffen töten, Wasser ertränkt, Leben tötet weils tödlich ist. Der ideologischen Unlogik sind sich wirklich leider die allerwenigsten bewusst.

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  12. @Calimero

    Aus der Entfernung läßt sich immer hätten, sollten, müßten schreiben. Natürlich ist das Recht, Waffen zu tragen, wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Gegenwehr. Ulkigerweise gab es das bis 1933. Das sich jeder, einfach so, eine Schußwaffe kaufen konnte. Ja, sie waren sogar in den Tageszeitungen inseriert, von Waffenbesitzscheinen las man gar nicht.

    Deutschland hat aber aus seiner Vergangenheit gelernt, in Norwegen ist es sicher nicht so schlimm, das Lernen, denn die Jagd wird dort sehr intensiv betrieben. Es rechnet auf einer Ferieninsel ja auch niemand mit so etwas. Einer Insel!

    Da kann man ja mit Sicherheit annehmen, daß da keine phillipinischen Piraten auftauchen.

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  13. Lieber HerrWinter,

    da haben sie aus dem Text etwas herausgelesen, was ich so nicht hineingeschrieben haben wollte.
    Natürlich meinte ich nicht, dass Minderjährige bewaffnet werden sollten. Ich bin eigentlich immer davon ausgegangen, dass da nicht 600 Jugendliche ohne irgendwelche Erwachsenen versammelt waren (Betreuer, Verwaltung, Haustechniker usw).

    Kinder und Jugendliche werden ja auch manchmal Schutzbefohlene genannt und es gibt die (volljährigen) Personen, die eine Aufsichtspflicht haben. Nur was hilfts, wenn die "Schafhirten" auch lediglich Schafe, wenn auch ältere, sind? Verstehen sie was meine?

    Aus diesem Kontext kommen auch die "Lämmchen", wobei es, wie sie schon so richtig meinten, vollkommen Wurst ist, wie deren Elternhaus politisch gepolt ist. Unsere gesamte Gesellschaft, und mit ihr die staatliche Erziehung, ist doch so aufgebaut, dass man die Existenz von Wölfen einfach ausblendet, und Hunde deshalb möglichst auch komplett abschaffen möchte.

    Eigentlich sollte es jetzt genug mit den Tiervergleichen sein, bevor mir die auch noch jemand um die Ohren haut. Aber eins muss ich noch loswerden. Sie schreiben:

    "Ebenso ist es schlicht widerlich anzudeuten, dass es sich bei den 85+x Jugendlichen um "lämmchen" handelte, was ja andeutet, die haben es schließlich verdient."

    Das möchte ich mit aller Entschiedenheit zurückweisen! Das was sie da rauslesen wollen habe ich nicht einmal ansatzweise angedeutet. Bis ich ihren Kommentar gelesen hatte, wäre ich nicht einmal im Traum darauf gekommen, dass jemand überhaupt auf so eine Idee kommen könnte.

    Als ich den Artikel schrieb dachte ich die ganze Zeit daran, wie verzweifelt man in so einer Situation sein muss, wenn man solchem Terror definitiv hilf- und schutzlos (weil komplett wehrlos) ausgeliefert ist.
    Wenn man weiß, dass man sich selbst nicht wehren kann, und dass ringsum auch niemand sonst dazu in der Lage ist. Das auch noch für anderthalb Stunden ... der blanke Horror.

    Ich will halt nicht, dass solche Psychopathen sicher sein können, dass sie für x Minuten freie Bahn haben, weil frühestens dann die Polizei antrücken könnte. Und ich will auch nicht, dass irgendwann überall in Rufnähe schwerbewaffnete Polizisten rumstehen.

    In der Hoffnung mich jetzt klar ausgedrückt zu haben ... Calimero

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  14. @Anonymus von 06:53 Uhr

    "Es rechnet auf einer Ferieninsel ja auch niemand mit so etwas. Einer Insel!"

    Richtig. In einer Schule auch nicht. Oder einem Supermarkt. Überhaupt rechnet niemand damit, dass irgendwo außer Polizisten noch jemand eine Waffe tragen könnte.

    Täter wissen das auf jeden Fall. Und die holen sich keinen Waffenschein bei einer Behörde.

    Nebenbei, finden sie es nicht auch merkwürdig, dass ausgerechnet ab 1933 der unkontrollierte Waffenbesitz aufhörte? Was hatten die damaligen Machthaber wohl aus der Vergangenheit gelernt?

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  15. Hallo Calimero!

    Na dann habe ich sie wirklich nicht richtig verstanden. Es klang in der Tat zynischer, als sie es vermutlich meinten. Dann sind wir uns ja grundsätzlich einig darüber, dass die Kinder und Jugendlichen keine Schuld trifft. Bei den Betreuern - nun da kann man sich sicher streiten, ob es wirklich notwendig ist, auf ein Zeltlager Waffen mitzubringen. Wenn man jetzt nach Norwegen schaut, dann möchte man "natürlich!" rufen, aber ich glaube damit macht man es sich zu einfach. Solche schrecklichen Dinge passieren. Niemand kann etwas dagegen unternehmen und es kann auch nicht die ultima ratio sein in Zukunft Jugendbetreuer zu bewaffnen. Eine wirkliche Lösung habe ich nicht, aber mir graut vor einer Gesellschaft, die aufgrund unvermeidbarer Tragödien immer mehr Schutz fordert und meint sich selbst bewaffnen zu müssen.

    Zu der Diskussion, ob Waffen oder Menschen töten: Menschen töten mit Waffen. Und zwar mit um einiges leichter als ohne. Natürlich kann man rufen: "Wer eine Waffe will, der bekommt auch eine!" - aber warum es den Tätern auch noch leicht machen? In dem jüngsten Fall hätte ein Verbot sicherlich keine Wirkung gehabt. Aber bei den meisten "Amokläufen" (so ein dummes Wort, die wenigsten dieser Mörder liefen Amok, die meisten planen sowas akribisch), besonders an Schulen, hätte damit sicherlich schlimmeres verhindert werden können.

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  16. "Großbritannien hatte im Januar 1997 Handfeuerwaffen verboten. Doch in den sieben Jahren zwischen 1998 und 2005 stieg die Zahl der Toten und Verletzten durch Verbrechen mit Schusswaffengebrauch in England und Wales um 340 Prozent. Die Quote schwerer Gewalttaten, bewaffneter Überfälle, von Vergewaltigungen und Morden schoss ebenso in die Höhe. Auch Irland und Jamaika mussten einen großen Anstieg der Mordrate nach Einführung von Handfeuerwaffenverboten hinnehmen."
    http://ef-magazin.de/2008/07/15/415-privater-waffenbesitz-verbote-verhindern-keine-verbrechen

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  17. Guter Beitrag und gute Kommentare von Dir, Calimero! Du bist mir sehr sympathisch.

    Viele Grüße
    Daniel

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  18. @Anonym
    Interessante Statistik, müsste man sich sicher genauer anschauen, ob nicht andere Faktoren dafür verantwortlich sind bzw. wie stark der Einfluss des Verbots wirklich ist, aber grundsätzlich überlegenswert und zumindest für mich, unerwartet. Danke hierfür!

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  19. Meine feste Meinung, aus einem persönlichen Zusammenhang zum 26.4.2002 heraus, war lange Zeit: verbieten, verbieten, verbieten! ...

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  20. @Calimero

    Natürlich hat unsere heutige Regierung aus der Handlungsweise der deutschen Regierung von 33 - 45 gelernt, in dem sie das Recht Waffen zu tragen immer mehr einschränkt. Einem bewaffneten Bürger ist nämlich nicht zu trauen, es sei, er gehört einer ausgewählten Elite an, wie Funktionsträgern und so. Auch will ja niemand, daß sich Wehrwolfbanden bilden, wie sie damals unsere tapferen Befreier in Angst und Schrecken versetzten, auch wenn die nur in ihrer Phantasie existierten. Deshalb sind wir heute alle froh, wenn immer mal ein Waffenlager ausgehoben wird, mit Luftgewehren, Fahnen, mit Propagandamaterial und Kriegsschrott aus irgendeinem Kessel. Und man stelle sich mal vor, Deutsche dürften Waffen tragen, wie sehr würde das die Kriminellen dazu animieren mit illegalen Waffen aufzurüsten, die Polizei provoziert ja auch andauernd, daß sie mit Flaschen und Steinen beworfen wird. Würde die Polizei aber gänzlich abgeschafft, dann würden auch Gewalttätigkeiten völlig aufhören.

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  21. 33-45: Ich vermute mal, daß seinerzeit der private Waffenbesitz deutlich eingeschränkt war, insbesondere für Juden.

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  22. Wohl kaum. Er hätte sich wohl gewünscht, dass sein Junge da nicht wehr- und hilflos gewesen wäre, sondern dass er und vielleicht noch ein paar andere ihre Knarren griffbereit gehabt, und dem Bastard einfach das Licht ausgepustet hätten.

    Ich nicht, ein Kind, welches psychisch in der Lage und bereit ist, andere zu töten, ist mit Sicherheit ein Problem. Weiter wissen Sie sicher auch, dass die meisten nicht Trainierten bei einem Amoklauf wie paralysiert und deshalb nicht in der Lage zur Gegenwehr sind. Es scheint also eine normale Reaktion zu sein.

    "Killerspiele"-Diskussion

    Vor längerer Zeit las ich einen Artikel von einem SWAT-Ausbilder. Er schrieb, dass die Amokläufer meist immer nur einen Schuss abgaben (was sonst untypisch ist)und in den Kopf schossen. So wie bei Sniper Spielen. Es erfolgte eine Konditionierung wie bei (para-) militärischen Einheiten. Natürlich ist ein Killerspiel allein für sich nicht die Ursache für den Amoklauf.

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  23. Nun, mein erster Gedanke war, wie hätten die Jugendlichen den Schützen am Ehesten unschädlich machen können. Theoretisch ist das ganz einfach, wenn sie sich hätten synchronisieren und ihre individuelle Gefährdung verdrängen können: Wäre eine große Gruppe gleichzeitig auf den Schützen zugerannt um ihn zu Fall zu bringen, dann wäre die Zahl der Opfer weit weit geringer gewesen.

    Man könnte diesen Ansatz (auch für den Fall von Amokläufen)öffentlich machen - wenn schon keine Waffen vorhanden sind. Nur: Auch da steht sich unsere Gesellschaft im Weg. Sie kann den Opfern keine Empfehlung aussprechen, die sie nicht mal von ihren Angestellten (Polizisten) verlangen dürfte.

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  24. Die Polizei hat im Falle eines Amoklaufes klar den Auftrag, sofort und ohne Rücksicht auf vorhandene Opfer (keine Hilfeleistung)den Amokläufer zu stellen und letztlich das Problem zu eliminieren. Nur: Ohne entsprechendes Training kann kaum jemand von selbst mit diesem Stress umgehen.

    Richtig ist, dass unsere Gesellschaft ihren Umgang mit "Gewalt" überdenken muss. Auf den groben Klotz gehört ein grober Keil.

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  25. Bezugnehmend auf Anonym (27.Juli 2011 22:15):

    Es ging in meinem Beitrag nicht um eine Abschätzung wie die Jugendlichen sich hätten verteidigen können, ob nun mit oder ohne Waffen. Auch ging es nicht darum, überhaupt Jugendlichen den Zugang zu Waffen zu erleichtern.
    Auch die Überlegung, auf welche Weise gewaltbereite Täter "aufrüsten" würden, wenn sie mit bewaffneter Gegenwehr rechnen müssten führt zu nichts.

    In diesem Kommentarstrang hier lief die Diskussion ja erstaunlich gesittet ab, was bei vielen anderen, die ich mittlerweile dazu gelesen habe nicht immer der Fall war. Ich führe das darauf zurück, dass mein Blog einfach nicht groß genug ist um Leute anzuziehen, die meinen Ansichten absolut konträr gegenüberstehen. Also hier war es fein, aber ich möchte nochmal zusammenfassen.

    Es geht nicht darum irgendwelche Lehrer, Horterzieher, oder Hausmeister "zu bewaffnen". Auch will ich nicht dahin, dass alle öffentlichen oder halböffentlichen Einrichtungen nun Waffenkammern bekommen sollen, und turnusmäßige Amokabwehr-Übungen, analog zu Feueralarmen, durchgeführt werden sollten.

    In meiner Vorstellung ist es lediglich besser, den (rechtschaffenen) Bürgern das Recht auf Waffenbesitz zuzugestehen, weil dadurch wenigstens die Möglichkeit bestünde, dass sich einige in einer angegriffenen Masse auch wehren können, was einem potentiellen Attentäter eben die hunderprozentige Chance nähme, mit Sicherheit auf eine Ansammlung von Lämmchen zu treffen.

    Das gleiche gilt für jeden Gewalttäter, der irgendwo Menschen bedrohen wollte. Hier und heute weiß jeder, dass er relativ sicher agieren kann, sofern kein Polizist in der Nähe ist. Wären Waffen in der Bevölkerung weiter verbreitet, könnte er dagegen nie sicher sein ob vor oder hinter ihm nicht doch jemand wehrhaft und aktionsfähig ist.

    Beste Grüße, Calimero

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  26. Eine deutschen Grundkonstante scheint mir die Fremdheit und Ablehnung bürgerlicher Freiheit zu sein, der reflexhafte, untertänige, masochistische Blick auf die alles regelnde Mutti Staat: Wie muß die Polizei jetzt ausgerüstet und trainiert werden, wie kann man böse Menschen schneller erkennen, dürfen Taschenmesser länger als 5 Zentimeter sein, wieviel Patronen ... usw. usf.
    Die Garantie unseres Wohlstandes, der Demokratie und Rechte sind nicht irgendwelche Paragraphen, Parteien oder parlamentarischen Spiele - sondern Bürger, die die Freiheit gegen den Staat verteidigen.

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