Donnerstag, 2. Juni 2011

Ein Kindlespielzeug für Calimero (Erster Teil)

Die Vorgeschichte:

Seit meinem ersten Walkman habe ich mir nie wieder irgendein Gadget mit Erkennungsnamen gekauft. Der iPod ist an mir vorbeigegangen (sogar mein Vater hat einen!) und ein iPhone habe ich auch nicht. Obwohl ich das iPad sehr schick finde, und es geschenkt bestimmt nicht ablehnen würde sehe ich momentan keine rechte Verwendung dafür, da ich eh schon drei Rechner hier rumstehen und -liegen habe.
Ich wäge halt immer erst ab ob ich etwas wirklich brauchen könnte (oder Frauchen tut das für mich ;-) ), ob es gerade jetzt, und ob es genau dieses Teil sein muss. Vielleicht kommt ja später etwas viel besseres von einer anderen Firma?

Nunja, jetzt habe ich mich aber entschlossen mir einen Kindle zuzulegen.

Brauche ich sowas? Keine Ahnung, aber die Aussicht auf eine Bibliothek in der Jackentasche hat was. Überhaupt ist mir die Möglichkeit überall Lesestoff bei der Hand zu haben um Längen wichtiger, als z.B. Musik im Ohr.
Und was man da an Bücherplatz sparen könnte! Die Dinger schmeißt man ja nie weg, also wächst die Bibliothek über die Jahre um Kubikmeter Papier an. Ja, ich denke, ich brauche sowas.

Brauche ich es jetzt? Wieder, keine Ahnung. Aber ich denke, dass die Zeit dafür reif ist. Lange genug haben ja etliche Firmen daran rumgewerkelt, das Interesse war immer da, aber irgendwie waren die Ergebnisse wohl nie so recht überzeugend. Ich hatte mal so einen Oyo in der Hand, und das hat mich nicht grad vom Stuhl gehauen, aber Amazon haut den Kindle jetzt in seine dritten Generation mit voller Marktmacht in den deutschen Verkauf. Die werden schon wissen wann es dafür an der Zeit ist. Immerhin werben sie damit, dass der Kindle das beliebteste und am besten bewertetste Produkt bei Amazon.com ist. Schauen wir mal.
Die Kundenrezensionen sind jedenfalls vielversprechend.

Überhaupt ist es schon ein Unding, dass es anscheinend so schwer ist einen vernünftigen ebook-Reader zusammenzudengeln. Ich habe schon FullHD-Flatscreens mit 106cm Bilddiagonale für 500 Ocken gesehen, Klicki-Buntis und Elektronikspielzeuge für alles gibts es en masse. Kein Wunsch bleibt unerfüllt, aber an einem adäquaten Buchersatz in schwarz-weiß Optik scheiterten die Elektrofrickler regelmäßig. Die MÜSSEN das jetzt einfach hingekriegt haben, es kann nicht anders sein.
Bald geht es außerdem in den Urlaub, und ich will nicht wieder 5 kg Bücher mitschleppen und dann auf genau diese angewiesen sein! Ja, ich denke es ist jetzt an der Zeit.


Der Tag vor der Auslieferung:

Vorgestern hatte ich bestellt, morgen soll geliefert werden. Ich habe in der Zeit viele Rezensionen gelesen und mich so ein bissl auf das eingestellt, was da morgen auf mich zukommen wird. Bin schon etwas hibbelig, und freue mich schon sehr auf das Gerät. So eine Vorfreude habe ich bei einem Konsumprodukt schon lange nicht mehr verspürt. Hoffendlich werde ich nicht enttäuscht.
Jetzt brauche ich aber content, denn irgendwas will ich ja schließlich zum "anlesen" haben wenn das Ding ausgepackt ist.

Erstmal ein Einsteiger-Tipps-und-Tricks-Buch, klar. Gibts für schmales Geld, also rauf auf den Wunschzettel. Wenn der Kindle dann da ist, dauert der Download ja angeblich nur Sekunden.
So, nun Klassiker. Da gibt es Hunderte für nullkommanull Euronen. Ein Traum!
Erstmal haben, löschen kann ich ja schnell wieder wenns absolut nicht gefällt. Dante Alighieri? Hat mich schon immer mal interessiert. Auf den Wunschzettel.
Mist, Oswald Spengler habe ich gerade erst in Schwartenform gekauft, aber Kafka, die Edda, Tacitus' Germania, T.E. Lawrence etc ... alles auf den Zettel. Karl May habe ich das letzte mal in Fraktur gelesen, jetzt kann ich mir die gesammelten Werke für lau ziehen. Ist schon fein. :-D
Ein Haufen Marx und Engels haben sie, Freud, Hegel, Rousseau ... nee, das Kommunistische Manifest brauche ich auch echt nicht. Liegt hier noch als Heftchen irgendwo rum. Es reicht jetzt aber auch langsam mit den kostenlosen eBooks.

Weitergucken. Sachbücher. Hm, was ich will gibts nicht, aber dafür jede Menge Mainstream-Ratgeberkram. Meine gesuchten Autoren haben zwar jede Menge Hits, aber leider (noch?) alles auf Englisch.
Also Belletristik. Wieder Autorensuche. Was fällt mir spontan ein? Philip Kerr, Tad Williams, Tom Clancy, Sergej Lukianenko ... gibts nicht auf deutsch oder habe ich schon. Eschbach? Ja! Da gibts was Neues, allerdings teurer als die Taschenbuchausgabe. Was soll'n der Scheiß? Markus Heitz ist dagegen 'ne sichere Schmökerbank und enttäuscht auch nicht. Der wird nochmal Konsalik und Hohlbein übertreffen bei seinem Output. Ich nehme einen ersten Teil.

Okay, also mit den Autoren komme ich nicht recht weiter, versuchen wir es mal mit der Belletristik-Liste.

Also ich weiß nicht, welches System Amazon dabei hat, aber alphabetisch ist es definitiv nicht. Nach Bestseller-Ranking geht es aber auch nicht - losen die da die Plätze aus? Es erinnert mich ein wenig an einen Flohmarkt, in dem man ungeordnete Bücherkisten durchsucht.

Stelle fest, dass es eine ungeahnte Zahl an deutsche Kopulationsliteratur gibt. Swinger- und Hurengeschichten, SM, oral, anal, vertikal, "Bück dich Chefin!" usw ... auweia. Dieser Trend ist irgendwie voll an mir vorbeigegangen bisher.
Liebesschmonzetten, Bestseller, Dramen, Historienschmöker, Krimis ... ich habe keinen Plan und vermisse einen Berater der meinen Geschmack kennt. Memo an mich: Buchladen-Jutta mal wieder besuchen.

Na ja, ein paar Sachen finde ich dann doch. Rainer Innreiter, der ab und zu bei Zettel kommentiert, verdient auf jeden Fall eine Chance, eine Kurzgeschichtensammlung aus Sicht einer Hauskatze kommt auch auf die Wunschliste (für meine Liebste, die noch gar nichts von meiner Neuerwerbung weiß ;-) ), und dies und das auch noch. Aber nach stundenlangem Gesuche bin ich völlig fertig. Was für ein Haufen Zeugs wurde da schon ohne mein Wissen veröffentlicht. Unglaublich! Hoffe, dass bald alle Verlage mit dem vollen Programm auf den Zug aufspringen werden.

Es reicht jedenfalls. Der Kindle kann kommen. Morgen.

Kommentare:

  1. Hab ihn seit einem Monat. Mir kommt es so vor, als ob man schneller lesen kann, das Umblättern geht schneller. Nur das Handling ist ungewohnt. Hab mir dann noch die Lederhülle bestellt. Ist jetzt so ähnlich als hält man ein Buch in der Hand.

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  2. Und, Calimero, ist er brauchbar? Kann man ihn in die Badewanne mitnehmen? Wie ist es, damit im Bett zu lesen?

    Fragen über Fragen, aber diese Ding finde ich schon interessant, nur, wie praktisch ist es wirklich?

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  3. Is schon schick. Hat bei mir aber wegen technischer Probleme etwas länger gedauert mit der Inbetriebnahme. :-(
    Nun funktioniert aber alles und gefällt mir ziemlich gut. Die Bett-Probe erfolgt jetzt im Anschluss, da kann ich noch nichts sagen. Ausführlicher schreibe ich dann im 2.Teil.

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