Freitag, 1. April 2011

Kein Nachruf, ein Aufruf

Mein letzter Beitrag hier in CR datiert vom 27.März, seitdem war Funkstille. Teils war das ungünstigen Arbeitszeiten geschuldet, aber zum weitaus größten Teil einem Verlust, den ich zu verdauen hatte, und an dem ich immernoch zu knabbern habe. Insider werden wissen welchen Verlust ich meine.

Diese Ankündigung hat mich getroffen wie ein Schlag, und mein nächster Artikel MUSSTE diesem Thema gewidmed sein! Aber wie da rangehen? Ein Nachruf, ein Aufruf, ein mach-weiter-wir-brauchen-dich? Nee, irgendwie doch nicht. Jeder Tag der nun ohne Artikel blieb, brachte aber neue Gedanken zum Thema hervor. An befreites Schreiben war nicht zu denken. Wie sollte ich auch einfach zur Tagesordnung zurückkehren? Einfach so einen Aspekt des täglichen Irrsinns herausgreifen und kommentieren, während da noch etwas unaufgearbeitet in meinem Hirn rotierte?

Nein, ich glaube dass ich nicht drumherum komme, mir diese Belastung von der Seele zu schreiben, bevor ich wieder in den "Normalmodus" zurückkehren kann. Wo dieser Artikel mich letztlich hinführen wird, weiß ich noch nicht. Bin selbst sehr gespannt.

Es ist schon ein paar Jahre her, dass mich zum letzten Mal ein persönlicher Hero verlassen hat. Damals war es kein Blogger, sondern ein ganz profanes TV-Gesicht. Es war noch die Zeit der Videorekorder, und der einzige Grund, warum ich einen solchen brauchte, war Harald Schmidt mit seiner täglichen Late night Show auf Sat1.
Als Schichtarbeiter hat man ja keinen geregelten TV-Rhythmus. Man kann entweder einfach so die Glotze anmachen und gucken, was für einen Schrott einem die Fernsehgewaltigen denn zu welcher Einschaltzeit so zu bieten haben, oder aber man guckt selektiv.

Selektiv bedeutet aber Vorbereitung. Videorekorder programmieren, Bänder vorbereiten, den Sat-Receiver auf dem richtigen Programm eingeschaltet lassen, wenn man nicht zu Hause ist. Eventuell noch abklären, dass die Freundin zu der Zeit nicht etwas anderes sehen, oder aufnehmen möchte. Es war schon ein wenig aufwendig, aber der Lohn war eine tägliche Stunde Fernsehunterhaltung, wann immer ich es wollte. Mehr brauchte ich nicht, denn ich hatte ja Bücher und Zeitschriften, das Radio und ein bissl Internet mit ISDN-Anschluss (zu 1 ct/min).
Aber ein Leben ganz ohne HS hätte ich mir zu der Zeit nicht vorstellen können.

Schmidt hat sieben Jahre durchgehalten.

Ich bin eigentlich ein sehr kritischer Konsument, aber wenn ich von einer Sache überzeugt bin, dann bleibe ich treu dabei und verzeihe auch Schwächephasen. Nur wenn ich treu dabei bin, erwerbe ich mir damit auch ein Recht auf immerwährende Unterhaltung? Konstant erwartbare Befriedigung meines Bedürnisses nach Input?
Nein, man vergisst sehr schnell dass hinter der Mattscheibe oder dem Monitor jemand sitzt, der für uns nicht sichtbar weitaus mehr Anstrengungen in sein Produkt investiert, als man dem Konzentrat, welches dem Enduser präsentiert wird, ansieht.

Da brennt vielleicht jemand wie eine Kerze von zwei Seiten ab. Wofür? Für Geld? Sicherlich spornt es an, zwingt zur versprochenen Leistung. Aber selbst Schmidt hat seine gutbezahlte Show an den Nagel gehängt. Für Aufmerksamkeit? Natürlich. Wer was zu sagen hat, will auch gehört werden. Und Aufmerksamkeit ist eine sehr wirksame Droge.
Das ist es wohl, was Blogger (wenigstens ein bisschen) antreibt. Natürlich ist es auch befriedigend, wenn man sich seine früheren Artikel ansieht und damit immer noch zufrieden sein kann, aber die Aufmerksamkeit über den eigenen engsten Dunstkreis hinaus ist es, die einen zum Weitermachen verpflichtet.

Wenn nun ein Hobby-Blogger mit seinen Artikelchen keine Bücher verkaufen will, kein Interesse an weiterführender Medienpräsenz hat und kein Geld für sein Engagement bekommt ... wie lange rechtfertigt die Aufmerksamkeit der wohlgesonnenen Leser den Raubbau am eigenen Privatleben?

Kewil hat kurz vor Zettels Rückzug ins Unpolitische das Ende seiner Fakten und Fiktionen bekanntgegeben. Auch einer, der für seinen Blog brannte. Mir ist immer noch unbegreiflich, wie dieser geniale Polterer wider den polit-medialen Mainswamp seinen Output auf so konstant hohem Niveau halten konnte. Jeden Tag drei, oder vier Artikel zu veröffentlichen, und dabei auch den Zorn aufrecht erhalten, obwohl man nichts ändert. Auch ihn werde ich vermissen.

Kewil hat sechs Jahre durchgehalten.

Aber am meisten wird mir Zettel fehlen. Der politische Zettel natürlich, denn er selbst ist ja nicht weg. Auch hat er ein, wie ich finde, hervorragendes Autorenteam zusammengestellt, welches ihn in Zukunft vertreten wird. Nur, kann man Zettel wirklich ersetzen?

Ich kam zu ZR, nachdem ich schon eine Weile lesend in der politischen Blogosphäre unterwegs war. Bei den meisten Blogs die ich gut und interessant fand, stand auch Zettels Raum in der Blogroll. Strategisch geschickt platziert meist an alphabetisch letzter Stelle. Der Blick am Ende eines Artikels geht ja nach dem Abschluss-Satz irgendwie noch kurz suchend nach links und rechts. Und da stand dann halt immer Zettels Raum. Also lag es nahe, dort auch mal reinzuschnuppern. Und, ich wurde nicht enttäuscht.

Keine Ahnung, welchen Artikel  ich zuerst las, und wann das nun genau war - aber ich wurde zum täglichen Stammleser. Mein erster Beitrag im kleinen Zimmer erfolgte noch per E-Mail, zum Phänomen des DDR-Lochs, denn ich hatte ein wenig Hemmungen mich in diesem elaboriert parlierenden Mikrokosmos des Herrn Professors anzumelden. Irgendwann tat ich es aber doch, und habe bisher 1385 Beiträge unterschiedlicher Qualität dort hinterlassen. Auch das ein Verdienst Zettels, der niemals einen "Standesunterschied" spüren ließ, sondern immer interessiert an Äußerungen jedes seiner Kommentatoren war. Man musste nicht promoviert, oder wenigstens mit Abitur gesegnet sein - wer was zu sagen hatte und sich höflich benam, konnte sich getrost an Zettels Lagerfeuer niederlassen.

Und ein Lagerfeuer ist es, das kleine Zimmer. Kein Stammtisch und auch kein Klassenzimmer, obwohl ... zu lernen gab es eine Menge. Nicht nur Politisches, Wissenschaftliches, Kulturelles und Philosophisches, auch so manche Lateinerfloskel musste ich erst googeln, und einiges an meinem englischen Sprachverständnis hat sich in den vergangenen Jahren auch verbessert.
Was für mich wohl aber am Prägendsten war, ist der Stil des Diskurses. Dieses respektvolle und höfliche Miteinander ist ganz speziell zettelesk und hat sich, so glaube ich, doch auch in meine privaten Umgangsformen eingeschlichen.

Wenn ich das Forum als Lagerfeuer ansehe, so ist Zettels Raum eher als Leuchtturm zu bezeichnen. Lagerfeuer gibt es in unterschiedlicher Qualität ja viele. Man guckt mal vorbei, lässt sich auch mal nieder, geht weiter, oder kehrt wieder zurück. Aber ein Leuchtturm weist einem den Weg.

Das mag jetzt pathetisch klingen, aber ZR war und ist für mich auf jeden Fall ein Wegweiser. Ohne Zettel hätte es den Blogger Calimero nie gegeben. Und so auch niemals das Motto meiner kleinen Rumpelkammer (die ihren Namen durchaus auch der Anlehnung an Zettels Raum verdankt) - "Ein Raum für freie Rede und Gedanken, mittendrin im Irrenhaus".

Denn sowas brauchen wir. Wir, die wir uns nicht von den bezahlten "Intellektuellen" in Politik und Medien vertreten fühlen. Wir, die wir Irrsinn auch als das bezeichnen, was er ist.
Wir brauchen die Lagerfeuer, an denen wir uns niederlassen können, und wir brauchen die Leuchttürme an denen wir uns orientieren können.

Dass unsere Ideen und Gedanken, dass unsere Rationalität jemals im sich immer höher schraubenden Malstrom der medialen Selbstbefriedigung sogenannter "Intellektueller" ankommt, können wir vergessen. Dazu ist ihr gesamter Daseinszweck viel zu sehr mit der Erreichung vermeintlich "höherer Ziele" verbunden und von der profanen Ratio entkoppelt.

Wem kann man eher glauben und vertrauen? Dem Fachmann, dem Praktiker, dem, der selbst im Wettbewerb steht, oder den Labertaschen, die nur dem "Wettbewerb der (ideologischen) Ideen" frönen? Wir brauchen eine Gegenöffentlichkeit, und mag sie noch so klein sein. Und niemand anders als wir selbst können, und müssen eine solche schaffen und erhalten!

Man könnte verzweifeln angesichts der Tatsache, dass das System immer mehr Laberakademiker und Möchtergern-Weltgestalter hervorbringt, die mit einem staatlichen Jodeldiplom ausgestattet sich nun auch zu Wort melden, und an die Fleischtöpfe des subventionierten oder meinungsbildenden Intelektuellenzirkus heran wollen. Aber es gibt Hoffnung.

Die eine Hoffnung ist die, dass der zu verteilende Kuchen nicht beliebig vergrößerbar ist, und somit der Einstieg ins arrivierte Meinungskartell finanziell zunehmend unattraktiv für intelligente junge Menschen wird.
Die andere Hoffnung gründet sich aufs Internet.

Bisher ist die Masse der Medienkonsumenten vor allem auf die veröffentlichte Meinung angewiesen und sieht im Netz wohl meist zuerst den praktischen und den privaten Kommunikationsaspekt. Die jetzt nachwachsende Generation wird viel eher mal über einen Link zu einem dieser freiheitsliebenden Lagerfeuer stolpern, und vielleicht auch ihren eigenen Leuchtturm finden können.
Meine Hoffnung ruht also auf den jungen Facebookern und Forentouristen. Die sind nicht mehr so Multi-Kulti-selig wie die saturierten Altvorderen. Sie werden auch zunehmend nicht goutieren, wenn ihnen ihre Freiheit von den satten und dekadenten Eliten für ein vermeintlich höheres Ziel beschnitten wird.

Kann sein, dass ich mich da irre. Dass ich mir zu viele Hoffnungen mache. Aber aufgeben gibts nicht! Vielleicht kann jeder bloggende Fackelträger des Freiheitsgedankens nur eine bestimmte Zeit durchhalten. Vielleicht liegt die Zeitspanne die man maximal "mit Nachbrenner" unterwegs sein kann bei fünf bis sechs Jahren. Ich weiß das (noch) nicht.

(Der politische) Zettel hat fast fünf Jahre durchgehalten.

Aber eines weiß ich. Die richtungsweisenden Leuchttürme, die Fackelträger, die unverwechselbaren Persönlichkeiten, die die politische Blogosphäre mit ihrem Gesicht prägten - sie werden nicht vergessen werden.

Danke Zettel!

So, jetzt kann ich weitermachen.

Kommentare:

  1. Toll. Sehe ich auch so. Aber Zettel und Kewil schreiben ja noch und der Schmidt ist ja auch nicht aus der Welt. Und du, lieber Calimero, solltest auch noch lange weitermachen.

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  2. Zettel ist ja noch im Netz. Aber wenn man Kewil anklickt, kommt gar nichts mehr.
    Weiß jemand, warum und wie dieses schlagartige Verstummen kam? Oder kann man wenigstens das Archiv auf einer anderen Adresse finden?

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  3. Nachfolgeblog, bisher ohne Kewil:
    http://fakten-fiktionen.de/

    Kewil bei PI:
    http://www.pi-news.net/author/kewil/

    Vom alten Kewil-Blog gibt es auch einen Spiegel, habe ich gerade nicht parat...

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  4. Spiegel des alten Blogs: http://www.open-speech.com/fact-fiction/

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  5. "Ich glaube, daß wir Deutschen so dumm, so ideologisch, so gefährdet sind wie damals, als wir den Nazis und den Kommunisten nachgelaufen sind. Ich sehe folglich keine Zukunft für dieses Land."

    ...schreibt Zettel. Das sehe ich auch so. Eigentlich schon sehr lange. Als ich die Verfaßtheit der Deutschen auf einen Bürgerkrieg zutreiben sah, wurde ich (beileibe nicht nur ich) bei Zettel rausgeworfen. Er weigerte sich, die Konsequenzen seiner politischen Analyse zur Kenntnis zu nehmen oder auch nur zu erwägen.

    So erklärt sich jetzt sein Rückzug vom politischen Feld. Er wird gewonnene Erkenntnisse nicht aussprechen wollen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich nenne das Selbstblockade.

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  6. Zettel hat aufgehört, bei Kewill ist Schluß.
    Machen Sie bloß weiter.

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  7. @ quer

    Jein - ganz so sehe ich es nicht. Wer Zettel einige Jahre gelesen und selbst ein paar Milimeterchen in Zettels kleinem Zimmer beschriftet hat, wird wissen, das es um mehr als nur um "Verweigerung" und Anerkennung von Realitäten geht.

    Ich denke da eher, an ein vermutlich bis dato existierendes Weltbild, welches Stück für Stück incl. freiheitlich demokratischen Handelns den Bach runter geht.

    "Wir" etwas betagteren Blogger hatten ein Lebensgefühl von Weiterentwicklung, von Zukunft die auf kultureller Basis gepaart mit wissenschaftlich höchstem Niveau zu gestalten sei und müssen nun feststellen, das alles einer Lebenslüge und Ideologie von Spinnern und Betrügern zum Opfer fällt. Jawohl Betrügern. Denn ein wenig fühlt man sich schon auch um seine "Lebensleistung" betrogen, wenn alles umsonst gewesen sein soll und jeglicher Fortschritt der "grünen heiligen Kuh" geopfert werden soll.

    Vernunft ist diesem "Gutmenschen-Umerziehungsstaat" ebenfalls zum Opfer geworden.

    Insofern nur ein Jein, weil die Be(Er)kenntnis einer "neuen" Wahrheit zwar schmerzt und auch ausgesprochen wird, aber ein Zurückerobern unabdingbarer demokratischer, ehrlicher Grundfesten auf denen "wir" fast ein ganzes Leben stehen durften, das müssen die Jüngeren tun. Diesen Kraftakt müssen sie vollbringen, wenn sie Anspruch auf ein Leben ohne Lüge erheben.

    Es gibt Menschen, die ihr Leben lang von Jenen profitieren, die für sie die Kohlen aus dem Feuer holen und vielleicht hat genau das zu diesen verlogenen Zuständen in Politik, Wirtschaft, Medien und Religionen geführt.

    Das Individuum zählt nichts - die gleichgeschaltete Masse alles. Niederschmetternd für uns Ältere, die wir gedacht haben, die Vernunft steht über allem und wird obsiegen.

    ---------

    Mein persönliches Dankeschön an Zettel für die vergangenen 4 Jahre und die in der Zeit verbratenen cm seines kleinen Zimmers belegen meine ca. 1.400 Beiträge.

    Eine gute, eine kluge, eine wissbegierige Zeit für mich, die ich aus freiem Willen geniessen konnte.

    Ach ja, da fällt mir die Diskussion über den freien Willen wieder ein ...

    Danke Zettel

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  8. Lieber Calimero,

    umsomehr freue ich mich über Dein Blog und Deine Artikel.

    Aber ich war ja schon immer ein Fan von Dir, das weißt Du ja.

    Alles Gute und weiter so ...

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  9. "Wer Zettel einige Jahre gelesen ..."
    hat weiß auch, dass seine Defizite ebenso ausgeprägt sind wie seine Genialität.
    Er musste immer häufiger Redeverbot erteilen, um sein heiles Weltbild nicht untergehen zu sehen.
    Er verortet die faschistische Gefahr immer noch im braunen Bereich, obwohl die Braunen in Deutschland nichts zu sagen haben. Er glaubt (das ist kein Witz) an rechte Gewalt. Die hält er für bewiesen, weil der durch und durch korrupte deutsche Wissenschaftsbetrieb die wieder und wieder herbeihalluziniert.
    Die tatsächlichen faschistischen Tendenzen (Islam, Gender usw.) weigert er sich zu sehen.
    Selbst die Vertreibung der Juden aus Europa ist für ihn eine Nichttatsache. Er ist nicht mal ansatzweise antisemitisch, er ist ein aufrichtiger Freund Israels. Wie er es gleichzeitig hinkriegt, den zeitgenössischen europäischen Antisemitismus zu negieren, die zeitgenössische Judenvertreibung nicht sehen zu wollen, ist für meinen beschränkten Verstand unbegreiflich.


    "Das Individuum zählt nichts - die gleichgeschaltete Masse alles."
    Dafür wird man bei Zettel rausgeworfen. Augenblicklich.

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  10. Einspruch, lieber Volker!

    Zettel hat nie den importierten Antisemitismus in irgendeiner Weise verharmlost. Never!
    Was den Wissenschaftsbetrieb angeht, glaube ich ihm absolut, dass er diesen im allergrößten Teil als anständig erlebt hat, und ihn deshalb zu recht in Schutz nimmt. Das, was wir an Institutswahrheiten ständig präsentiert bekommen, ist wohl seiner Ansicht nach gar keine ernstzunehmende Wissenschaft.

    Ich habe das auch schon woanders gelesen. Die Typen, die ständig die Expertendarsteller in den Medien geben, werden in der eigenen Community nicht im Geringsten ernst genommen. Scharlatane, nicht satisfaktionsfähig.

    Naja, und wenn ich überlege wie bisweilen bar jeder Sachkenntnis über meine Fachkollegen hergezogen wird, dann kann ich das auch nicht einfach auf sich beruhen lassen. Da verteidigt man halt auch persönlich Unbekannte bis aufs Messer, weil man weiß, dass die so ungefähr wie man selbst ticken müssen. Das geht einfach nicht anders, da kann kein Fachfremder mit irgendwelchen Behauptungen daherkommen.

    Tja, und das mit dem gestrengen Wamba ...

    Sie können mir glauben, dass ich mir auch so manche Rüge per PM eingefangen habe. Das hat mich immer zum Nachdenken gebracht. Manchmal hatte Zettel einfach Recht, und ich mich vergaloppiert. Aber manchmal habe ich mich einfach leise grummelnd daran erinnert, dass mir bei Zettel lediglich ein Gastrecht eingeräumt wurde. Und als Gast hat man sich an die Hausordnung zu halten. Ich kann nicht kritisieren, dass bestimmte Einwanderergruppen hier ihr Gastrecht über die Maßen strapazieren und nicht rausgeworfen werden, aber andererseits die Regeln meines Forumsgastgebers missachten. Three strikes, and you're out. Das ist fair.

    Außerdem muss man noch bedenken, dass bestimmte linke Kreise durchaus versucht haben, ZR in irgendeine rechte Ecke zu stellen, was komplett Banane ist. Aber da musste und wollte der Hausherr halt garnicht erst irgendwelche Munition durch Kommentatoren liefern. Wir wissen beide, welchen Eiertanz PI ständig wegen irgendwelchen Kommentatoren vollführen muss.

    Sorry, und dafür war und ist das Zetteluniversum einfach zu wertvoll, um es da durch Schwachstellen angreifbar zu machen.

    Ich war beileibe nicht immer mit allem einverstanden, aber Zettel hat da weitaus langfristiger gedacht. Er hat das Forum so erhalten, wie es alle dazugekommenen Gäste vorgefunden haben. Besser gehts nicht.

    Beste Grüße, Calimero

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  11. @ Volker:

    Gibt's noch einen anderen Blogger namens Zettel? Die Themen, die Sie ansprechen, sehe ich bei Zettel keinesfalls so behandelt, wie Sie es behaupten, eher im Gegenteil (mag eine Frage des persoenlichen Standpunkts sein).

    ...und dass dort mal jemandem Redeverbot erteilt worden ist, waere mir auch neu. Zettel hat Beitraege im schlimmsten Fall ignoriert, und ich kann das auch nachvollziehen. Man kann und muss nicht mit jedem Kommentator in Dialog treten, und manche Leute schreiben nun mal ziemlichen Quatsch (auch das mag eine Frage des eigenen Geschmacks sein).

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  12. ...ok, da ist mir Calimero zuvorgekommen. Hatte mich schon gewundert, dass nicht sofort widersprochen wurde ;)

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  13. Liebe Nola,

    ich verstehe was du meinst. Obwohl, richtig verstehen kann ich es wohl erst, wenn ich mal ein "betagter Blogger" sein sollte.

    Wir jüngeren sehen, wenn wir es sehen wollen, das enorme Fundament, welches uns die Vorgänger hinterlassen haben. Und mich zumindest macht es enorm wütend, wie fluffig darüber manchmal hinweg gegangen wird. Ich sehe, dass das kein gutes Ende nehmen wird, wenn den Ideologen nicht noch das Ruder aus der Hand gerissen werden kann.

    Mal gucken, wo die Reise hingeht. Solange es noch freiheitliche Fackelträger gibt, gebe ich die Hoffnung jedenfalls nicht auf.

    So, und jetzt bastele ich weiter an meinem nächsten Artikel über die deutscheste aller Parteien.

    Beste Grüße, Calimero

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  14. "Außerdem muss man noch bedenken, dass bestimmte linke Kreise durchaus versucht haben, ZR in irgendeine rechte Ecke zu stellen"

    Erstens ist das egal. Jeder Nichtkommunist ist ein Rechtsradikaler. Wenn sogar die vollkommen harmlose Eva Hermann als Naziglatze denunziert wird, hat es keinen Sinn die rote Propaganda zur Kenntnis zu nehmen.

    Und zweitens kann ich mich beim besten Willen nicht an einen Fall erinnern, der tatsächlich eine Tendenz in die rechtsradikale Richtung gehabt hätte. In diesem Fall hätte ich ein Redeverbot ohne weiteres nachvollziehen können.
    Es gab aber Fälle, wo einige vorsichtig darauf hingewiesen haben, dass die Braunen zwar ziemlich eklig sind, aber vollkommen irrelevant. Das Mobilisierungspotenzial ist so gering, dass man die getrost vernachlässigen kann.
    Die richtigen Angriffe auf die FDGO kommen von den Systemparteien und den Moslems (demnächst die Reihenfolge umgekehrt). Und das wird von ihm entweder nicht wahrgenommen oder bagatellisiert.
    Unverständlich, wie so ein kluger Mensch einen Teil der Realität verleugnet.

    Irgendwie hat er einen Teil der Kontinentalverschiebung der letzten 15 Jahre nicht mitgekriegt. Und um das zu vertuschen, musste er in der letzten Zeit immer häufiger die Redeverbotskeule schwingen.
    Am Ende hat er resigniert (kein Mensch kann dauernd mit der Keule rumfuchteln), was natürlich bedauerlich ist. Besser wäre schon, wenn so ein kluger Mensch sich mit den zeitgenössischen Entwicklungen befassen würde.
    Aber wer Ursula von der Leyen (die kaum eine Gelegenheit auslässt um sich mit ihren verfassungsfeindlichen Projekten zu profilieren) für eine brauchbare Bundespräsidentenkandidatin hält, der verheddert sich auch auf anderen Feldern.
    Schade.

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  15. Ein kluger Mensch lässt es gar nicht erst darauf ankommen, auf irgendeine Weise angreifbar zu werden. Es gibt Regeln, es gibt no-gos, es gibt freundliche Ermahnungen.
    Was noch?

    Außerdem muss ihre Realität ja nicht die aller anderen sein, und die Grenzen zieht nunmal jeder Blogbetreiber anders.

    Und überhaupt, ich habe weder die Absicht noch die Befähigung hier den Zettel-Erklärer zu geben. Das führt zu nichts, zudem er selbst alles -zig mal erklärt hat. Damit muss man nicht einverstanden sein, aber jedem steht es ja frei, sich eine eigene Spielwiese mit eigenen Regeln, nach eigenen Prämissen zu erstellen.

    Grüße, Calimero

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